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Kritik an EZB: Maßnahmen schaden mehr als sie nutzen

Mehr Schaden als Nutzen  

Experten kritisieren Europäische Zentralbank

05.09.2014, 15:02 Uhr | dpa-AFX

Kritik an EZB: Maßnahmen schaden mehr als sie nutzen. Experten kritisieren die Geldpolitik der EZB. (Quelle: picture alliance/Daniel Kalker)

Experten kritisieren die Geldpolitik der EZB. (Quelle: picture alliance/Daniel Kalker)

Der Krisenkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) ist nach Einschätzung von Volkswirten in Deutschland weitgehend wirkungslos. Die lockere Geldpolitik führe eher dazu, dass Preise für Wertpapiere und Immobilienpreise künstlich angeheizt würden.

"Auch das jetzt beschlossene Maßnahmenpaket zeigt, dass die EZB letztlich immer nach demselben Muster agiert", schrieb Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer in einer Analyse. "Sie ist leider nicht bereit hinzunehmen, dass Wirtschaftswachstum und Inflation nach dem Platzen einer Schuldenblase naturgemäß niedrig sind." Die ständige Lockerung der Geldpolitik helfe der Wirtschaft kaum. "Das Finanzrad dreht sich immer schneller, die Realwirtschaft im Euroraum kommt kaum von der Stelle."

DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier sieht einen "Aktionismus der EZB" und "immer hektischer erscheinendes Eingreifen" der Notenbank. Als Kernproblem machte er aus, dass der Reformprozess in den beiden wichtigsten Euro-Partnerländern Deutschlands, Frankreich und Italien, "bereits in den Anfängen stecken geblieben" sei.

Senkung des Leitzins unerwartet

Die EZB hatte am Donnerstag den Leitzins überraschend auf das neue Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Gleichzeitig beschloss der EZB-Rat den Ankauf von Kreditpaketen und Pfandbriefen, um die lahmende Kreditvergabe endlich in Schwung zu bringen.

Die Mini-Inflation und die dümpelnde Konjunktur nähren die Sorge, dass die Eurozone auf eine Deflation zusteuert. Das ist eine gefährliche Abwärtsspirale aus Preisverfall und schrumpfender Wirtschaft. Nach Bielmeiers Einschätzung ist die Deflation im südlichen Währungsraum indes eine Folge des Sparkurses in der Schuldenkrise und damit kaum zu verhindern. "Die EZB befürchtet allerdings, dass sich diese in den großen Euro-Ländern schnell festsetzen könnte und dann nur noch schwer zu bekämpfen wäre."

Euro auf Talfahrt

Der Euro fiel im Verlauf der Nacht mit 1,2923 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Juli 2013. Die neue Lockerung der Geldpolitik durch die EZB mit der überraschenden Zinssenkung schickte den Euro auf Talfahrt - nach Aussagen von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny im österreichischen Fernsehen ein beabsichtigter Effekt. Bisher hatte die Notenbank immer betont, dass sie kein Wechselkursziel verfolge. Dieser Einfluss auf den Eurokurs werde dauerhaft sein und "wir haben einen großen Entlastungseffekt auf die Exportwirtschaft", sagte der Chef der österreichischen Notenbank. Inzwischen erholte sich der Euro auf 1,2972.

Am Aktienmarkt, der zunächst zulegen konnte, waren die EZB-Beschlüsse einen Tag später bereits wieder weitegehend verpufft.

Auch der frühere Bundesbank-Präsident Axel Weber hält die Anti-Krisenmaßnahmen der EZB für problematisch. Letztlich werde damit die Haftung sozialisiert und auf die Steuerzahler abgewälzt, sagte Weber dem "Handelsblatt". Dem müssten eigentlich die nationalen Parlamente erst zustimmen.

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