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Lufthansa baut Billig-Sparte "Eurowings" trotz Streik aus

Gegen Piloten-Widerstand  

Lufthansa baut ihre Billig-Sparte aus

03.12.2014, 17:23 Uhr | rtr, dpa

Lufthansa baut Billig-Sparte "Eurowings" trotz Streik aus. Neue Eurowings-Billigflieger von der Lufthansa starten Ende 2015 (Quelle: dpa)

Neue Eurowings-Billigflieger von der Lufthansa starten Ende 2015 (Quelle: dpa)

Die Lufthansa boxt ihre neue Billigfluglinie gegen den Widerstand der Piloten durch. Unter dem Namen "Eurowings" soll die Airline Ende 2015 auch entfernte Ziele ab Köln anbieten - etwas Flüge zu Badezielen wie Florida, wie Konzernchef Carsten Spohr sagte. Mit billigerem Personal soll Eurowings Billigfliegern wie Ryanair Paroli bieten. Die gerade erst etablierte Marke Germanwings wird wohl nach und nach verschwinden. Die Lufthansa-Aktie gehörte heute zu den größeren Gewinnern im DAX.

Das Vorhaben ist den Piloten ein Dorn im Auge, weil die Cockpits der neuen Flieger nicht mehr mit teuren Konzernpiloten besetzt werden. Die Flugzeugführer fürchten um ihre Karrierechancen und versuchen, Spohrs Pläne zu Fall zu bringen. Für Donnerstag kündigten sie den nächsten Streik an - den bereits zehnten Ausstand in diesem Jahr.

Grünes Licht vom Aufsichtsrat

Trotz aller Widerstände gab der Aufsichtsrat grünes Licht für das Vorhaben - auch mit Stimmen von Arbeitnehmer-Vertretern, wie die Agentur Reuters von einem Insider erfuhr. Als Partner für den Betrieb habe der Charterflieger Sun-Express - ein Joint-Venture der Deutschen mit Turkish Airlines - den Zuschlag erhalten, sagte Spohr.

Die Pilotengewerkschaft Cockpit fürchtet, bei dem neuen Kurs außen vor zu bleiben und geht deshalb - und für ihre betrieblichen Frührente - auf die Barrikaden. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat für Donnerstag zu einem neuen Streik auf Langstrecken- sowie Frachtflügen ab 03.00 Uhr bis Mitternacht aufgerufen. Wegen des Ausstands annulliert die Lufthansa jeden zweiten Interkontinental-Abflug. Bei Lufthansa Cargo fällt ein Drittel der Flüge aus.

Bis zu 40 Prozent günstiger als Lufthansa

Einlenken will Spohr aber nicht. "Wir haben grundsätzliche Weichenstellungen für die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa zu treffen, weshalb wir mit den Streikkosten leben müssen", sagte der seit Mai amtierende Lufthansa-Chef. Nach Aussagen von Personalchefin Bettina Volkens hat der Konzern Cockpit eine Schlichtung vorgeschlagen, um den seit April tobenden Tarifkampf beizulegen. Ein Antwort sei noch nicht eingetroffen.

Auch auf Europa-Flügen baut die Lufthansa ihr Billigkonzept aus - unter dem gleichen Namen. Hier soll Eurowings bis 2017 mit 23 Airbus A320 in die Luft gehen. Vorgabe ist, dass die Tochter bis zu 40 Prozent günstiger fliegt als die große Lufthansa. Piloten, die nach dem teueren Konzerntarifvertrag bezahlt werden, sollen auch hier nicht zum Einsatz kommen.

Germanwings solle weiter fliegen

Unklar ist damit die Zukunft des erst vor einem Jahr mit großem Aufwand ausgebautem Billigablegers Germanwings, der die Inlands- und Europa-Flüge abseits der beiden Drehkreuze Frankfurt und München von der Lufthansa übernimmt. Die Airline arbeitet aus Sicht des Managements aber noch mit zu hohen Kosten, um wirklich mit Rivalen wie Ryanair auf Augenhöhe zu konkurrieren. Germanwings fliegt nach Aussagen von Spohr zwar weiter, doch soll der Marketing künftig über Eurowings laufen.

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