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Statistisches Bundesamt: Juli-Inflation ist so niedrig wie 2010


Schätzung bestätigt  

Juli-Inflation so niedrig wie 2010

14.08.2014, 08:37 Uhr | dpa, rtr

Die Inflation in Deutschland war im Juli so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten im vergangenen Monat im Schnitt nur 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt nach endgültigen Berechnungen mit und bestätigte damit seine Schätzung von vor zwei Wochen.

Es handelt sich um den schwächsten Preisauftrieb seit Februar 2010, als die Inflationsrate bei 0,5 Prozent lag. Damals litt die Wirtschaft noch unter den Nachwirkungen der Weltfinanzkrise. Im Juni 2014 hatte die Jahresteuerung 1,0 Prozent betragen. Im Monatsvergleich Juni - Juli 2014 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent.

Besonders dämpfend wirkten sich im Juli die gesunkenen Energiekosten aus. Diese gaben im Vergleich zum Juli 2013 um insgesamt 1,5 Prozent nach und sanken damit wieder stärker als in den Vormonaten. Billiger als vor Jahresfrist waren im Juli 2014 zum Beispiel Heizöl (minus 6,0 Prozent) und Kraftstoffe (minus 3,1 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die gesamte Teuerungsrate um 0,4 Prozentpunkte höher bei 1,2 Prozent gelegen.

Kartoffeln um ein Drittel billiger

Nahrungsmittel verteuerten sich nur noch minimal um 0,1 Prozent. Zu den Lebensmitteln, die deutlich teurer wurden, zählten Schnittkäse (plus 14,7 Prozent), Quark (plus 13,8 Prozent) und Stangenspargel aus der Dose (plus 12,2 Prozent). Dagegen wurden Kartoffeln (minus 32 Prozent), Möhren, Hülsenfrüchte und frischer Spargel (minus 23 Prozent) sowie Paprika (minus 18,1 Prozent) spürbar billiger.

Größere Preisanstiege gab es bei Dienstleistungen. Dort lagen die Preise im Juli vor allem wegen höherer Nettokaltmieten um 1,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch Rechtsanwalt- und Notargebühren stiegen überdurchschnittlich.

Die Entwicklung der Preise von Juli 2013 bis Juli 2014 (Quelle: dpa)Die Entwicklung der Preise von Juli 2013 bis Juli 2014 (Quelle: dpa)

Inflation für die EZB weiter zu niedrig

Die Preissteigerungen fallen damit insgesamt weit niedriger aus, als der Europäischen Zentralbank (EZB) lieb sein kann. Sie peilt eine Inflationsrate von etwas weniger als zwei Prozent an, um einen genügend großen Abstand zu fallenden Preisen zu haben. Sinken die Preise auf breiter Front, spricht man von einer Deflation. Eine solche Entwicklung gilt als Gift für die Konjunktur, da Verbraucher auf weiter sinkende Preise spekulieren und ihren Konsum einstellen. Zugleich fallen die Löhne. Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, wodurch eine konjunkturelle Abwärtsspirale in Gang kommt.

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