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ADAC zieht sich aus Fernbus-Markt zurück - Deutsche Post übernimmt


Harter Preiskampf  

ADAC zieht sich aus Fernbus-Markt zurück

10.11.2014, 17:01 Uhr | dpa, t-online.de

ADAC zieht sich aus Fernbus-Markt zurück - Deutsche Post übernimmt. Schriftzug "ADAC" dürfte von den gelben Bussen bald verschwinden (Quelle: dpa)

Schriftzug "ADAC" dürfte von den gelben Bussen bald verschwinden (Quelle: dpa)

Der ADAC zieht sich aus dem umkämpften Markt für Fernbusse zurück und beendet seine Beteiligung an dem ADAC Postbus. Die Deutsche Post AG werde die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen, teilte der ADAC in München mit. Für die Kunden ändere sich nichts.

Über den Ausstieg des ADAC war seit Monaten spekuliert worden. Nun wolle sich der Club künftig vor allem auf die "Kernleistungen Hilfe, Rat und Schutz zum Wohle seiner Mitglieder" konzentrieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Der ADAC nutze mit diesem Schritt eine vertraglich vereinbarte Option zum Ausstieg aus dem seit Ende 2013 gemeinsam mit dem Partner Deutsche Post betriebenen ADAC Postbus-Projekt.

Die Deutsche Post wird den Post-Fernbus künftig allein steuern und das Netz ausbauen. Das kündigte Post-Vorstand Jürgen Gerdes in Bonn an. Der Post-Fernbus entwickele sich in einem wachsenden Markt wie geplant und das Unternehmen sei von ihm überzeugt.

Harter Preiskampf

Nach Einschätzung des ADAC hat sich der liberalisierte Fernbusmarkt in den vergangenen Monaten zwar dynamisch, jedoch auch in zunehmendem Maße wettbewerbs- und preisintensiv entwickelt. Der Anspruch des ADAC Postbus, sich in diesem Segment dauerhaft als Qualitätsführer zu positionieren, wäre für den ADAC ohne unternehmerisches Risiko nicht erreichbar gewesen.

Vor diesem Hintergrund haben sich die Gremien des Vereins nach erfolgreich realisierter Markterprobungsphase nun zum strategischen Ausstieg aus dem gemeinsamen Projekt entschieden.

Der Wettbewerb auf dem Fernbusmarkt hatte zuletzt auch andere Anbieter hart getroffen: Erst am Wochenende war bekanntgeworden, dass das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de Insolvenz anmelden musste.

Kleinere Bus-Unternehmen bleiben auf der Strecke

Auch wenn die formalen Gründe für den Insolvenzantrag von DeinBus.de Überschuldung und drohende Zahlungsunfähigkeit sind - die wahre Ursache sei der Preiskampf zwischen den Fernbusanbietern, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Feketija: "In der Branche wird mit harten Bandagen gekämpft."

An Flixbus ist der Autokonzern Daimler beteiligt, der ADAC Postbus trägt seine Geldgeber schon im Namen. "Hinter DeinBus steht kein großer Investor, das ist ein unabhängiger Pionier", sagt Feketija. Einer Studie des Beratungsunternehmens Inges vom September zufolge liegt der Marktanteil von DeinBus.de bei rund zwei Prozent. City2city hatte drei Prozent. Marktführer ist MeinFernbus mit 45 Prozent.

Expansion - koste es, was es wolle

Seit der Liberalisierung des Markts 2013 haben Fernbusse in Deutschland eine rasante Entwicklung genommen. Neun Millionen Menschen stiegen 2013 in einen Fernbus. In diesem Jahr könnten es doppelt so viele werden, schätzt der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer. Bei der Deutschen Bahn hat die neue Konkurrenz Umsatzeinbußen verursacht.

Das Motto bei den Fernbus-Anbietern heißt derzeit: Expansion - koste es, was es wolle. Die Zahl der Strecken wird stetig ausgebaut. Die Buslinien verkehren inzwischen nicht mehr nur zwischen Großstädten, auch kleinere und mittlere Städte werden angesteuert. Das alles zu niedrigen Preisen - das kostet Geld.

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