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Ölpreise sinken - Kraftstoffe und Heizöl werden für Verbraucher billiger

Spritpreise sinken  

Ölpreisverfall erreicht Verbraucher - Kraftstoffe und Heizöl billiger

20.10.2014, 16:28 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Ölpreise sinken - Kraftstoffe und Heizöl werden für Verbraucher billiger. Wegen sinkender Rohölpreise können die Autofahrer sich auf günstigere Spritpreise freuen (Quelle: dpa)

Wegen sinkender Rohölpreise können die Autofahrer sich auf günstigere Spritpreise freuen (Quelle: dpa)

An den Rohöl-Börsen fallen die Preise seit Monaten, nun merken endlich auch die Verbraucher das niedrigere Niveau. An den Zapfsäulen der Tankstellen sind so günstige Preise zu sehen wie seit Jahren nicht mehr. Ein Liter Super-Benzin kostet im bundesweiten Durchschnitt nur noch 1,46 Euro, der Diesel-Preis unter 1,30 Euro je Liter. Heizöl kostet weniger als 75 Euro je 100 Liter. Das ist so viel wie vor vier Jahren.

Der Ölpreis hat sich jahrelang weitgehend in einem Preisband zwischen 100 und 115 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent bewegt. Diesen Korridor hat der Preis Anfang September verlassen und ist im Oktober nochmals kräftig abgestürzt, auf nur noch 85 Dollar.

Saudis drosseln Ölförderung nicht

Die Gründe für den Rohöl-Preisrutsch liegen in erster Linie in einem Angebotsüberschuss. "Die Reaktion der Produzenten lässt auf sich warten", sagt der Hamburger Energieexperte Steffen Bukold. Saudi-Arabien, das innerhalb des Opec-Kartells sonst die Feinsteuerung des Marktes übernommen hat, will nicht allein seine Produktion kürzen. Dahinter steht ein Kampf um Marktanteile in Asien, wo für die Opec-Staaten die einzig wachsenden Absatzmärkte für ihr Öl liegen. Die Nachfrage nach Öl verläuft wegen der verhaltenen Weltkonjunktur zudem flau und kann den Preis nicht stützen.

Mittelfristig ist sogar denkbar, dass wegen des niedrigen Ölpreises nun Ölförderanlagen abgestellt werden, weil sich die Förderung nicht mehr lohnt. Manche Förderanlagen könnten unrentabel werden, wenn der Ölpreis noch weiter fällt und dauerhaft niedrig bleibt. Ob es dazu kommt, ist noch nicht absehbar.

Zudem bekommen viele Förderländer - auch Russland - bei einem Ölpreis deutlich unter 100 Dollar ein Problem mit der Finanzierung ihres Staatshaushalts. Bislang allerdings liegt der durchschnittliche Ölpreis für 2014 immer noch bei 106 Dollar, nach 109 Dollar im Vorjahr. Das ist für die Ölländer noch kein schlechtes Jahr.

Sprit-Branche gibt Preissenkungen nicht voll weiter

Doch während der Brent-Preis seit seinem Hoch im Sommer über 20 Prozent nachgab, tat sich an den Tankstellen lange kaum etwas. Beispiel September: Nach dem Energiepreis-Monitor der European Climate Foundation sind die Preise für Energie-Rohstoffe währungsbereinigt um 1,2 Prozent gefallen und gleichzeitig die Verbraucherpreise für Kraft- und Schmierstoffe aber leicht um 0,4 Prozent gestiegen. "Ein Teil des Anstiegs ist nur so zu erklären, dass fallende Rohstoffpreise nicht eins zu eins auf Verbraucherebene weitergegeben wurden", heißt es in der Mitteilung der Stiftung.

Die Branche bestreitet das: "Der harte Wettbewerb der Tankstellen in Deutschland sorgt dafür, dass der gesunkene Ölpreis über niedrigere Benzin- und Dieselpreise auch bei den Verbrauchern ankommt", sagte ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Berlin.

Weitere Preisrückgänge denkbar

Tatsächlich wird ein Teil des Ölreisrückgangs (in US-Dollar) relativiert, weil der Euro gleichzeitig gegenüber dem Dollar an Wert verloren hat. Für einen Euro bekommt ein Ölimporteur nur noch 1,28 Dollar, das sind 10 Cent weniger als vor ein paar Monaten. Deshalb braucht er mehr Euro, um die gleiche Menge Dollar für den Ölkauf aufzubringen. Fällt der Euro noch weiter, ist das schlecht für den Autofahrer.

Der Ölpreis selbst hat nach unten vielleicht weniger Luft als nach oben. Gibt die Opec bei ihrer nächsten Sitzung im November ein klares Signal, dann kann der Preis auch schnell wieder in den alten Preiskorridor oberhalb von 100 Dollar zurückkehren, meint Ölexperte Bukold.

Besser am Nachmittag tanken

Für Benzin und Diesel zahlen Autofahrer übrigens am Abend am wenigsten. Im Tagesverlauf schwanken die Kraftstoffpreise im Schnitt um mehr als 8 Cent pro Liter, zwischen 18.00 und 20.00 Uhr erreichen sie den Tiefststand. Das ergab eine Analyse, für die der ADAC die Preisentwicklung an rund 14.000 Tankstellen in Deutschland von Anfang Oktober 2013 bis Ende September 2014 ausgewertet hat. Nachts ist Benzin und Diesel besonders teuer, im Tagesverlauf geben die Preise dann nach. - Die TankenApp zeigt die aktuellen Spritpreise in Ihrer Nähe.

Der Liter Heizöl kostet mittlerweile in einigen Regionen weniger als 72 Cent. Wer seinen Heizöltank nun auffüllen muss, bekommt also sehr günstige Preise. Zwar könnte es sogar noch billiger werden. Doch sobald die Preisentwicklung dreht, dürfte sich eine Bestellwelle über den Handel ergießen. Wer dann dringend Heizöl benötigt, muss sich wohl auf verlängerte Lieferzeiten einstellen.

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