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So sollten sich Fondsanleger in Niedrigzins-Zeiten verhalten

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Strafzins der EZB  

So kontern Fondsanleger die Negativzinsen

04.12.2014, 14:08 Uhr | Von Jürgen Lutz für t-online.de

So sollten sich Fondsanleger in Niedrigzins-Zeiten verhalten. Die Strafzinsen für Banken könnten über Umwegen auch Fondsanleger erreichen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Strafzinsen für Banken könnten über Umwegen auch Fondsanleger erreichen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fondsanleger müssen bald mit noch höheren Kosten als bisher schon rechnen. Schuld daran sind die negativen Einlagenzinsen der EZB, die einige Depotbanken nun an die Fondsgesellschaften weitergeben. Doch es gibt Alternativen.

Mit der Einführung von Negativzinsen für Banken hat die Europäische Zentralbank (EZB) ein Tabu gebrochen: Im Juni verkündete Notenbankpräsident Mario Draghi, dass Banken für Einlagen bei der EZB einen Zins von 0,1 Prozent im Jahr zahlen müssen. Bereits im September wurde der Satz auf 0,2 Prozent erhöht. Mit diesem Strafzins will Draghi die Konjunktur ankurbeln.

Hintergedanke: Wenn Banken für ihre EZB-Einlagen bluten müssen, werden sie mehr Kredite ausgeben, um eben dies zu vermeiden – und das soll die Wirtschaft im Euro-Raum beleben. 

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Auch private Sparer können auf Umwegen von Strafzinsen betroffen sein 

Sparern und Anlegern wurde von der Bankenlobby stets signalisiert, dass sie von diesem Strafzins nicht betroffen sein würden. Doch das stimmt so nicht: Zum einen trifft es Unternehmen, die ihre Liquidität parken müssen, sowie vermögende Privatkunden, die ab einer bestimmten Größenordnung Zinsen zahlen "dürfen", wenn sie ihrer Bank Geld leihen!

Zum anderen leistet Otto Normalanleger seinen Obolus, wenn er eine Lebensversicherung bespart oder Investmentfonds kauft. Der Grund dafür: Von institutionellen Kunden wie Lebensversicherern und Fondsgesellschaften verlangen die Banken durchaus, dass sie sich an der Zahlung des EZB-Strafzinses beteiligen. "Wer glaubt, dass diese Kosten nicht an den Endkunden weitergegeben werden, ist naiv", sagt Michael Dutz von der bankenunabhängigen Vermögensverwaltung Adlatus AG in Chemnitz.

Depotbanken holen sich Gebühren von den Kunden

In der Tat planen große Depotbanken, Minuszinsen, die sie selbst an die EZB zahlen, von den Fonds zu verlangen, wenn diese Euro-Barmittel bei ihnen parken. So hat "Euro am Sonntag" in einer Umfrage herausgefunden, dass etwa die Bank of New York (BNY) Mellon den Negativzins der EZB von minus 0,2 Prozent bereits an die Fonds weiterreicht, wenn diese Euro auf den BNY-Konten parken. Auch State Street will nach Angaben eines Sprechers bald Negativzinsen einführen.

"Gut möglich, dass die anderen Platzhirsche unter den deutschen Depotbanken sich ähnlich entscheiden", glaubt Vermögensverwalter Michael Thaler von TOP Vermögen in München. Dazu gehören etwa BNP Paribas, DZ Bank und JP Morgan.

Gesamtkostenquote von Fonds steigt 

Auch Fondsanleger werden davon betroffen sein. Denn die anfallenden Zinsen dürften die Gesamtkostenquote – die Total Expense Ratio (TER) – der Fonds weiter erhöhen. Schon jetzt bewegt sich die jährlich anfallende TER vieler aktiv gemanagter Produkte zwischen 1,5 und 2,0 Prozent, wie die Fondsratingagentur Morningstar ermittelt hat. Das gilt vor allem für die bei Anlegern sehr beliebten Mischfonds, die gleichzeitig in Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen investieren können. Diese Gebühr muss erst einmal verdient werden, bevor einem Anleger der erste Euro an Gewinn zufließt.

Finanzexperte Dutz geht davon aus, dass Fonds mit ohnehin magerer Rendite am meisten betroffen sein werden. Dazu zählen nach seiner Einschätzung Geldmarktfonds, schlechte Rentenfonds sowie Immobilienfonds, die zur Auszahlung von Kunden eine recht hohe Cash-Quote halten müssen. 

Treffen könnte der negative Einlagenzins aber auch flexible Mischfonds, die damit werben, bei einer Baisse am Aktienmarkt bis zu 100 Prozent des Fondsvermögens im Geldmarkt zu parken, um Kursverluste zu vermeiden: "Entweder fallen dafür Zinsen bei den Depotbanken an – oder das Geld wird in sichere, kurzlaufende Anleihen investiert. Das drückt deren Rendite und senkt die Erträge", so Dutz.

Eigene Fonds und ETF regelmäßig überprüfen

Gleichwohl gibt es mehrere Alternativen für Anleger. So empfiehlt der Adlatus-Mann erfahrenen Anlegern Indexfonds: Sie können mit ETFs ein Aktien- und Anleihen-Depot zusammenstellen. "Physisch replizierende ETFs sind stets komplett in den Märkten investiert. Dadurch fallen keine Zinsen für Depotbanken an. Die jährlichen Kosten liegen bei nur 0,2 bis 0,4 Prozent", wirbt Dutz.

Michael Thaler dazu: "Eine Option sind aktiv gemanagte Mischfonds, die über Jahre hinweg ihre Vergleichsmärkte deutlich hinter sich gelassen haben – auch risikoadjustiert." Zu diesen Fonds zählt der Vermögensverwalter etwa den M&G Optimal Income oder den Ethna-Aktiv. Das Problem: Niemand weiß, ob diese Fonds auch in Zukunft besser abschneiden werden als der breite Markt.

Anleger, die auf aktiv gemanagte Fonds setzen wollen, sollten daher regelmäßig (etwa einmal jährlich) prüfen, wie ihre Fonds sich in der Vergleichsgruppe behaupten. Morningstar bietet beispielsweise derartige Vergleiche auf seinen Internetseiten. Die Überprüfung gebietet sich natürlich auch bei passiven Indexfonds.

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