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Schottland-Unabhängigkeit: David Cameron kämpft ums Öl


Schottland-Abstimmung  

Camerons Kampf ums Öl

10.09.2014, 10:46 Uhr | dpa-AFX, AFP, t-online.de

Schottland-Unabhängigkeit: David Cameron kämpft ums Öl. Der britische Premierminister David Cameron auf einer Ölplattform in der Nordsee: London würden erhebliche Einnahmen wegbrechen, wenn Schottland unabhängig wird (Quelle: AFP)

Der britische Premierminister David Cameron auf einer Ölplattform in der Nordsee: London würden erhebliche Einnahmen wegbrechen, wenn Schottland unabhängig wird (Quelle: AFP)

Die mögliche Abspaltung Schottlands von Großbritannien nach der Abstimmung am 18. September treibt die Politiker in London um. Premierminister David Cameron besucht an diesem Mittwoch den nördlichen Landesteil und nimmt sogar Oppositionsführer Ed Miliband mit. Zuletzt hatte Cameron noch einmal in einem Gastbeitrag für die "Daily Mail" um die Einheit des Landes geworben. Denn wenn sich Schottland tatsächlich abspalten sollte, verliert der Rest des Vereinigten Königreichs auch wichtige Öl- und Gas-Einnahmen.

Eine Abspaltung wäre ein Sprung ins Ungewisse für die Schotten, schrieb Cameron. Bei einem Verbleib stünden sie hingegen vor einer besseren Zukunft. Der Premier verwies hierbei unter anderem auf die Stabilität des Vereinigten Königreichs und die Unterstützung durch drei andere Nationen.

Der Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP), Alex Salmond, nannte die kurzfristig angekündigten Reisen ein Zeichen von Panik. Umfragen sagen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Unabhängigkeitsbewegung mit dem Lager der Unionisten voraus.

Vor der Küste stehen zahlreiche Ölplattformen, die nach der Trennung zwischen den beiden Staaten aufgeteilt werden müssten. Die neuen Seegrenzen würden wohl nach geografischen Gesichtspunkten gezogen. Es wird erwartet, dass Edinburgh danach 85 bis über 90 Prozent der bekannten Vorkommen besitzen würde, London bliebe ein relativ kümmerlicher Rest.

Wichtige Einnahmequelle für Schottland

Mit mindestens 15 Prozent würde Öl und Gas dann zur Wirtschaft Schottlands beitragen. Um welche Summen es dabei geht, zeigen Zahlen der Vergangenheit: Im Rekordjahr 2008/2009 konnte Großbritannien 12,4 Milliarden Pfund aus der Öl- und Gasförderung für sich verbuchen. Zuletzt waren es zwar nur noch 4,7 Milliarden (etwa 5,7 Milliarden Euro), dennoch könnten die Schotten wohl noch Öl für vier Billionen Pfund aus dem Meer holen, bevor die Quellen in etwa 50 Jahren versiegen.

Schottland schielt schon lange auf die Öl-Einnahmen. Bereits in den 60er und 70er Jahren gab es die Kampagne "It's Scotland's Oil" der SNP. Zu Zeiten der Premierministerin Margaret Thatcher 1979 bis 1990 wurde der Slogan erneut recycelt: Plakate zeigten die Eiserne Lady als Vampir mit öltriefenden Zähnen. "Kein Wunder, dass sie lacht. Sie hat Schottlands Öl", textete die SNP dazu.

Jetzt rechnet die Partei den Wählern vor, dass Norwegen als ebenfalls ölreiches Land 480 Milliarden Pfund für "regnerische Tage" gespart habe, während Schottland seinen Anteil an 1,5 Billionen Pfund Staatsverschuldung zu schultern und nichts auf dem Sparbuch hat.

Großbritannien hat nach Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) seine Staatsverschuldung von 2004 bis 2014 mehr als verdreifacht. Der Verschuldungsgrad im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von gut 40 auf über 90 Prozent.

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