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Elf Banken haben EZB-Stresstest angeblich nicht bestanden


Presse-Informationen  

Elf Banken sollen Stresstest nicht bestanden haben

22.10.2014, 16:35 Uhr | dpa-AFX, rtr

Elf Banken haben EZB-Stresstest angeblich nicht bestanden. Neubau der EZB-Zentrale in Frankfurt: Offizielle Stresstest-Ergebnisse am Sonntag (Quelle: dpa)

Neubau der EZB-Zentrale in Frankfurt: Offizielle Stresstest-Ergebnisse am Sonntag (Quelle: dpa)

Die offiziellen Ergebnisse werden erst am Wochenende bekanntgeben. Doch nun ist bereits durchgesickert: Mindestens elf Banken sollen beim europäischen Banken-Stresstest durchgefallen sein. Das würde bedeuten: Sie sind nach Ansicht der Aufsichtsbehörden zu schwach auf der Brust und müssen ihre Kapitalpuffer stärken. Deutsche Banken seien nicht darunter, meldete die spanische Nachrichtenagentur Efe unter Berufung auf Finanzkreise.

Efe räumte allerdings ein, dass die Informationen nur vorläufig seien und sich bis zur Bekanntgabe der offiziellen Ergebnisse des Stresstests noch ändern könnten. Die Hamburger HSH Nordbank galt als größter deutscher Wackelkandidat, hat den Test nach Reuters-Informationen aber wohl bestanden. Auch bei anderen deutschen Geldhäusern dürften Finanzkreisen zufolge keine größeren Kapitallücken zum Vorschein kommen.

Südeuropa-Banken zittern

Insbesondere im Süden Europas sind die Sorgen kurz vor der Bekanntgabe der Ergebnisse am Sonntag hingegen groß. Laut Gerüchten sollen drei griechische Geldhäuser, drei italienische, zwei österreichische, ein zyprisches, ein portugiesisches und möglicherweise ein belgisches betroffen sein. Insgesamt wurden 130 Institute auf Herz und Nieren geprüft, davon 24 aus Deutschland.

Alles Spekulation

Die Europäische Zentralbank (EZB) wies den Bericht offiziell zurück. "Alles zu diesem Zeitpunkt ist Spekulation", sagte eine Sprecherin auf Anfrage. "Die finalen Ergebnisse gibt es an diesem Sonntag." Derzeit hätten auch die Banken selbst noch keine abschließenden Resultate. Sie sollen diese an diesem Donnerstag bekommen, um genügend Zeit für Reaktionen zu bekommen. Endgültig feststehen würden die Zahlen erst, wenn der EZB-Rat diese am Sonntag absegnet. Durchgefallene Institute haben dann sechs bis neun Monate Zeit, um die Lücken zu schließen.

Die EZB prüfte in den vergangenen Monaten im gesamten Euroraum 130 Geldinstitute auf Herz und Nieren. Dabei schaute sie sich zunächst direkt die Bilanzen der Banken an und schickte sie anschließend durch einen Stresstest mit einem simulierten Wirtschaftseinbruch samt Verfall von Immobilienpreisen. Im Kern geht es um die Frage: Verfügen die Institute über genügend eigenes Kapital, um im Fall einer neuen Krise nicht in die Knie zu gehen.

Altlasten werden abgeschrieben

Viele Banken haben angesichts der Tests bereits reagiert. So beschafften sich etwa im zweiten Quartal die Deutsche Bank und die italienischen Monte dei Paschi frische Milliarden über Kapitalerhöhungen. Andere Geldhäuser schrieben Altlasten in ihren Bilanzen radikal ab. Die portugiesische Banco Espírito Santo (BES) wurde bereits im Sommer aufgespalten. Die österreichische ÖVAG wird im nächsten Jahr als Spitzeninstitut des österreichischen Volksbankensektors abgewickelt.

Hintergrund der Prüfungen ist der Start der Bankenaufsicht bei der EZB als Teil der neuen Bankenunion. Die Notenbank in Frankfurt übernimmt am 4. November die zentrale Kontrolle über die 120 wichtigsten Banken in der Währungsunion - und muss dazu genau über den Zustand der Kreditwirtschaft Bescheid wissen. Mit den Checks will die EZB sicherstellen, dass ihr nach der Übernahme der zentralen Bankenaufsicht keine bösen Überraschungen drohen. Mit der Bankenunion will die Politik wieder mehr Vertrauen in die Stabilität des Sektors bringen.

Mit Steuer-Milliarden vor dem Zusammenbruch gerettet

Mit Aufsicht, Stresstests und strengeren Kapitalanforderungen an die Banken werden Lehren aus der Finanzkrise 2008 gezogen. Damals gerieten etliche Institute ins Wanken und wurden zum Teil mit Steuermilliarden vor dem Zusammenbruch gerettet. Die damalige Krise hat auch gezeigt, dass Schieflagen wichtiger Banken das gesamte Finanzsystem lähmen können - zum Beispiel weil das Vertrauen der Banken untereinander verloren geht und sie sich kein Geld mehr leihen. Fachleute sprechen nennen die größeren Banken deswegen auch "systemrelevant".

Dem Stresstest mussten sich unter Leitung der europäische Bankenaufsicht EBA auch andere Großbanken in der EU stellen, die nicht zur Eurozone gehören, beispielsweise im wichtigen Bankenmarkt Großbritannien.

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