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Bitcoins am Ende? Krypto-Währung kämpft mit heftigem Wertverfall


Krypto-Währung am Ende?  

Bitcoins verlieren in 60 Tagen die Hälfte ihres Werts

08.10.2014, 14:48 Uhr | dpa

Bitcoins am Ende? Krypto-Währung kämpft mit heftigem Wertverfall. Wertverfall bei Bitcoins schürt Zweifel an der Digitalwährung (Quelle: dpa)

Wertverfall bei Bitcoins schürt Zweifel an der Digitalwährung (Quelle: dpa)

Die Digitalwährung Bitcoin hat mit einem heftigen Wertverfall zu kämpfen. In den vergangenen zwei Monaten hat sich ihr Wert fast halbiert. Am Wochenende fiel der Preis pro Coin erstmals seit Ende 2013 unter die 300-Dollar-Marke.

Zur Erklärung des Absturzes sagt Steven Englander, Chefstratege der Citigroup -Devisenabteilung: "Die Leute realisieren, dass Bitcoins zwar geeignet sind, den Zahlungsverkehr effizienter zu machen, aber nicht die großen Währungen wie den Dollar ablösen werden." So verlassen viele Bitcoin-Inhaber, die in der Digitalwährung eine Absicherung gegen einen System-Kollaps gesucht haben, den Markt. Dafür spricht auch der parallel erfolgte Preisverfall bei Gold, das ebenfalls als Krisenschutz gilt. Nachdem die Bitcoin-Blase Ende 2013 bei mehr als 1150 Dollar platzte, haben sich auch viele Spekulanten zurückgezogen.

"Bitcoins geht es schrecklich"

Auch Joe Wiesenthal vom Tech-Blog "Business Insider" kommentierte die aktuelle Entwicklung der Krypto-Währung mit den drastischen Worten: "Erinnert sich noch jemand an Bitcoins? Es geht ihnen schrecklich." Gleichzeitig lästerte er über den Kursverlauf seit Juli, dass "Charts nicht hässlicher aussehen" könnten.

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Optimistisch zeigt sich hingegen Nick Spanos, Gründer des Bitcoin Centers, einer Info- und Lobbyeinrichtung im New Yorker Finanzdistrikt: "Das ist nur eine Momentaufnahme, es wird rasch wieder nach oben gehen. Ich habe jeden Tag mit Leuten von Goldman Sachs und anderen Investmentbanken zu tun, die sich für Bitcoins interessieren." Klar ist jedoch auch, dass Spanos als Lobbyist versuchen muss, Zweifel an der Krypto-Währung zu zerstreuen.

Was für die Digital-Währung spricht, ist der Umstand, dass die Infrastruktur des virtuellen Geldprojekts weiter wächst. Automaten, an denen Bitcoins mit etablierten Währungen wie Euro oder Dollar gekauft werden können, verbreiten sich rasant. Mittlerweile gibt es etwa 20 Firmen, die Bitcoin-Automaten herstellen.

Das Geschäft läuft super

Über 120 davon finden sich inzwischen weltweit. Eine der Maschinen steht im Lifestyleladen "Flat128" im schicken New Yorker West Village. Das Geschäft läuft super, sagt Besitzerin Elizabeth DuBois: "Pro Tag wird der Automat etwa 10 bis 20 Mal genutzt."

Von einer Krise sind die Unternehmen der Branche noch weit entfernt. Die auf virtuelle Geldbörsen spezialisierte Firma Blockchain schloss am Wochenende mit 30 Millionen Dollar (umgerechnet 24 Millionen Euro) die bislang größte Finanzierungsrunde der Szene ab. Die Kollegen von Coinbase haben die bekannten Silicon-Valley-Finanziers Andreessen Horowitz im Rücken, die bereits bei Facebook oder Pinterest richtig lagen.

Coinbase arbeitet mit PayPals Sparte BrainTree zusammen, um Bitcoins als Zahlungsmittel zu integrieren. Damit könnte sich die Tür zur boomenden Sharing Economy (systematisches Ausleihen und Teilen) für die digitale Währung weit öffnen - denn Braintree wickelt den Geldverkehr ab für Trendfirmen wie den Bettenvermittler Airbnb, den Fahrdienst Uber oder den Restaurant-Reservierer OpenTable.

21 Milionen Bitcoins - dann ist Schluss

Der Bitcoin ist eine digitale Währung, die im Internet entstand. Sie ist seit 2009 im Umlauf. Bitcoins werden in komplizierten Rechen-Prozessen auf den Computern der Nutzer erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz.

Bitcoins sollen einen Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Wegen geringer Kontrolle und großer Schwankungen sind Bitcoins heftig umstritten. Als Urheber des Bitcoin-Konzepts gilt eine Figur namens Satoshi Nakamoto. Wer sich genau dahinter verbirgt, ist ein Mysterium.

Die Produktion soll bei 21 Millionen Bitcoins eingestellt werden. Bis jetzt wurden 13,35 Millionen erstellt. Die gezielte Verknappung der Geldmenge ist vom früheren Goldstandard inspiriert und soll vor Inflation schützen.

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