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Amazon will Ver.di austricksen: Pakete kommen über Umwege

Lieferung über Umwege  

Amazon will Ver.di austricksen

08.08.2014, 17:12 Uhr | AFP, t-online.de

Amazon will Ver.di austricksen: Pakete kommen über Umwege. Amazon will Bücher in Polen einlagern - damit das Weihnachtsgeschäft störungsfrei läuft. (Quelle: Reuters)

Die größte Fast-Food-Kette der Welt verzeichnet erhebliche Umsatzeinbußen. (Quelle: Reuters)

Amazon versucht offenbar die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di auszutricksen. Der Online-Versandhändler fordert von deutschen Verlagen, Lieferungen an inländische Kunden künftig auch über ausländische Logistikzentren abzuwickeln.

Ab September sollten die Verlage 40 Prozent ihrer Bücher, Hörbücher und anderer Medien über Logistikstandorte in Polen und Tschechien an Kunden in Deutschland liefern lassen. Das berichtete die "Welt" in ihrer Online-Ausgabe und zitierte aus einem Amazon-Schreiben, das in diesen Tagen an die Verlagshäuser gegangen sei. Diese seien darin auf die bevorstehende Eröffnung von zunächst zwei neuen Vertriebszentren in Polen hingewiesen worden.

Bereits im Juni hatte das "Börsenblatt", eine Publikation des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, von einem ähnlichen Schreiben des US-Konzerns an deutsche Verlage berichtet.

Damit wolle Amazon offenbar verhindern, dass Ver.di wie im Vorjahr mit gezielten Streiks das Weihnachtsgeschäft störe, so die "Welt". Damals seien schon Warenströme für deutsche Kunden über Zentren im Ausland umgeleitet worden, unter anderem über Frankreich. Diesmal wolle Amazon offenbar schon im vorhinein Warenmengen im Ausland einlagern und Ver.di damit ein Druckmittel nehmen.

"Wir schauen uns das genau an, sind aber relativ gelassen", zitierte die "Welt" eine Verdi-Sprecherin. "Amazons Lieferversprechen setzen der Verlagerungsstrategie Grenzen."

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Widerstand bei Verlagen

Bei den deutschen Verlagen dagegen stößt der Vorstoß von Amazon auf heftige Kritik. "Amazons Plan bedeutet eine Vervielfachung der Wege und der damit verbundenen Kosten für die Verlage", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, gegenüber der "Welt". Demnach sollen die Verlage zumindest für den Hinweg aufkommen. "Wir sind nicht bereit, die zusätzlichen Kosten zu übernehmen", hieß es dem Bericht zufolge bei einem der größten deutschen Buchproduzenten, der namentlich nicht genannt wurde. Dies sei "die Linie, die sich generell durch die Verlage zieht".

Verlagerung belastet Umwelt

Skipis prangerte in dem Bericht zudem die erhebliche Umweltbelastung durch die Verlagerung an Lieferzentren im Ausland an.

Außerdem sieht er Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet. Amazon betonte laut "Welt", es gebe keine Pläne, eines der bestehenden 25 Zentren in Europa zu schließen. Die neuen Zentren sollten das Wachstum in Europa unterstützen. "Aus diesem Grund wurden vorab Lieferanten über die neuen Anlieferadressen informiert", so ein Sprecher.

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