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Rewe will gegen Tengelmann-Übernahme durch Edeka vorgehen


Juristische Schritte  

Rewe will gegen Tengelmann-Übernahme durch Edeka vorgehen

10.11.2014, 18:39 Uhr | AFP, rtr

Rewe will gegen Tengelmann-Übernahme durch Edeka vorgehen. Rewe will gegen Edeka juristisch vorgehen (Quelle: dpa)

Rewe will gegen Edeka juristisch vorgehen (Quelle: dpa)

Im Lebensmittel-Einzelhandel entsteht durch die geplante Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch den Marktführer Edeka ein zu großer Riese, meint die Supermarktkette Rewe und will dagegen nun gerichtlich vorgehen. "Wir werden alle juristischen Möglichkeiten nutzen, um unsere Interessen zu wahren", sagte Rewe-Chef Alain Caparros der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Der heute schon vorhandene Abstand zwischen den beiden genossenschaftlichen Rivalen Edeka und Rewe wäre beim Zustandekommen der Übernahme nicht mehr aufzuholen, argumentierte er.

Spekuliert Edeka auf eine Ministererlaubnis?

Caparros verwies vor allem auf die drei Regionen, in denen Kaiser's Tengelmann sein Filialnetz betreibt, nämlich im Raum Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Berlin etwa wüchse Edeka nach seinen Berechnungen auf einen Marktanteil von rund 35 Prozent und wäre damit mehr als doppelt so groß wie die Genossen aus Köln.

"Das Kartellamt würde angesichts der jüngsten Sektoruntersuchung seine Glaubwürdigkeit verlieren, würde es die Übernahme so genehmigen", warnte Caparros. Er fürchtet laut Bericht, dass Edeka womöglich auf eine Sondergenehmigung aus ist, eine sogenannte Ministererlaubnis.

Kartellamt wird lange prüfen

Edeka will die 450 Filialen von Kaiser's Tengelmann in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen zum 30. Juni 2015 kaufen. Der Marktanteil entspricht Angaben von Tengelmann zufolge 0,6 Prozent. Der Verkauf ist nur möglich, wenn das Kartellamt ihn genehmigt.

Die Bonner Kartellwächter haben nun theoretisch bis Anfang März Zeit, die Großübernahme zu prüfen. Beide Konzerne hatten bereits signalisiert, dass sie mit einer eingehenden und langen Prüfung durch das Kartellamt rechnen. An deren Ende könnten dann Auflagen wie der Verkauf von Märkten an Konkurrenten stehen.

"Problematischer Trend"

Behördenchef Andreas Mundt hatte erklärt, schon die jetzige Konzentration am Lebensmittelmarkt sei ein Problem. Das Amt hatte Übernahmen im Einzelhandel in den vergangenen Jahren genau unter die Lupe genommen. Zuletzt hatte es große Konzerne vor dem Ausbau ihrer Marktmacht gewarnt.

Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) kontrollierten rund 85 Prozent des Marktes, beklagte Mundt Ende September. Die Großen hätten gegenüber kleinen Konkurrenten deutliche Vorteile beim Einkauf - sie können so die Preise drücken.

Die geplante Übernahme stößt vielerorts auf Kritik. So zeigte sich Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) besorgt und sprach von einem "problematischen Trend". Die Konzentration im Lebensmittelhandel sei bereits "sehr groß". Die Monopolkommission bemängelte die wachsende Verhandlungsmacht der großen Unternehmen in der Lebensmittelbranche.

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