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Einzelhandel mit stärkstem Umsatz-Einbruch seit 2007


Stärkster Rückgang seit 2007  

Umsatz im Einzelhandel bricht ein

31.10.2014, 19:10 Uhr | rtr, dpa-AFX

Einzelhandel mit stärkstem Umsatz-Einbruch seit 2007. Der Umsatz des deutschen Einzelhandels ist im September deutlich zurückgegangen  (Quelle: dpa)

Der Umsatz des deutschen Einzelhandels ist im September deutlich zurückgegangen (Quelle: dpa)

Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist im September so stark eingebrochen wie seit über sieben Jahren nicht mehr. Er fiel um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Preisbereinigt (real) fiel das Minus mit 3,2 Prozent sogar noch etwas größer aus. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang von 1,0 Prozent erwartet, nachdem es im August noch zu einem Wachstum von revidiert 1,5 (bisher: 2,5) Prozent gereicht hatte.

Besser sieht das Ergebnis im Vergleich zum September 2013 aus. Hier zogen die Umsätze um 2,9 und real um 2,3 Prozent an. Allerdings zählte der September diesmal einen Verkaufstag mehr. Besonders gut liefen die Geschäfte in Apotheken und mit pharmazeutischen, kosmetischen und medizinischen Produkten, die um 8,2 Prozent wuchsen. Supermärkte und Warenhäuser kamen auf ein Plus von 5,4 Prozent. Der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren brach dagegen um 5,7 Prozent zum Vorjahresmonat ein.

Von Januar bis September nahm der deutsche Einzelhandel 1,8 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum. Der Branchenverband HDE erwartet im Gesamtjahr ein Plus von rund 1,5 Prozent. Für Rückenwind sorgen die gute Lage am Arbeitsmarkt, niedrige Zinsen, steigende Löhne und die geringe Inflation.

Allerdings hatte sich das Konsumklima im September und Oktober jeweils leicht eingetrübt, da internationalen Krisen wie die in der Ukraine die Verbraucher zunehmend verunsichern. Für November zeigt das von den GfK-Marktforschern ermittelte Barometer aber wieder nach oben.

"Handlungsdruck auf die EZB wächst"

"Mit einer Gegenbewegung nach unten war nach dem starken August zu rechnen, aber nicht mit einem solchen Einbruch. Das ist einfach schlecht, weil damit eine Rezession in Deutschland wahrscheinlicher wird. Der Handlungsdruck auf die EZB wächst, wenn es selbst in Europas größter Volkswirtschaft nicht mehr gut läuft", sagte Holger Sandte von der Nordea Bank gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Schulferien haben Ergebnis belastet

"Die Einzelhandelsdaten schwanken oft sehr - in diesem Sommer besonders stark wegen der späten Lage der Ferien. Dazu kommt ein milder Herbstbeginn. Der hat vermutlich dazu geführt, dass die neuen Winterkollektionen in den Geschäften keinen reißenden Absatz gefunden haben. Das dürfte sich in den kommenden Monaten ausgleichen", meinte hingegen Christian Schulz von der Berenberg Bank.

"Trotzdem steht der Konsum in Deutschland auf sehr gesunden Füßen: die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Beschäftigung sehr hoch, die Löhne steigen stark, die Inflation ist niedrig. Auch das Konsumklima trotzt den Turbulenzen in der Ukraine bisher. Der Konsum dürfte eine Stütze der deutschen Konjunktur bleiben."

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