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Jahresausblick: Soll man jetzt noch in den Aktienmarkt investieren?


Jahresausblick  

Wo die Experten den DAX im Börsenjahr 2015 erwarten

28.11.2014, 10:05 Uhr | rtr, dpa-AFX, t-online.de

Jahresausblick: Soll man jetzt noch in den Aktienmarkt investieren?. Jahresausblick 2015: Wohin die Börsen laufen, steht in den Sternen (Quelle: dpa)

Jahresausblick 2015: Wohin die Börsen laufen, steht in den Sternen (Quelle: dpa)

Noch weiß niemand, wie die letzten vier Wochen des Börsenjahres 2014 laufen werden, da kommen schon die ersten Stimmen zu 2015. Große Sprünge werden meistens nicht erwartet. Doch es gibt auch Optimisten.

Im laufenden Jahr stehen in der DAX-Bilanz trotz zwischenzeitlichem Kursrekord nur gut vier Prozent. "Nur", weil frühere Jahre durchaus zweistellige Zuwachsraten brachten. Auch 2015 können DAX-Anleger kaum auf große Kursgewinne zählen. Analysten und Volkswirte sagen dem deutschen Leitindex, der die 30 größten börsennotierten Unternehmen wie Siemens, Daimler oder die Deutsche Bank enthält, für Ende kommenden Jahres im Schnitt lediglich einen Stand auf dem aktuellem Niveau bei rund 10.000 Zählern voraus.

Bremsklotz schwächelnde Konjunktur

"Der DAX hat jahrelang über seine Verhältnisse gelebt", betont Christian Kahler, Chef-Anlagestratege der DZ Bank. Nach seiner Rally der Jahre 2012 und 2013 übersprang der DAX im laufenden Jahr zwar erstmals die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und kletterte bis auf 10.050 Zähler. Aufs Jahr gerechnet fuhr der Index dennoch nur ein mageres Plus ein.

Kahler sieht das Börsenbarometer Ende 2015 bei 9500 Stellen. Seine Kollegen von der Helaba prognostizieren einen Stand von 9800 Punkten. Die Deutsche Bank traut dem DAX dagegen einen Anstieg auf 11.500 Punkte zu.

Als größten Bremsklotz für den deutschen Aktienmarkt sehen Experten die schwächelnde Konjunktur in der Euro-Zone. "Deutschland dümpelt vor sich hin, Frankreich stagniert und Italien verharrt in der Rezession", diagnostiziert David Kohl, Chef-Volkswirt der Bank Julius Bär in Deutschland. Die europäische Wirtschaft werde 2015 voraussichtlich nur um 0,8 Prozent zulegen, während sich das weltweite Wachstum auf 3,6 Prozent von 3,2 Prozent beschleunige.

Draghi hat kein Allheilmittel

An die in Aussicht gestellten Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) sollten Investoren keine allzu großen Kurshoffnungen knüpfen, warnt Kohl. Der dadurch ausgelöste Kursverfall des Euro verbessere zwar die Wettbewerbssituation der europäischen Unternehmen, gleichzeitig schwächele aber die Nachfrage aus einigen Regionen. Hierzu gehöre unter anderem Russland, das wegen seiner Rolle in der Ukraine-Krise von westlichen Staaten mit Wirtschaftssanktionen belegt wurde. Vor dem Hintergrund des aktuellen Ölpreis-Verfalls müsse auch mit weniger Aufträgen aus den Förderländern gerechnet werden.

Auch Andreas Utermann, der bei Allianz Global Investors (AllianzGI) die Investitionsentscheidungen verantwortet, beurteilt mögliche Wertpapierkäufe der EZB - im Börsenjargon Quantitative Easing (QE) genannt - skeptisch. Japans Rückfall in die Rezession zeige, dass Liquidität kein Allheilmittel sei und nur kurzfristig zur Ankurbelung der Konjunktur tauge. Außerdem erhöhe die ultra-lockere Geldpolitik die Wahrscheinlichkeit größerer Kursausschläge.

