Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Bahn-Chef fährt Fernbus: zu unbequem, zu spät am Ziel


Konkurrenz getestet  

Bahn-Chef lässt kein gutes Haar an Fernbussen

03.12.2014, 15:33 Uhr | AFP, t-online.de

Bahn-Chef fährt Fernbus: zu unbequem, zu spät am Ziel. Selbst-Experiment mit der Konkurrenz: Bahn-Cheh Rüdiger Grube (Quelle: dpa)

Selbst-Experiment mit der Konkurrenz: Bahn-Cheh Rüdiger Grube (Quelle: dpa)

Bahn-Chef Rüdiger Grube wollte es wissen und hat die derzeit schärfste Konkurrenz seines Unternehmens selbst getestet. Mit einem Fernbus fuhr er von Hamburg nach Berlin, "inkognito", wie er der "Süddeutschen Zeitung" sagte. "Ich wollte mal ausprobieren, wie das genau funktioniert, von Anfang bis zum Ende." Doch wie wohl zu erwarten war, fällt sein Urteil nicht gerade gut aus: Er habe die Fahrt ziemlich unbequem gefunden, der Bus habe zudem eine Stunde Verspätung gehabt.

Grube habe sich zuvor auf seinem Smartphone über das günstigste Ticket informiert. "Am Ende saß ich morgens um sieben mit elf weiteren Fahrgästen im Bus." Für die Fahrt habe er zwölf Euro gezahlt.

"Wir machen kein Dumping"

"Das ist Wahnsinn", habe er über den vergleichsweise niedrigen Preis gesagt. Den Anbieter koste jeder Kilometer Fahrt 1,50 Euro, bei knapp 300 Kilometern von Hamburg nach Berlin seien das 450 Euro. "Wenn aber zwölf Personen jeweils zwölf Euro für ein Ticket zahlen, macht der Bus nur 144 Euro Umsatz", rechnete Grube vor. Er schreibe also 300 Euro Verlust.

Es sei nicht verwunderlich, dass drei Anbieter bereits wieder aus dem Markt ausgeschieden seien. Auch die Bahn, selbst der drittgrößte Fernbusanbieter in Deutschland, erreiche hier "nur mit großer Mühe eine schwarze Null". Die Bahn werde sich nicht auf einen Preiskampf einlassen, sagte Grube: "Wir machen kein Dumping!"

Erst am Dienstag wurden die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, für die der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Fernstrecken-Fahrten mit der Bahn, Fernbussen und dem privaten Pkw unter die Lupe genommen hat. Vor allem preislich, aber auch beim geringeren CO2-Ausstoß, schnitten Fernbusse dabei besser ab als die Bahn. Die Bahn punktete hingegen bei der kürzeren Reisezeit, aber beispielsweise auch bei der kostenlosen Kindermitnahme.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
70 Jahre: jede Woche neue Geburtstagsdeals entdecken
jetzt auf otto.de
Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal