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Deutschland verschenkt Milliarden an Hedge Fonds und Griechenland


Missmanagement bei Bad Bank  

Deutschland verschenkt Milliarden an Griechenland und Hedge Fonds

12.09.2014, 14:13 Uhr | t-online.de, dpa

Deutschland verschenkt Milliarden an Hedge Fonds und Griechenland. Griechenland und Hedge Fonds profitieren vom Verhalten der deutschen Bad Bank FMS Wertmanagement (Quelle: Reuters)

Griechenland will seine Sparpolitik ändern - das könnte zur Pleite des Euro-Landes führen (Quelle: Reuters)

Die Bad Bank der pleite gegangenen Hypo Real Estate, FMS Wertmanagement, hat mit Griechenland-Anleihen anscheinend Misswirtschaft betrieben. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Dem deutschen Staat, dem das Unternehmen mittlerweile gehört, sind deshalb Milliardeneinnahmen entgangen. Das Geld floss stattdessen unter anderem an Hedge Fonds, die die Anleihen gekauft haben. Denn Griechenland zahlt auch nach dem Schuldenschnitt seine Kredite zurück. Die Bad Bank verwahrte sich inzwischen gegen die Vorwürfe.

Nach Angaben der "FAZ" erkannte die FMS im Frühjahr nicht, dass sie zwei verschiedene Arten von Griechenland-Anleihen im Depot hatte: solche, die vom Schuldenschnitt für das Land betroffen waren, und solche, für die das nicht galt. Letztere wurden nach ausländischem (nicht-griechischem) Recht ausgegeben und waren deshalb mehr wert. Trotzdem seien beide Kategorien an der Börse mit hohem Verlust verkauft oder zum verlustreichen Anleihetausch eingereicht worden, hieß es.

Hedge Fonds machen Kasse

Vor allem britische Hedge Fonds hätten die Anleihen für rund 30 Prozent des Wertes gekauft und freuten sich nun über die hundertprozentige Rückzahlung. Der Zeitung seien Zahlen zugespielt worden, die den Verlust für den deutschen Steuerzahler auf fast 2,6 Milliarden Euro bezifferten.

Das Bundesfinanzministerium sei davon überzeugt, dass der Verwaltungsrat der FMS die richtigen Entscheidungen getroffen habe. Der Bankenrettungsfonds SoFFin habe die Zahlen als überhöht zurückgewiesen, sie aber unter Verweis auf eine angebliche Vertraulichkeit nicht korrigiert.

Gab es politischen Druck?

Laut "FAZ" besaß die FMS im Frühjahr 2012 griechische Anleihen im Wert von neun Milliarden Euro - das sei mehr gewesen, als alle anderen deutschen Banken zusammen. Die Zeitung mutmaßt, dass es politischen Druck auf die Bank gegeben habe, mit allen Anleihen am Schuldenschnitt teilzunehmen. Dazu passe, dass die Bank an keinem Gläubigerausschuss mitgewirkt habe, um die deutschen Interessen zu wahren.

So entgingen der FMS in einem Fall 126 Millionen Euro: Die Anleihen der staatlichen Eisenbahngesellschaft seien für 63 Millionen Euro verkauft worden. Ein Jahr später habe die Eisenbahn die Anleihe jedoch vollständig zurückgezahlt - dann hätte die FMS 189 Millionen Euro für ihre Anteile bekommen. Im Fall einer weiteren griechischen Anleihe in Schweizer Franken habe der Verlust unnötigerweise 65 Prozent betragen.

Insgesamt hätten sich diese Verlustgeschäfte auf 475 Millionen Euro belaufen. Durch den nicht notwendigen Tausch von Anleihen sei darüber hinaus ein Minus von fast 2,1 Milliarden Euro entstanden.

FMS verteidigt Vorgehen

Die FMS hat ihr Vorgehen inzwischen verteidigt. Man habe sich gemäß gesetzlichem Auftrag in eigener Verantwortung und nach betriebswirtschaftlichen Kriterien am Schuldenschnitt für Griechenland beteiligt, erklärte die Abwicklungsanstalt in München.

Die FMS wies auch die Darstellung zurück, sie habe die Unterschiede zwischen den Anleihetypen nicht bemerkt oder nicht berücksichtigt. Die rechtliche Situation rund um die Anleihen sei damals differenziert betrachtet und in die Entscheidung einbezogen worden, hieß es. Grundsätzlich gelte: Wäre die erforderliche Teilnahmequote bei dem Schuldenschnitt nicht zustande gekommen, dann hätte sich eine ungeordnete Insolvenz Griechenlands möglicherweise nicht verhindern lassen. "Dies hätte weit gravierendere Folgen für die FMS Wertmanagement und damit für den deutschen Steuerzahler ausgelöst", erklärte die Abwicklungsanstalt.

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