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Herbstgutachten: Die deutsche Wirtschaft schwächelt immer mehr


Herbstgutachten  

Deutsche Wirtschaft dürfte deutlich weniger zulegen

09.10.2014, 16:05 Uhr | rtr, dpa

Herbstgutachten: Die deutsche Wirtschaft schwächelt immer mehr. In diesem wie im nächsten Jahr erwarten Experten weit weniger Wachstum als bisher angenommen (Quelle: dpa)

In diesem wie im nächsten Jahr erwarten Experten weit weniger Wachstum als bisher angenommen (Quelle: dpa)

Die deutsche Wirtschaft schwächelt immer mehr: Jetzt haben die führenden Wirtschaftsforschungs-Institute ihre Wachstumserwartungen deutlich nach unten korrigiert. Die Konjunktur habe sich merklich abgekühlt, die Nachfrage aus dem In- und Ausland sei derzeit schwach, heißt es in ihrem Herbstgutachten. Im dritten Quartal habe die Wirtschaft sogar stagniert. Als Ursachen nennen die Ökonomen die internationalen Krisenherde, die Schwäche im Inland und die Sanktionen gegen Russland.

Die Forschungsinstitute rechnen für dieses Jahr nur noch mit 1,3 Prozent mehr Wirtschaftsleistung. Im kommenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,2 Prozent steigen. Vor einem halben Jahr hatten die Experten noch 1,9 Prozent für 2014 und zwei Prozent Wachstum für 2015 vorausgesagt. Die Forscher empfehlen der Bundesregierung, die Wachstumskräfte zu stärken: mit einer Senkung der Abgabenbelastung und höheren Investitionen.

"Deutliche Zeichen von Schwäche"

Die Weltwirtschaft wachse nur noch mit einem unerwartet mäßigen Tempo. Insbesondere der Euroraum befinde sich in einer Schwächephase. Die internationalen Krisenherde in Syrien und im Irak, aber auch der weiter schwelende russisch-ukrainische Konflikt trübten die Aussichten zusätzlich ein. "Aber auch die Binnennachfrage zeigt deutliche Zeichen von Schwäche", erklärten die Experten.

Das Konsumklima habe sich zuletzt verschlechtert. Auch die Unternehmensinvestitionen gingen im zweiten Quartal zurück. Wegen der Stagnation im zweiten Halbjahr werde die Auslastung der deutschen Wirtschaft sinken. Das hinterlässt auch Spuren auf dem Arbeitsmarkt: Der Beschäftigungsaufbau verlangsame sich.

Nach dem Auftragseinbruch in der Industrie bekommt auch die Exportwirtschaft die weltweiten Krisen deutlich zu spüren. So hatte kurz vor der Veröffentlichung des Herbstgutachtens das Statistisches Bundesamt berichtet, dass die deutschen Ausfuhren im August so kräftig eingebrochen sind wie seit seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Wie es hieß, sanken die Ausfuhren im August um 5,8 Prozent zum Vormonat. Auch die Importe fielen überraschend um 1,3 Prozent.

"Sand im Getriebe der Weltwirtschaft"

"Das Zusammentreffen gleich mehrerer Krisenherde ist Sand im Getriebe einer prinzipiell auf Wachstum gepolten Weltwirtschaft", erklärte Anton F. Börner, Präsident des Außenhandelsverbands BGA. "Dies führt zu einer nachhaltigen Verunsicherung auf den Märkten und dementsprechend auch zu einem Ausbleiben von notwendigen Investitionen."

Die Gefahren für die Konjunktur im Euroraum sind auch nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin immens. "Die Risiken für den Wirtschaftsausblick im Euro-Währungsgebiet sind nach wie vor abwärtsgerichtet", heißt es im jüngsten Monatsbericht der EZB.

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