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FAZ will bis zu 200 Stellen abbauen


Personalabbau  

Bei der "FAZ" werden bis zu 200 Stellen gestrichen

16.09.2014, 13:39 Uhr | t-online.de, rtr

FAZ will bis zu 200 Stellen abbauen. Traditionszeitung "FAZ" will bis zu 200 Stellen streichen - auch Redaktion ist betroffen (Quelle: imago/ Zeitz)

Traditionszeitung "FAZ" will bis zu 200 Stellen streichen - auch Redaktion ist betroffen (Quelle: imago/ Zeitz)

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) geht es wirtschaftlich nicht gut. Angesichts hoher Verluste werden nun Stellen abgebaut. "In den nächsten drei Jahren können bis zu 160 Stellen im Verlagsbereich betroffen sein", schreibt der Verlag in einer Pressemitteilung. Hinzu kommen bis zu 40 Arbeitsplätze in der Redaktion. Bis 2017 sollen jährlich mehr als 20 Millionen Euro eingespart werden.

Der Personalabbau erfolge "zum einen Teil über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit, zum anderen über Partnering- und Outsourcing-Projekte", heißt es weiter. Auch betriebsbedingte Kündigungen können im Verlag nicht ausgeschlossen werden. Geschäftsführung und Betriebsrat wollen nun gemeinsam die Planungen und deren konkrete Umsetzung erörtern. Entscheidungen hinsichtlich der einzelnen Maßnahmen werden in den kommenden Monaten erfolgen.

Ein Zehntel der Redaktionsstellen auf der Liste

Auch die Redaktionen werden ausgedünnt. Bis zu 40 Stellen sollen in den nächsten drei Jahren dort wegfallen. Allerdings werde es dabei keine betriebsbedingten Kündigungen geben. "Dieser Stellenabbau soll über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und sozialverträgliche Regelungen erfolgen", so der Verlag. Aktuell besteht die Redaktion der "FAZ", der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und "faz.net" aus nahezu 400 festangestellten Redaktionsmitgliedern.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den Stellenabbau scharf. "Wer das Flaggschiff auf Schrumpfkurs navigiert, steuert auf Schiffbruch zu", erklärte Gewerkschaftschef Michael Konken. Qualitätsjournalismus müsste ausgebaut werden, um die Position der "FAZ" zu stärken.

Monatlich fast eine Million Euro Verlust

Hintergrund für den Stellenabbau ist die miserable wirtschaftliche Lage der "FAZ". Bereits 2012 machte der Verlag einen Verlust von 4,3 Millionen Euro, 2013 stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 8,2 Millionen Euro. Derzeit werde wohl jeden Monat fast eine Million Euro Minus gemacht, schreibt "Newsroom.de". Geschäftsführer Thomas Lindner erklärte: "Wir müssen unsere Strukturkosten der veränderten Erlössituation anpassen, denn wir wollen die 'FAZ' in den kommenden Jahren in eine nachhaltig stabile Wirtschaftlichkeit führen."

Allenthalben kämpfen Verlage damit, dass Leser und Anzeigenkunden ins Internet abwandern, wo sich viele alteingesessene Medien bisher mit dem Geldverdienen schwertun. Den radikalsten Schnitt machte in Deutschland der Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Die Welt"), der mehrere Printmedien verkaufte, um mit den Erlösen seine Digitalsparte auszubauen.

Gruner + Jahr streicht bis zu 400 Arbeitsplätze

Unter den überregionalen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen kündigte zuletzt Gruner + Jahr seinen größten Stellenabbau seit Jahren an. Die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann, zu deren Flaggschiffen die Magazine "Geo", "Stern" und "Brigitte" zählen, streicht bis zu 400 der 2400 Arbeitsplätze. Damit sollen die Kosten um 75 Millionen Euro verringert werden.

Gruner + Jahr hatte 2012 bereits die chronisch defizitäre "Financial Times Deutschland" geschlossen. Die "Frankfurter Rundschau" musste nach der Insolvenz Federn lassen und schlüpfte im vergangenen Jahr bei der "FAZ" unter. Die Münchner "Abendzeitung", eine der wenigen deutschen Boulevardzeitungen, ging nach nach jahrelangen Verlusten ebenfalls pleite. Sie wurde im Sommer deutlich verkleinert an einen bayerischen Regionalzeitungsverlag verkauft.

Französische "Libération" streicht jede dritte Stelle

Im Ausland sieht es für die Zeitungsbranche nicht besser aus. So muss auch die französische "Libération" Stellen streichen. Jeder dritte Arbeitsplatz steht bei der Traditionszeitung zur Disposition. Nach Angaben der Redaktionsleitung werde jeden Tag ein Verlust von 22.000 Euro gemacht, schreibt "Spiegel Online".

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