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Opec-Kartell im Kalten Krieg um den Ölpreis: Sinkt der Spritpreis?

Spritpreise weiter runter?  

Opec-Kartell mitten im Kalten Krieg um den Ölpreis

26.11.2014, 15:53 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Opec-Kartell im Kalten Krieg um den Ölpreis: Sinkt der Spritpreis?. Die Ölförderung lohnt sich für die klassischen Exportländer derzeit immer weniger (Quelle: AP/dpa)

Die Ölförderung lohnt sich für die klassischen Exportländer derzeit immer weniger (Quelle: AP/dpa)

Wenn sich die Mitgliedsländer des Ölförder-Kartells Opec am Donnerstag in Wien treffen, steht das beherrschende Thema fest: Der Ölpreis sinkt immer weiter, vor allem, weil es auf dem Weltmarkt ein Überangebot gibt. Dennoch rätseln selbst langjährige Opec-Beobachter darüber, wie die Organisation Erdöl exportierender Länder auf den Preisverfall reagieren wird und ob sie beispielsweise die Förderung drosselt.

Börsianer glauben, dass die Wahrscheinlichkeit hierfür eher gering ist. Der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi betonte, dass sich der Preis "irgendwann von selbst" stabilisieren wird. "Damit hat er eine Förderkürzung faktisch ausgeschlossen", urteilte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch.

Am Dienstag bereits hatten sich die beiden Opec-Staaten Saudi-Arabien und Venezuela, sowie Russland und Mexiko nicht auf einen geringeren Ausstoß einigen können. Die Teilnehmer verständigten sich lediglich darauf, in drei Monaten wieder zusammenzukommen.

Al-Naimis Kollege Suhail bin Mohammed al-Mazroui aus den Vereinigten Arabischen Emiraten warnte in einem Reuters-Interview davor, in Panik zu verfallen. Er sieht stattdessen die Nicht-Opec-Staaten in der Pflicht. "Das Überangebot kommt nicht von der Opec", sagte al-Mazroui.

Saudis gegen weniger Förderung

Saudi-Arabien verkauft derzeit lieber eine konstante Ölmenge zu sinkenden Preisen, als die Förderung mit ungewissen Auswirkungen zu kürzen. Denn steigende Preise aufgrund eben solcher Kürzungen haben in der Vergangenheit den Ölpreis durchaus nach oben getrieben. Sie haben damit aber auch schwierige Lagerstätten interessant gemacht, die vorher nicht rentabel auszubeuten gewesen wären. Das Kartell hat sich seine Konkurrenz sozusagen selbst herangezüchtet.

USA fluten den Weltmarkt mit Schieferöl

Eine dieser Quellen der jetzigen Rohöl-Schwemme liegt in den USA, die den Rohstoff mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Technologie aus Schiefergestein herauslösen und damit neue Vorkommen erschließen. Einer der Hauptleidtragenden des Ölpreis-Verfalls ist Russland, das wegen der Ukraine-Krise im Clinch mit den USA liegt. Das Treffen der Opec hat somit eine weltpolitische Dimension. Saudi-Arabien - ein wichtiger Verbündeter der USA - hat Ölminister al-Naimi zufolge allerdings kein Interesse daran, Öl als politische Waffe einzusetzen. "Hier geht es nur ums Geschäft", sagte er.

Aktuell kostet ein Barrel (159 Liter) der richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee etwa 77,30 Dollar. Ein Fass des US-Öls WTI ist sogar schon für 73,70 Dollar zu haben. Seit Juni sind die Preise um gut ein Drittel gesunken - und vor dem Opec-Treffen knickten sie ein weiteres Mal ein. Autofahrer und Heizöl-Käufer tanken derzeit so günstig wie lange nicht.

Ölländer brauchen höhere Preise für ihre Haushalte

Das schmerzt vor allem Russland, das rund 40 Prozent seiner staatlichen Einnahmen aus dem Öl-Export bezieht. Dem Land gehen durch den Ölpreis-Verfall nach eigenen Angaben bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich durch die Lappen. Im Haushaltsplan für 2014 rechnet die Regierung mit einem durchschnittlichen Preis von 104 Dollar je Barrel. In Moskau ist daher längst von einem Komplott die Rede.

Leonid Fedun, Miteigentümer der russischen Ölfirma Lukoil, verweist dabei auf einen Besuch von US-Präsident Barack Obama in Riad im März: Obama habe den König von Saudi-Arabien inmitten der Ukraine-Krise getroffen, um ihn zur Kooperation zu drängen. Von offizieller Seite wird diese Theorie allerdings nicht bestätigt. Auch der Iran hat seinen beiden Feinden USA und Saudi-Arabien konspirative Absprachen vorgeworfen, die sich gegen die Wirtschaft des Landes richteten.

"Bilde ich mir das ein, oder haben wir es mit einem globalen Ölkrieg zu tun, mit den USA und Saudi-Arabien auf der einen Seite und Russland und dem Iran auf der anderen?", schrieb kürzlich der "New York Times"-Kolumnist Thomas Friedman. US-Außenminister John Kerry goss zuletzt noch etwas Öl ins Feuer. Als man ihn bei einem Besuch in Riad im September nach der Bedeutung des Ölpreises für den russischen Haushalt fragte, lächelte er und sagte: "Die Saudis sind sich ihrer Fähigkeit, die Preise auf dem Welt-Ölmarkt zu bestimmen, sehr, sehr genau bewusst."

Will Saudi-Arabien Konkurrenz aus dem Markt drängen?

Doch auch für die USA könnte der sinkende Ölpreis über kurz oder lang zum Problem werden. Denn die Schieferölproduktion ist kostspielig. Das "schwarze Gold" muss mit hohem technischem Aufwand aus Schiefergestein gelöst werden. Mehrere US-Produzenten haben signalisiert, dass sie profitabel bleiben können, wenn sich die Preise über 70 Dollar behaupten.

Die zwölf Mitgliedsländer der Opec (Quelle: dpa)Die zwölf Mitgliedsländer der Opec (Quelle: dpa) Die Internationale Energiebehörde IEA rechnet damit, dass die Investitionen in die US-Schieferölproduktion im nächsten Jahr um rund zehn Prozent sinken. Einige Experten vermuten daher, dass Saudi-Arabien mit seiner Ölpolitik auch die wachsende Konkurrenz in den USA unter Druck setzen will. Denn der wichtigste Opec-Staat kann Insidern zufolge bis zu ein Jahr lang Preise von 70 bis 80 Dollar verkraften.

Saudi-Arabien steht für etwa ein Drittel der Opec-Produktion, die wiederum ein Drittel der weltweiten Ölförderung ausmacht. Zwölf Ölländer haben sich in der Opec zusammengeschlossen. Sie beraten regelmäßig über ihre Produktionsziele, die derzeit bei rund 30 Millionen Barrel pro Tag liegen.

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