Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Französischer Wirtschaftsminister rudert zurück


"Wir haben nichts gefordert"  

Französischer Wirtschaftsminister rudert zurück

20.10.2014, 17:12 Uhr | AFP, t-online.de

. Bei ihrem Treffen in Berlin demonstrierten Finanzminister Wolfgang Schäuble, der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel Einigkeit. (Quelle: dpa)

Bei ihrem Treffen in Berlin demonstrierten Finanzminister Wolfgang Schäuble, der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel Einigkeit. (Quelle: dpa)

Mit seiner markigen Aussage, dass Deutschland 50 Milliarden Euro zusätzlich an Investitionen aufbringen solle, damit das schwache Wachstum in Europa angekurbelt werde, hatte Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron im Vorfeld seines Berlinbesuchs für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt relativierte der Minister seine Ansage. "Wir haben nichts gefordert", erklärte er in Berlin und betonte vielmehr das gemeinsame Interesse Frankreichs und Deutschlands an mehr Investitionen.

Bei dem Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), zu dem auch der französische Finanzminister Michel Sapin mitgereist war, bemühte sich Macron um Beruhigung der Gemüter. Denn letztlich weiß der erst 36-jährige Minister, dass er kaum in der Position ist, Forderungen zu stellen: Sein Land bekommt das Haushaltsdefizit nicht in den Griff, Paris droht eine Rüge aus Brüssel. Macron aber geht in die Offensive - wie auch in seiner Heimat, die er mit unternehmerfreundlichen Reformen auf Wachstum trimmen will.

Erstmals konkrete Forderungen

"Es ist unser kollektives Interesse, dass Deutschland investiert", hatte Macron in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärt. Und mit Verweis auf die Sparankündigungen der französischen Regierung über die kommenden drei Jahre vorgerechnet: "50 Milliarden Euro Einsparungen bei uns und 50 Milliarden zusätzliche Investitionen bei Ihnen - das wäre ein gutes Gleichgewicht." Für Deutschland wäre das "ohne Probleme mit einer seriösen Haushaltspolitik zu vereinbaren".

Neu sind französische Forderungen nach mehr deutschen Investitionen nicht. Erstmals jedoch wurde im Vorfeld der Beratungen eine konkrete Zahl genannt.

Macron und Sapin berieten mit ihren deutschen Amtskollegen über Investitionen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise. Der smarte Ex-Banker Macron, erst seit Ende August im Amt, ist das neue Aushängeschild des Spar- und Reformkurses von Staatschef François Hollande. Wie viele in dem von Wirtschaftskrise und Rekordarbeitslosigkeit geplagten Frankreich hofft aber auch Macron auf Hilfe vom deutschen Nachbarn.

Macron für Linksflügel Provokation

Emmanuel Macron war Hollandes Berater für Wirtschafts- und Finanzpolitik, bis er völlig überraschend Arnaud Montebourg als Wirtschaftsminister ablöste. Der linksgerichtete Montebourg war nach Kritik am Spar- und Reformkurs der Regierung aus dem Kabinett gejagt worden.

Die Ernennung des früheren Finanzinspektors war ein deutliches Signal: Hollande setzt im Kampf gegen die Wirtschaftskrise auf eine unternehmerfreundlichere Politik, auch gegen Widerstand aus den eigenen Reihen. Für den linken Sozialistenflügel war Macron eine Provokation: Er gilt nicht nur als "sozialliberal", sondern hatte zudem bei der Investmentbank Rothschild eine glänzende Karriere hingelegt.

Kaum Wirtschaftsminister, brachte Macron viele Parteifreunde gegen sich auf: In einem vor seiner Ernennung geführten, aber erst später veröffentlichten Interview stellte er die 35-Stunden-Woche in Frage - und erntete einen Sturm der Empörung. Erst kürzlich eckte er mit der Forderung nach einer neuen Reform der Arbeitslosenversicherung an, der Elysée-Palast beeilte sich zu versichern, dass dies derzeit kein Thema sei. Der junge Minister, so scheint es, würde gerne schneller agieren als sein Förderer Hollande.

Abschlussarbeit über deutschen Philosophen

Macron, der die Kaderschmieden Science Po und ENA absolvierte und über den deutschen Philosophen Hegel eine Abschlussarbeit schrieb, liebt die klaren Worte: Frankreich sei wirtschaftlich gesehen "krank" und daher dringend reformbedürftig, wird der Minister nicht müde zu betonen. Kürzlich stellte er Grundzüge eines neuen Gesetzes vor, mit dem unter anderem die Ladenöffnungszeiten an Sonntagen ausgeweitet und mehr Wettbewerb bei geschützten Berufen wie Apothekern und Notaren geschaffen werden soll.

Bei den Franzosen kommt der stets elegant gekleidete Macron gut an, der mit seinem gewinnenden Lächeln den perfekten Schwiegersohn abgibt und mit seiner 20 Jahre älteren früheren Französischlehrerin verheiratet ist: Einer Umfrage zufolge haben 58 Prozent der Franzosen von ihm eine gute Meinung. In Berlin, wo Haushaltsdisziplin oberste Priorität hat, dürfte Macron sich mit seiner Forderung nach Milliarden-Investitionen dagegen weniger beliebt gemacht haben.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Hardware-Set für 1,- €* statt 140,- €: Magenta SmartHome
zu Magenta SmartHome
Anzeige
„Denim Blue“: Wenn Farbe ins Spiel kommt
gefunden auf OTTO.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018