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Bad Bank der HRE: Deutsche Steuerzahler finanzieren US-Bank Goldman Sachs


Bad Bank der HRE  

Deutsche Steuerzahler finanzieren US-Bank Goldman Sachs

07.12.2014, 13:00 Uhr | t-online.de

Bad Bank der HRE: Deutsche Steuerzahler finanzieren US-Bank Goldman Sachs. Goldman-Chef Lloyd Blankfein kann sich über billiges Geld aus Deutschland freuen (Quelle: Reuters)

Goldman-Chef Lloyd Blankfein kann sich über billiges Geld aus Deutschland freuen (Quelle: Reuters)

Der deutsche Steuerzahler unterstützt die US-Investmentbank Goldman Sachs beim Erwirtschaften ihrer Milliardengewinne. Hintergrund ist ein alter Vertrag von Goldman mit der inzwischen verstaatlichten Pleitebank Hypo Real Estate (HRE) und ihrem irischen Ableger Depfa. Aufgrund dessen kann sich die US-Bank bei der Bad Bank FMS Wertmanagement (FMSW) bis zu fünf Milliarden Dollar zu sehr günstigen Konditionen leihen, schreibt der "Spiegel" vorab.

Die Regelung gilt demnach noch bis zum Jahr 2036. Der Steuerzahler müsse für mögliche Verluste der Bad Bank aufkommen.

Die FMSW wickelt die Altlasten von HRE und Depfa ab, wozu auch der Goldman-Vertrag aus dem Jahr 2006 zählt. Für die Kreditlinie der Depfa muss Goldman demnach nur Zinsen von 0,1 Prozentpunkten über dem Referenzzinssatz Libor zahlen, derzeit also rund 0,3 Prozent.

Ziemlich sicherer Gewinn - für Goldman

Ein Finanzexperte rechnete dem "Spiegel" vor, dass Goldman allein durch das Weiterverleihen zu Marktbedingungen 150 Millionen Dollar pro Jahr verdienen könne. Zwar müsse Goldman dafür Wertpapiere als Sicherheit einreichen, dazu gehörten jedoch auch strukturierte Produkte, deren Wert die US-Bank selbst bestimmen könne.

"Das ist, als ob jemand, der eine Hypothek aufnimmt, allein den Wert des Hauses bestimmt, das dafür als Sicherheit dient", sagte ein Kenner des Geschäfts dem "Spiegel". Goldman nutze die Bad Bank als "extrem lukrativen Parkplatz für strukturierte Finanzprodukte", heiße es im Umfeld der FMSW, an die die Kreditlinie 2012 übertragen wurde.

Die FMSW habe damals vergeblich versucht, Goldman zu einer Kürzung der Laufzeit oder des Kreditvolumens zu bewegen. Doch die Bank stellte sich taub: "Die ursprüngliche Transaktion wurde 2006 zwischen professionellen Marktteilnehmern zu einem marktüblichen Preis vereinbart."

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