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IWF warnt vor Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise


Deutschland fällt deutlich zurück  

IWF sieht Gefahr einer neuen globalen Wirtschaftskrise

07.10.2014, 19:23 Uhr | dpa

IWF warnt vor Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise . Konjunktur-Experten blicken mit wachsender Sorge in die Zukunft (Quelle: imago)

Konjunktur-Experten blicken mit wachsender Sorge in die Zukunft (Quelle: imago)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor der Gefahr einer neuen globalen Wirtschaftskrise. Die Risiken für die Weltkonjunktur seien in den vergangenen Monaten wieder größer geworden, erklärte die Organisation in Washington. Seine Wachstumsprognose für dieses Jahr korrigierte der IWF erneut deutlich nach unten.

Eine große Sorge sei, dass die Erholung in der Eurozone stagniere. Auch geopolitische Krisen wie in der Ukraine oder in Nahost könnten weit über die betroffenen Gebiete hinaus ökonomischen Schaden anrichten, etwa durch steigende Energiepreise. Riskant sei zudem eine mögliche Überhitzung der Finanzmärkte. Die hohen Börsenkurse würden nicht die Zerbrechlichkeit der wirtschaftlichen Erholung widerspiegeln.

In dem vorgelegten Weltwirtschaftsausblick senkte der IWF seine Prognose des globalen Wachstums für dieses Jahr auf 3,3 Prozent. Im April war der Wert noch 0,4 Prozentpunkte höher. Auch für 2015 korrigierte der Krisenhelfer seine Aussichten nach unten und rechnet nun mit 3,8 Prozent Wachstum. Damit musste der Fonds zum wiederholten Male in Folge seine Erwartungen reduzieren. 

"Die Geschwindigkeit des Wachstums hat in den letzten Jahren enttäuscht", erklären die IWF-Experten. Vor allem in großen Volkswirtschaften werde trotz niedriger Zinsen zu wenig investiert und zu wenig für die Nachfrage getan. Zudem gebe es in zahlreichen Nationen den dringenden Bedarf an Strukturreformen. Die Spätfolgen der großen Rezession vor rund sechs Jahren seien hartnäckiger als bislang gedacht.

Deutschland fällt beim Wachstum deutlich zurück

Auch für Deutschland sieht der IWF nun eine schlechtere Entwicklung als bisher angenommen. So dürfte das Wachstum dieses Jahr lediglich 1,4 Prozent betragen. Das ist eine Absenkung von 0,5 Prozentpunkten seit dem letzten Zwischenbericht der Einrichtung im Juli. 2015 soll die Konjunktur in Deutschland um 1,5 Prozent wachsen. Bisher waren vom Währungsfonds 1,7 Prozent vorausgesagt.

Die IWF-Volkswirte empfehlen der Bundesrepublik öffentliche Investitionen in Infrastruktur, vor allem für die Instandhaltung und Modernisierung. Deutschland habe seinen Staatshaushalt saniert und könne sich solche Ausgaben leisten, ohne Defizitvorschriften des Stabilitätspakts zu verletzen.

Eurozone wächst nur noch um 1,3 Prozent

Für die Eurozone erwartet die Organisation 0,8 Prozent Wachstum in diesem und 1,3 Prozent im kommenden Jahr. Beide Werte wurden deutlich gesenkt. Große Abstriche macht der IWF bei Italien und Frankreich. Die spanische Wirtschaft sieht er dagegen auf einem stabilen Weg. 

"Es besteht das Risiko, dass die Erholung in der Eurozone stagniert", schreibt IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard. Man gehe zwar nicht davon aus und erwarte weiterhin eine langsame Verbesserung der Lage. "Aber sollte dieses Szenario wahr werden, würde es ein großes Problem werden."

Große Schwierigkeiten sieht der internationale Kreditgeber auch wegen der Sanktionen in der Ukraine-Krise weiterhin für die russische Wirtschaft. Auch der einstige Wachstumsmotor Brasilien kämpfe mit einer noch schwächeren Konjunktur als zuletzt erwartet. Weniger Probleme sieht der IWF für China, dessen Wachstum in den kommenden beiden Jahren über sieben Prozent bleiben soll. Auch Indien habe sich nach einer Schwächephase wieder gefangen.

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