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Ölpreise stürzen auf Vierjahrestief - warum Öl immer billiger wird

Rohöl  

Ölpreise stürzen auf Vierjahrestief - weiterer Preisverfall befürchtet

31.10.2014, 12:52 Uhr | rtr, dpa-AFX, t-online.de

Ölpreise stürzen auf Vierjahrestief - warum Öl immer billiger wird. Öl-Schwemme: Ein Fass Rohöl kostet so wenig wie seit vier Jahren nicht mehr (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Öl-Schwemme: Ein Fass Rohöl kostet so wenig wie seit vier Jahren nicht mehr (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht nur an den Aktienbörsen fallen die Preise, auch am Rohöl-Markt geht's seit Wochen kräftig abwärts. Der Preis für die richtungsweisende Rohöl-Sorte WTI sank am Donnerstag zeitweise unter die 81-Dollar-Marke - der tiefste Stand seit Juni 2012. Nordsee-Öl der Sorte Brent kostete sogar so wenig wie zuletzt im November 2010: Im Tagesverlauf kostete ein Barrel (159 Liter) Brent nur noch 82,60 Dollar. Im Sommer mussten noch 115 Dollar bezahlt werden. Auch Heizöl verbilligte sich zuletzt deutlich. Und die Talfahrt könnte noch weitergehen.

Der russische Energiekonzern Gazprom rechnet kurzfristig mit einem weiteren Preisverfall bei Rohöl auf etwa 70 Dollar je WTI-Barrel. "Innerhalb von wenigen Monaten könnten wir 70 bis 75 Dollar sehen", sagte Gustavo Delgado, Chef von Gazprom in Venezuela, am Rande einer Ölkonferenz auf der karibischen Insel Margarita, die zu Venezuela gehört. Die Konjunktursorgen machen dem Ölpreis zu schaffen.

Öl-Nachfrage sinkt - Russland leidet besonders

Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte am Dienstag ihre Prognose für die Öl-Nachfrage in diesem und im kommenden Jahr gesenkt. Die russische Zentralbank rüstet sich mit einem Notfallplan für einen Einbruch des Ölpreises. Russland droht bei einem Preissturz auf 60 Dollar je Barrel (159 Liter) eine tiefe Rezession. Das Öl- und Gasgeschäft macht rund die Hälfte der Staatseinnahmen in dem rohstoffreichen Schwellenland aus. Die Regierung geht bei ihren Haushaltsplanungen von einem Ölpreis von gut 100 Dollar aus.

Das Ölförderland Venezuela hat wegen des Preisverfalls bereits eine Krisensitzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) noch vor dem regulären Treffen am 27. November verlangt. Den USA kommt der Preisrückgang wegen des Drucks auf Russland jedoch ganz gelegen.

Zuviel Öl wegen Fracking

Die USA sind für den derzeitigen Öl-Überschuss mit verantwortlich. Durch die Fracking-Methode wird in den Vereinigten Staaten immer mehr Rohöl zu Tage gefördert. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA beläuft sich die Fördermenge derzeit auf 8,95 Millionen Barrel pro Tag. Dies sei das höchste Volumen seit Juni 1985. Im kommenden Jahr könnten es sogar rund zwölf Millionen Barrel werden. Zugleich trübt sich die konjunkturelle Entwicklung ein, dies lässt eine zukünftig geringere Nachfrage erwarten.

Noch keine Förderkürzungen beschlossen

Die Ölmärkte sorgen sich nach wie vor um ein hohes Angebot, da das Ölkartell Opec auf den Preisverfall von über 20 Prozent seit Juni bisher nicht mit Produktionskürzungen reagiert hat. Beobachter gehen davon aus, dass vor allem der größte Ölproduzent Saudi-Arabien darauf wartet, dass Produzenten mit höheren Kosten zuerst die Produktion drosseln. Dies gilt vor allem für die USA mit ihrer Schieferöl-Produktion.

Auch die Araber wissen: Fracking ist kostspielig. Es lohnt sich nur, wenn Öl teuer ist. Sollte der Ölpreis in Richtung 75 Dollar je Barrel fallen, könnte ein Großteil der neuen Produktion in den USA unprofitabel werden, vermuten Experten.

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Heizöl immer billiger

Für Deutschlands Verbraucher bedeutet der Preisrutsch an den Rohöl-Märkten zunächst jedoch günstige Kaufpreise. An den Tankstellen kostet ein Liter Super fast bundesweit weniger als 1,50 Euro - Tendenz fallend.

Für Benzin und Diesel zahlen Autofahrer übrigens am Abend am wenigsten. Im Tagesverlauf schwanken die Kraftstoffpreise im Schnitt um mehr als 8 Cent pro Liter, zwischen 18.00 und 20.00 Uhr erreichen sie den Tiefststand. Das ergab eine Analyse, für die der ADAC die Preisentwicklung an rund 14.000 Tankstellen in Deutschland von Anfang Oktober 2013 bis Ende September 2014 ausgewertet hat. Nachts ist Benzin und Diesel besonders teuer, im Tagesverlauf geben die Preise dann nach. - Die TankenApp zeigt aktuelle Preise in Ihrer Nähe.

Der Liter Heizöl kostet mittlerweile in einigen Regionen weniger als 72 Cent. So wenig musste zuletzt 2010 bezahlt werden. Sollte man jetzt also Heizöl kaufen? Der stabile Trend animiert potenzielle Käufer abzuwarten, schreiben die Experten von Easyoil. Sobald die Preisentwicklung dreht, dürfte sich eine Bestellwelle über den Handel ergießen. Wer dann dringend Heizöl benötigt, muss sich wohl auf verlängerte Lieferzeiten einstellen.

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