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Burger King kündigt Yi-Ko-Holding nach Hygiene-Skandal


Absprachen missachtet  

Burger King kündigt umstrittenem Franchise-Nehmer

19.11.2014, 17:03 Uhr | t-online.de, dpa

Burger King kündigt Yi-Ko-Holding nach Hygiene-Skandal. Burger King kündigt einem umstrittenen Franchise-Nehmer (Quelle: dpa)

Verhandlungen mit Franchiser gescheitert: Die geschlossenen Burger-King-Filialen bleiben weiter zu (Quelle: dpa)

Die Fastfood-Kette Burger King hat dem umstrittenen Franchise-Nehmer Yi-Ko-Holding fristlos gekündigt. Das sagte Deutschland-Chef Andreas Bork in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Yi-Ko betrieb zuletzt 89 Standorte mit 3000 Beschäftigten. Im Mai hatte die Holding für einen Skandal gesorgt, weil in deren Filialen gravierende Hygienemängel aufgetreten waren. Die betroffenen Restaurants mussten tagelang geschlossen bleiben.

Bork sagte nun, seit Mai habe sich bei Yi-Ko zunächst vieles verbessert, "doch seit dem Sommer gab es wiederholt Verstöße gegen die geschlossenen Vereinbarungen. Daher haben wir gestern alle Verträge fristlos gekündigt."

Dabei ging es jedoch offenbar nicht mehr hauptsächlich um die Hygiene, sondern ums Finanzielle. Bork: "Die Yi-Ko hat Urlaubsgelder und Zuschläge einbehalten, im Krankheitsfall Gehälter erst verspätet ausgezahlt." Das stimme nicht mit den Grundsätzen von Burger King überein. Bei der Hygiene seien zuletzt Standards nicht überall eingehalten worden.

Zukunft der Filialen noch unklar

Außerdem habe sich der eine Chef von Yi-Ko, Ergün Yildiz, wieder ins Tagesgeschäft eingemischt, obwohl etwas anderes vereinbart worden sei. Was mit den betroffenen Filialen geschehen soll, ist Bork zufolge noch unklar. "Wir werden alles dafür tun, möglichst alle Restaurants und die bestehenden Arbeitsplätze zu erhalten."

Im Mai war außerdem bekannt geworden, dass Yi-Ko mit Hilfe eines umstrittenen Anwalts gegen Betriebsräte und langjährige Mitarbeiter vorgegangen war. Die Angestellten waren nicht nach Tarif bezahlt worden. Die Meldungen hatten bei Burger King zu einem starken Umsatzrückgang geführt.

Aufgedeckt wurden die Missstände in der RTL-Sendung "Team Wallraff - Reporter undercover". So seien Burger nach der abgelaufenen Warmhaltezeit umetikettiert und trotzdem noch verkauft worden. Das Unternehmen hatte danach nicht nur die Yi-Ko-Filialen, sondern alle seine rund 600 deutschen Restaurants regelmäßig vom TÜV überprüfen lassen.

Laut Burger King werden fast 100 Prozent der deutschen Filialen im Franchise-Verfahren betrieben. Es gibt 165 Franchise-Nehmer, die insgesamt 25.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Yi-Ko-Holding ist in diesen Zahlen nicht mehr enthalten.

Gewerkschaft sieht Verunsicherung bei Beschäftigten

"Das ist natürlich jetzt eine sehr schwierige Krise für dieses Unternehmen", sagte Guido Zeitler, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), mit Blick auf die Yi-Ko-Holding.

"Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht, damit die Beschäftigten die Klarheit haben, bei wem sie morgen, übermorgen und überübermorgen noch arbeiten", forderte Zeitler. Theoretisch sei es zwar denkbar, dass eine neue Burger-Kette gegründet werde - aber das sei nicht von heute auf morgen machbar. Zugleich liefen Kosten wie Pachten und Gehälter weiter.

Die NGG erwarte nun, dass Burger King den Beschäftigten zur Seite stehe. Es gebe seit gut eineinhalb Jahren massive Kritik an dem Franchise-Nehmer, sagte Zeitler. Dieser habe unter anderem versucht, tarifvertragliche Standards zu senken oder zu missachten. Kranke Arbeitnehmer hätten zudem ihr Geld teils gar nicht oder erst verspätet erhalten: "Wir haben sehr viele arbeitsgerichtliche Auseinandersetzungen mit der Yi-Ko Holding geführt."

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