Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

OECD-Prognosen für Deutschland und Eurozone deutlich gesenkt


OECD zerstört Wachstumshoffnungen  

Europa könnte zum Bremsklotz für Weltwirtschaft werden

25.11.2014, 14:57 Uhr | AFP, t-online.de

OECD-Prognosen für Deutschland und Eurozone deutlich gesenkt. Euroland-Flagge: Europa wird zum Risiko für die Weltwirtschaft (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Euroland-Flagge: Europa wird zum Risiko für die Weltwirtschaft (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Während hierzulande zuletzt wieder Konjunktur-Hoffnungen keimten, sieht die OECD nun düstere Zeiten kommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa halbiert ihre Wachstumsprognosen für Deutschland und die gesamte Eurozone. Der Euroraum bleibe ein Sorgenkind der Weltwirtschaft.

Die deutsche Wirtschaftsleistung werde im kommenden Jahr um nur noch 1,1 Prozent wachsen, heißt es in einem OECD-Wirtschaftsausblick. Noch im Mai war die Organisation von einem Wachstum von 2,1 Prozent im Jahr 2015 ausgegangen. Für 2014 senkte die OECD ihre Konjunkturprognose für Deutschland von 1,9 auf 1,5 Prozent.

Russland-Sanktionen wirken negativ

Als Grund nennt die OECD eine "flaue Konjunktur und Kreditengpässe in den Krisenländern des Euroraums", die die Nachfrage nach deutschen Industriegütern gesenkt hätten.

Zudem habe die Importnachfrage aus China nachgelassen, die Exporte nach Russland seien gar "drastisch" gesunken. Mitte Oktober hatte auch die Bundesregierung ihre Konjunkturprognosen für 2014 und 2015 deutlich abgesenkt.

Eurozone "sehr, sehr schwach"

Im Euroraum wird die Wirtschaft laut dem OECD-Bericht in diesem Jahr um 0,8 Prozent wachsen. Im Mai hatte die OECD noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent gerechnet. Für 2015 senkte die OECD ihre Prognose von 1,7 auf 1,1 Prozent. Die US-Wirtschaft dürfte dagegen dieses Jahr um 2,2 und kommendes Jahr um 3,1 Prozent wachsen. Für die Weltwirtschaft insgesamt sagte die Organisation 3,3 und dann 3,7 Prozent voraus.

"Die Eurozone ist in gewisser Weise ein Schwachpunkt der Weltwirtschaft", warnte OECD-Experte Christian Kastrop in Paris. Die Eurozone sei weiterhin von einer "sehr, sehr schwachen Entwicklung geprägt". Die französische Wirtschaft wird demnach laut OECD in diesem Jahr um lediglich 0,4 Prozent wachsen und 2015 um 0,8 Prozent.

Strukturreformen im Dienstleistungssektor gefordert

Kastrop sagte, in "Kernländern" der Eurozone gebe es bei den Strukturreformen "deutlich mehr zu tun". Für Deutschland mahnt die OECD an, Regulierungen im Dienstleistungssektor abzubauen. Außerdem müsse Deutschland mehr in Verkehrsinfrastruktur und Bildung investieren. Das würde laut OECD über eine Zunahme deutscher Importe auch anderen europäischen Staaten aus der Krise helfen.

Auch ein von den Wirtschaftsministern Deutschlands und Frankreichs, Sigmar Gabriel (SPD) und Emmanuel Macron, in Auftrag gegebener Expertenbericht stellt laut Medienberichten einen Bedarf nach mehr Investitionen in Deutschland fest.

Für Frankreich schlagen die Experten des Berichts, der am Donnerstag in Paris vorgestellt werden soll, laut dem Magazin "Spiegel" eine Lockerung der 35-Stunden-Woche und eine dreijährige Gehalts-Nullrunde vor. OECD-Experte Kastrop sagte, die Vorschläge würden "in die richtige Richtung gehen".

An Rezession vorbeigeschrammt

Am Dienstag wurden auch rückblickende zahlen veröffentlicht. Demnach ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal vor allem wegen der Ausgaben der privaten Haushalte und des Staats leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe von Juli bis September um 0,1 Prozent zugelegt, bestätigte das Statistische Bundesamt seine vorläufigen Berechnungen. Demnach legten die Ausgaben der privaten Haushalte um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu und die Konsumausgaben des Staates um 0,6 Prozent.

Eine weitere Stütze der Wirtschaft war den Statistikern zufolge der Außenhandel. Im Vergleich zum zweiten Quartal wurden 1,9 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert. Die Importe nahmen um 1,7 Prozent zu.

Wäre das BIP auch in den Monaten Juli bis September zurückgegangen, hätten Volkswirte von einer leichten Rezession gesprochen. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs Europas größte Volkswirtschaft im Sommer preisbereinigt um 1,2 Prozent.

US-Wirtschaft wächst kräftiger

Ganz andere Zahlen kamen heute aus den USA. Demnach ist die dortige Wirtschaft im dritten Quartal kräftiger als erwartet gewachsen. Nach Regierungszahlen stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um satte 3,9 Prozent. Dieser Wert ist auf das Jahr hochgerechnet und gibt an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. Eine erste Schätzung hatte bei 3,5 Prozent gelegen. Bankvolkswirte waren eigentlich davon ausgegangen, dass dieser Wert auf 3,3 Prozent herabgesetzt wird.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal