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Zalando und Rocket Internet: Aktien auf Talfahrt


Aktien stürzen ab  

Zalando und Rocket Internet: Wertvernichtung in großem Stil

08.10.2014, 15:12 Uhr | AFP, t-online.de

Zalando und Rocket Internet: Aktien auf Talfahrt. Zalando verteilte zum Börsen-Debüt viele Kartons auf dem Frankfurter Parkett (Quelle: dpa)

Zalando verteilte zum Börsen-Debüt viele Kartons auf dem Frankfurter Parkett (Quelle: dpa)

Im Windschatten des weltweit größten Börsengangs durch den chinesischen Internet-Konzern Alibaba zog es wenige Tage später auch Zalando und Rocket Internet an die Börse. Doch während sich die Alibaba-Aktie trotz schwachem Marktumfeld noch recht gut hielt, stürzten die beiden deutschen Werte ab. Zwar sollte die Anlage in Aktien immer langfristig betrachtet werden. Aber die warnenden Stimmen im Vorfeld scheinen Recht zu behalten.

Die Zalando-Aktie konnte am ersten Handelstag (1.10.) von ihrem Ausgabepreis bei 21,50 Euro bis auf 24,48 Euro zulegen, rutschte dann aber wieder zurück. Am Mittwoch, also eine Woche später notierte die Aktie zeitweise bei 17,04 Euro. Wer das Papier vor Börsengang zugeteilt bekam, sitzt also auf Verlusten von rund 25 Prozent.

Rocket-Aktie verliert in einer Woche 35 Prozent

Die Internet-Schmiede Rocket Internet ist seit ihrem Börsendebüt in Frankfurt sogar noch stärker abgestürzt. Nach einem Ausgabepreis von 42,50 Euro fiel der Wert schon am ersten Handelstag (2.10.) auf 37 Euro. Gründer Alexander Samwer zeigte sich von dem Einbruch zunächst wenig beeindruckt. Das Unternehmen habe einen "ganz langfristigen Horizont". Sein Bruder Oliver sagte dem Fernsehsender n-tv am Donnerstag, Rocket Internet sei "nicht fokussiert auf den ersten Preis. Auch nicht auf den Preis der ersten Woche, der ersten Monate."

Am Mittwoch-Morgen kostete die Rocket-Aktie nur noch 31,50 Euro. Die Verluste summieren sich seit Börsenstart in fünf Handelstagen somit auf 35 Prozent.

Hunderte Millionen für Alteigner

Im Windschatten der Alibaba-Aktie auf das Parkett zu gehen, lohnte offenbar nur für die Alteigner. Rocket Internet war seinerseits der größte Börsengang in Deutschland seit zehn Jahren (Postbank). Das Berliner Unternehmen sammelte dadurch 1,6 Milliarden Euro ein. Die Start-up-Schmiede wurde von den Brüdern Alexander, Marc und Oliver Samwer gegründet, die über ihren Fonds Global Founders auch Anteile am Internet-Modehändler Zalando halten. Der Zalando-Börsengang bescherte den Alteignern rund 600 Millionen Euro.

Die Investoren-Brüder konnten ihr Vermögen durch die IPOs auf 3,5 Milliarden Euro vervierfachten, wie das "Manager-Magazin" schreibt. Die Samwers liegen demnach auf Platz 29 der reichsten deutschen Familien. Weit voraus sind ihnen weitere alteingesessene Unternehmer-Familien, etwa die des Lidl-Eigentümers Dieter Schwarz, den Reimanns (JAB Holdings, Reckitt Benckiser), der Familie Herz (Tchibo, Beiersdorf ) sowie den Ottos, Würths und Oetkers.

Aktienkurs als Spiegelbild der Gewinnsituation des Unternehmens

Letztlich sollten immer die Geschäftszahlen eines Unternehmens für oder gegen ein Investment sprechen, empfehlen Börsianer. Zalando etwa - 2008 gegründet - schrieb im vergangenen Jahr noch rote Zahlen. Der Vorstand wollte sich vor dem Börsengang nicht konkret dazu äußern, wann das Unternehmen erstmals ein positives Jahresergebnis einfahren werde. Indirekt schloss er jedoch nicht aus, dass Zalando unter Umständen schon das Jahr 2014 positiv abschließen könnte, nachdem das Unternehmen im ersten Halbjahr einen Nettogewinn geschafft hatte.

Experten warnen indes vor einem Internet-Hype wie zuletzt vor 14 Jahren. "Vorsicht vor einem neuen Neuen Markt. Das ist nichts für sicherheitsbewusste Privatanleger", sagte DSW-Vize-Präsident Klaus Nieding. "Es ist ein spekulatives Investment." Der Kauf von Zalando-Aktien berge große Risiken, sagte Nieding vor dem Börsengang. Noch kritischer sah Nieding den Börsengang von Rocket Internet. Die meisten der betreuten Start-ups schreiben rote Zahlen.

Max Otte: Vorsicht bei Neuemissionen

Wirtschaftsprofessor Max Otte riet in einem Interview mit "Finanzen.net" gar grundsätzlich von Neuemissionen ab. "Die wenigen phantastischen Emissionen bleiben im Gedächtnis haften, das andere vergisst man", so Otte. Konzerne wie eBay, Google oder Amazon blieben im Kopf, die Verlustunternehmen nicht.

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