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US-Spekulanten wetten auf weiteren Euro-Absturz zum US-Dollar

Devisen  

US-Spekulanten wetten auf weiteren Euro-Absturz

26.08.2014, 11:17 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

US-Spekulanten wetten auf weiteren Euro-Absturz zum US-Dollar. Spekulanten pessimistisch für den Euro (Quelle: imago/ McPHOTO)

Der Euro sinkt im Verhältnis zum US-Dollar (Quelle: imago/ McPHOTO)

Seit Monaten steht der Euro unter Druck. Von knapp 1,40 Dollar Anfang Mai sackte der Kurs der Gemeinschaftswährung zuletzt unter die Marke von 1,32 Dollar auf den tiefsten Stand seit elf Monaten. Amerikanische Hedge Fonds spekulieren auf weitere Verluste. Ob sie sich irren?

Das Volumen von Wetten gegen den Euro zugunsten des US-Dollar wächst seit Wochen, hat aber in den vergangenen Tagen nochmals deutlich zugenommen. Allein in der vergangenen Woche wuchsen die Positionen der US-Marktteilnehmer, die auf einen fallenden Euro wetten, um 1,6 Milliarden Euro auf rund 15 Milliarden Euro - der höchste Wert seit zwei Jahren. Nur im Sommer 2012 war der Pessimismus der Devisenzocker für den Euro noch größer. Damals sackte der Euro-Kurs bis auf 1,21 Dollar ab.

Euro-Optimismus auf einem Tiefpunkt

Die Profi-Händler wetten eigentlich immer auf einen fallenden oder steigenden Euro, das ist schließlich ihr Job. Doch aktuell haben die Euro-Nettopositionen von Hedge Fonds und großen US-Banken an der Terminbörse Chicago Mercantile Exchange (CME) einen Tiefpunkt erreicht - wie auch die folgende Grafik zeigt. Ein Wert unter Null bedeutet, dass die Marktteilnehmer auf eine Abwertung des Euro spekulieren, im Fachjargon "short gehen".

Fünf-Jahres-Chart: Euro-Optimismus an der CME auf einem Tiefpunkt (Quelle: Godmodetrader.de)Fünf-Jahres-Chart: Euro-Optimismus an der CME auf einem Tiefpunkt (Quelle: Godmodetrader.de) Die beiden letzten Male, als die Hedge Fonds so deutlich auf eine Abwertung der Gemeinschaftswährung setzten, ging die Wette allerdings nicht auf, sagt Oliver Baron von Godmodetrader.de. Schon wenige Wochen nach dem 2012er-Tiefpunkt setzte der Euro zu einer kräftigen Aufwärtsbewegung an. "Das gleiche Bild zeigte sich bereits im Frühsommer 2010", so Baron. "Auch damals waren die Hedge Fonds extrem short im Euro positioniert." Eine Euro-Rally folgte.

Fünf-Jahres-Chart Euro zu US-Dollar (Quelle: GodmodeTrader.de)Fünf-Jahres-Chart Euro zu US-Dollar (Quelle: GodmodeTrader.de) Inflationserwartungen zu niedrig

Diesmal sieht das fundamentale Umfeld für das Euro/US-Dollar allerdings etwas schlechter aus. Die europäische Wirtschaft lahmt, mancher Analyst erwartet sogar einen Rückfall in die Rezession. Gleichzeitig sinken die Inflationserwartungen weiter. Mittlerweile ist der wichtige Wert bei 1,1 Prozent angekommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht diesen Wert nahe zwei Prozent zu halten und auf jeden Fall eine drohende Deflation zu vermeiden. Die August-Daten der Euro-Zone werden am kommenden Freitag veröffentlicht.

Weitere Lockerung der Geldpolitik?

Eine Rede von EZB-Präsident Mario Draghi vom vergangenen Freitagabend im amerikanischen Jackson Hole lieferte die stärksten Impulse für den US-Dollar und gegen den Euro. Der Notenbanker hatte deutlich vor einer auf lange Sicht zu schwachen Inflation gewarnt und angekündigt, falls nötig alle verfügbaren Instrumente einzusetzen. Damit seien Staatsanleihen-Käufe im großen Stil wahrscheinlicher geworden, hieß es in den Handelssälen. Dies drückte den Euro kürzlich unter die Marke von 1,32 Dollar - den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr.

Um eine neue Wirtschaftskrise zu verhindern, könnten auch die Leitzinsen in der Eurozone nochmals gesenkt werden. Die EZB berät am 4. September erneut über die geldpolitische Lage, spätestens im Oktober erwarten die meisten Experten eine weitere Senkung des ohnehin rekordtiefen Zinssatzes auf dann 0,05 Prozent. Positiver Nebeneffekt: Ein zum US-Dollar abgeschwächter Euro stützt die Geschäfte der europäischen Exporteure.

USA vor Zinserhöhung

Gleichzeitig sieht die konjunkturelle Lage in den USA derzeit besser aus. Dort werden im Gegensatz zur Eurozone bereits Zinserhöhungen diskutiert. Höhere Zinsen locken naturgemäß mehr Auslandsgeld in den Dollar-Raum, was die US-Währung stärken dürfte. Doch auch das Gegenteil könnte passieren. "Die fundamentale Schwäche der Eurozone gegenüber der US-Wirtschaft dürfte genau wie die bevorstehende geldpolitische Wende bereits zu einem erheblichen Teil eingepreist sein", analysiert Oliver Baron. Vor diesem Hintergrund könnte auch das Abwärtspotenzial beim Euro geringer sein, als es viele Spekulanten derzeit noch vermuten.

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