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Rocket Internet enttäuscht bei Börsenstart - Start bei 42,50 Euro


Größter Börsengang seit 2007  

Rocket Internet rutscht nach flauem Börsenstart ins Minus

02.10.2014, 15:09 Uhr | rtr, dpa-AFX, t-online.de

Rocket Internet enttäuscht bei Börsenstart - Start bei 42,50 Euro. Mehrheitseigner Oliver Samwer: Sein Unternehmen startet nur auf Ausgabepreis  (Quelle: dpa)

Mehrheitseigner Oliver Samwer: Sein Unternehmen startet nur auf Ausgabepreis (Quelle: dpa)

Es ist die größte Neuemission in Deutschland seit sieben Jahren: Rocket Internet. Die Aktien der Berliner Internet-Holding starteten am Aktienmarkt allerdings enttäuschend: mit 42,50 Euro - exakt zum Ausgabepreis. Das von den Startup-Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer dominierte Unternehmen nahm damit rund 1,6 Milliarden Euro ein. Kritiker halten das Unternehmen für zu hoch bewertet, die Börse quittierte es mit Verkäufen: Schon nach wenigen Minuten rutschte die Rocket-Aktie auf unter 38 Euro. Im Tagesverlauf notierte sie dann zeitweise aber wieder über 40 Euro.

Zum Ausgabepreis für eine Aktie wird Rocket Internet mit 6,7 Milliarden Euro bewertet. Rocket hätte nach eigenen Angaben zu diesem Preis auch mehr als das Zehnfache der 37,9 Millionen angebotenen Papiere losschlagen können. Bis zu 24 Prozent der Anteile sind künftig in den Händen von neuen Investoren. Feste Aktienorders über knapp 600 Millionen Euro hatte Rocket schon vor Beginn der Zeichnungsfrist in der Tasche. Organisiert wurde der Börsengang von Berenberg, JPMorgan und Morgan Stanley.

Derzeit etwa 50 Startups unter Rocket-Fittichen

Rocket Internet hat sich darauf spezialisiert, neue Unternehmen zu gründen und großzumachen. In der Sprache der Startup-Welt nennt man das Modell einen "Inkubator", also wörtlich "Brutkasten". Neue Firmen werden bei Rocket praktisch am Fließband ausgebrütet. Mit den Wissen der Gründer-Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer sowie ihrer Manager werden die Startups besonders schnell hochgezogen, teilweise steht ein neues Unternehmen innerhalb weniger Monate. Mittlerweile ist Rocket Internet mit rund 50 Firmen in 116 Ländern aktiv.

Der Unterschied zu klassischen Investoren ist, dass Rocket nicht nur als Geldgeber fungiert, sondern die Jungunternehmen mit aufbaut und aggressiv expandiert. "Wir bringen Firmen auf mehr als 100 Märkte und zielen dann darauf, sie zur Nummer eins zu machen", heißt es auf der Firmen-Website. Ein Vorwurf aus dem Silicon Valley lautet, Rocket kopiere am laufenden Band Ideen aus der US-Internetbranche.

Die Holding gründet vor allem in Schwellenländern wie Indien und Brasilien Online-Dienstleister - vom Möbelhändler bis zum Taxi-Dienst. Rocket bedient sich dabei Geschäftsmodellen, die andere Startup-Unternehmer etwa in den USA schon mit Erfolg erprobt haben. Die Rocket-Firmen, die im Schnitt erst zwei Jahre alt sind, schreiben in der Regel aber noch hohe Verluste. Mit dem Börsengang hat Rocket mehr als zwei Milliarden Euro auf der hohen Kante.

Eigentümer sind von Wachstumschancen überzeugt

Oliver Samwer will künftig die neu gegründeten Unternehmen bei Erfolg auf Dauer behalten und nicht mehr wie bisher rasch Anteile an andere finanzkräftigere Investoren abgeben. "Ich bin davon überzeugt, dass Rocket überaus gut positioniert ist, um die Wachstumschancen des Internethandels vor allem in den aufstrebenden Märkten zu nutzen und die führende Internetplattform außerhalb der USA und Chinas zu werden", sagte Samwer. Er und seine beiden Brüder geben ebenso wie die anderen Alt-Eigentümer beim Börsengang keine Anteile ab. Die Beteiligung des Global Founders Fund der Samwers wird aber auf knapp unter 40 von 52 Prozent verwässert. Der schwedische Internet-Investor Kinnevik hält künftig noch 14 Prozent.

Zalando-Börsengang brachte zwischenzeitlich Gewinne

Der ebenfalls von den Samwers und Kinnevik beherrschte Online-Modehändler Zalando hatte am Mittwoch ein eher enttäuschendes Börsendebüt gefeiert. Zum Xetra-Handelsschluss lag die Zalando-Aktie mit 21,50 Euro genau wieder auf dem Kurs, zu dem die Papiere ausgegeben worden waren. Am Donnerstag sackte der Wert weiter ab. Das Unternehmen hatte die Aktien etwas günstiger ausgegeben als möglich, obwohl die Nachfrage ebenfalls zehn Mal so groß gewesen sein soll wie das Angebot.

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