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Risiko Wall Street - Chance Euro-Abwertung

Kahler weist auf einen weiteren Risikofaktor hin: "Das große Damokles-Schwert 2015 ist die Entwicklung des US-Aktienmarktes", sagte der DZ-Bank-Experte. Die an der Wall Street gelisteten Papiere seien recht teuer. "Wir sehen da eine gewisse Fallhöhe." Da die Kurse von Dow Jones Industrial, Nasdaq & Co. in den vergangenen Monaten schneller gestiegen seien als die Unternehmensgewinne, müsse in den kommenden sechs bis 18 Monaten mit einem Rückschlag gerechnet werden.

Deutlich optimistischer blickt die Deutsche Bank auf das kommende Börsenjahr. Sie traut dem DAX einen Anstieg von immerhin 16 Prozent zu. Die Experten verweisen auf die positiven Effekte der Euro-Abwertung. Die Gemeinschaftswährung hat 2014 bereits knapp zehn Prozent an Wert verloren und wird sich der Deutschen Bank zufolge in den kommenden zwölf Monaten auf 1,15 Dollar verbilligen.

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Keine Alternative zu Aktien

Außerdem gebe es angesichts der Mini-Zinsen kaum Alternativen zur Geldanlage in Aktien, betont Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Geschäftskunden des Geldhauses.

Anlagestratege Reinhard Pfingsten beim Bankhaus Hauck & Aufhäuser ist ebenfalls optimistisch für deutsche Aktien gestimmt. "Das Umfeld für Aktien bleibt positiv – das gilt insbesondere für Europa", sagte er in einem Interview im "Focus". Er verweist auch auf die attraktiven Ausschüttungen. "Aktien, die Dividendenrenditen von drei Prozent und mehr abwerfen, sind damit im Vergleich zu Rentenpapieren attraktiv."

DAX bald bei 12.000 Punkten?

LBBW-Analyst Berndt Fernow geht davon aus, dass der DAX im Jahresverlauf 2015 die Marke von 11.000 Punkten ins Visier nimmt. In einer Kurzstudie schrieb er: "Mit der Geldpolitik bleibt den Börsen ein stützender Faktor erhalten: Solange die EZB mehr Mittel in den Kreislauf pumpt, als die Realwirtschaft benötigt, steigen die Aktienkurse meistens."

Für Optimismus dürfte seiner Meinung nach auch die konjunkturelle Entwicklung in Amerika sorgen. Die Weltwirtschaft befinde sich unter Führung der USA auf einem soliden Expansionspfad - selbst wenn die Eurozone schwächele und viele Schwellenländer die starke Dynamik des vergangenen Jahrzehnts eingebüßt hätte, erklärte er.

Jochen Stanzl von GodmodeTrader argumentiert mit der Charttechnik für weiter steigende Standardaktien. "Der DAX könnte sogar Potenzial bis über 12.000 Punkte haben", so der Analyst in der vergangenen Woche.

Niedrige Zinsen sind Risiko für Finanzstabilität

Mahnende Stimmen kommen von der Bundesbank. Sie hält die extrem niedrigen Zinsen auf Dauer für ein Risiko für die Finanzstabilität. "Je länger die Phase niedriger Zinsen anhält, umso größer ist die Gefahr, dass es zu Übertreibungen in bestimmten Marktsegmenten kommt", erklärte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch. Anzeichen für ein "übertriebenes Verlangen nach Renditen" gebe es etwa bei Unternehmensanleihen.

Die Lage der deutschen Banken hat sich nach Einschätzung der Bundesbank jedoch verbessert: Die Verschuldung wurde verringert und Kapitalpuffer gestärkt. Doch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret mahnte: "Langfristig müssen die deutschen Banken mehr verdienen, um im Wettbewerb bestehen zu können."

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