Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Hongkongs Rolle als globaler Finanzstandort steht auf dem Spiel


Proteste provozieren China  

Hongkongs Rolle als globaler Finanzstandort steht auf dem Spiel

02.10.2014, 14:51 Uhr | Andreas Landwehr, dpa

Hongkongs Rolle als globaler Finanzstandort steht auf dem Spiel. Hong Kong: Die Massenproteste in Hong Kong gehen weiter. Polizisten riegeln den Regierungssitz ab.  (Quelle: Reuters)

Die Massenproteste in Hong Kong gehen weiter. Polizisten riegeln den Regierungssitz ab. (Quelle: Reuters)

Seit Tagen demonstrieren tausende Menschen in Hong Kong für mehr Demokratie. Die Lage spitzt sich zu. Wird China gewaltsam eingreifen? Der Preis wäre nicht nur politisch hoch. Hongkong gilt als drittwichtigster Finanzstandort der Welt, nach New York und London. Die Abhängigkeiten zwischen dem chinesischen Festland und der Metropole mit Sonderstatus sind enorm.

Die autonom regierte chinesische Sonderverwaltungsregion und Festlandchina sind wirtschaftlich stark voneinander abhängig. Die ehemalige britische Kronkolonie hat traditionell als "Tor zu China" fungiert. Seit der Rückgabe 1997 an China und dem Aufstieg der Volksrepublik zur weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft spielt Hongkong weiter eine wichtige Rolle als Brücke für die Finanz- und Warenströme von und nach China.

Banker: Militäreinsatz hätte verheerende Folgen

Hongkongs Banker und Unternehmensbosse fürchten die Demonstrationen, die schon seit einigen Tagen einen Teil der Metropole lahmlegen. Gleichzeitig fürchten sie eine gewaltsame Unterdrückung der Proteste: "Aus ihrer Sicht hätte ein Militäreinsatz verheerende Folgen auf Hongkong als internationaler Finanz- und Wirtschaftsplatz", sagt Professor Sebastian Heilman, Direktor des China-Instituts Merics in Berlin, der Nachrichtenagentur dpa.

Hongkongs Börse ist die zweitgrößte in Asien und die sechstgrößte der Welt. Knapp die Hälfte aller Unternehmen am Hongkonger Aktienmarkt stammen aus China. Es ist in Asien der zweitgrößte Markt für Beteiligungskapital privater und institutioneller Anleger. 70 der 100 weltweit größten Banken sind in Hongkong tätig. Als größtes Renminbi-Zentrum der Welt spielt der Finanzplatz eine entscheidende Rolle bei der angestrebten Internationalisierung des Yuan (Renminbi), denn die chinesische Währung ist heute noch nicht frei handelbar.

Über Hongkong fließt ausländisches Kapital nach China

Die Hafenstadt mit ihrer kolonialen britischen Tradition ist auf dem Handel aufgebaut. Mit seiner wirtschaftlichen Freiheit und Effizienz nimmt Hongkong weltweit einen Spitzenplatz ein. Es ist bis heute der wichtigste Umschlaghafen für Chinas Außenhandel. Die Kooperation wurde 2003 durch Chinas erstes Freihandelsabkommen massiv ausgebaut. Es wurde zu einer der neuen Triebkräfte für Hongkongs Wirtschaft.

Hongkong spielt auch als Finanzvermittler eine wesentliche Rolle für Festlandchina. Es ist die größte Quelle ausländischer Investitionen. Im südchinesischen Perlflussdelta, einem der größten Motoren der Wirtschaft Chinas, stammen 90 Prozent aller Auslandsinvestitionen aus Hongkong. Häufig wird chinesisches Kapital über Gesellschaften in Hongkong wieder zurück nach China geschleust.

Hongkong legt für China keine goldenen Eier mehr

Mit dem chinesischen Wirtschaftswunder hat sich die Rolle der Metropole allerdings gewandelt. Wer heute Geschäfte mit China macht, muss nicht mehr über Hongkong gehen. Mehrere chinesische Häfen wickeln heute größeres oder ähnliches Volumen wie Hongkong ab. "In wirtschaftlicher Hinsicht hat Hongkong nicht mehr die äußerst starke Stellung als 'Gans, die für Peking goldene Eier legt', wie noch 1997", sagt Professor Heilmann.

Außerdem habe der Aufstieg des Finanzplatzes Shanghai die Bedeutung von Hongkong geschwächt. Der Chinahandel habe sich seit 1997 breit gefächert auf verschiedene Handelsplätze verteilt. Deswegen glaubt der Professor: "In wirtschaftlicher Hinsicht wäre ein militärisches Eingreifen in Hongkong mit den damit verbundenen, voraussichtlich kurzfristigen wirtschaftlichen Rückschlägen für China verkraftbar.

Sanktionen und diplomatische Eiszeit drohen

Dennoch müsste China mit gravierenden wirtschaftlichen und politischen Folgen rechnen. Ein Gewalteinsatz gegen friedliche Demonstranten "hätte international höchstwahrscheinlich wirtschaftliche Sanktionen und ein vorübergehendes Einfrieren der diplomatischen Beziehungen zur Folge", glaubt Heilmann. Es würde definitiv auch Chinas Pläne für den Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) am 10. November über den Haufen werfen. Dazu hat die chinesische Führung die asiatisch-pazifischen Staats- und Regierungschefs nach Peking eingeladen - allen voran US-Präsident Barack Obama.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entdecke Wohnmöbel in der Farbe „Coral Pink“
jetzt auf otto.de
Anzeige
Highspeed-Surfen mit TV für alle: viele Verträge, ein Preis!
jetzt Highspeed-Streamen mit der Telekom
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe