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Ölpreis im freien Fall: Ölmarkt könnte aus den Fugen geraten


Prognosen gesenkt  

Ölpreise sind im freien Fall

09.12.2014, 16:10 Uhr | mmr, rtr, dpa-AFX, t-online.de

Ölpreis im freien Fall: Ölmarkt könnte aus den Fugen geraten. Seit Ende Juni 2014 kennt der Brent-Ölpreis nur eine Richtung: Abwärts. Nun auf dem Niveau von 2009 angekommen. (Quelle: investing.com)

Seit Ende Juni 2014 kennt der Brent-Ölpreis nur eine Richtung: Abwärts (Quelle: investing.com)

Der Verfall der Ölpreise nimmt immer dramatischere Züge an: An den Terminmärkten stürzten die Notierungen für Nordseeöl der Sorte Brent am Dienstag zeitweise auf 65,40 Dollar je Barrel (159 Liter) ab. Ende Juni stand der Ölpreis noch bei 115 Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete im Tief 62,50 Dollar. Beide Ölsorten waren damit so günstig wie zuletzt im Oktober und Juli 2009. Zwar erholten sich die Preise dann leicht. Doch Analysten erwarten in den kommenden Monaten weitere Verluste.

Die Experten von Morgan Stanley haben ihre Prognose für den durchschnittlichen Brent-Preis für 2015 und 2016 drastisch auf nur noch 70 und 88 Dollar von zuvor 98 und 102 Dollar gesenkt. Ohne eine Intervention der Opec könnten die Märkte aus den Fugen geraten. Das Überangebot dürfte im zweiten Quartal 2015 einen Höchststand erreichen. In der Spitze könnte der Preis bis auf 43 Dollar je Fass sinken. Der Chef von Exxon brachte gar ein Preisniveau von 40 Dollar ins Spiel (vgl. Chart oben).

US-Fracking-Produktion muss sinken

Das Öl-Kartell mit Saudi-Arabien an der Spitze hatte im November beschlossen, den Preis nicht - wie häufig in der Vergangenheit - durch Fördersenkungen zu stützen. Am Montag folgte laut Medienberichten der Irak mit einer Preissenkung. Das beschleunigte die Talfahrt der Ölpreise. Hinzu kamen die Käufe von spekulativ ausgerichteten Investoren. Nachdem zuletzt auf steigende Kurse gewettet wurde, müssten diese Anleger ihre Positionen wieder ausgleichen, da die Preissteigerungen ausblieben.

Wichtigster Aspekt bleibt jedoch das Überangebot an Rohöl. Um dieses zu reduzieren, sind nun nach Einschätzung der Commerzbank die Nicht-Opec-Länder gefragt: "Der Schlüssel hierfür liegt in der Schieferöl-Produktion in den USA." Noch aber gebe es keinen sichtbaren Rückgang der Ölbohrungen dort. Im Gegenteil: Die Zahl der aktiven Ölbohrlöcher sei in der letzten Woche sogar leicht gestiegen.

Selbst robuste Konjunkturdaten aus den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, und kräftige Ölimporte Chinas zeigten am Ölmarkt kaum Auswirkungen, hieß es in einer Analyse der Commerzbank. "Kurzfristig wird die Nachfrage kaum so stark zulegen können, um das im kommenden Jahr drohende massive Überangebot auszugleichen."

Russland unter Druck

Seit Juni hat sich der Preis für Nordseeöl um über 40 Prozent verringert. Neben der Überproduktion - vor allem in Nordamerika - machen Börsianer die schwache Konjunktur in Europa und China verantwortlich.

Viele Beobachter vermuten aber auch politische Gründe hinter der Preisentwicklung. Denn einer der größten Verlierer des Preisverfalls ist Russland, das rund 40 Prozent seiner staatlichen Einnahmen aus dem Öl-Export bezieht. Entsprechend gaben die Aktienkurse in Moskau weiter nach. Auch der Rubel setzte seine Talfahrt fort und verlor am Dienstag weiter.

"Der Ölpreis wird 2015 auf 75 Dollar steigen"

Aymeric Francois von Investec Asset Management glaubt, dass die Talsohle nun durchschritten ist. "Nach der Entscheidung der vergangenen Wochen glauben wir, dass die Ölpreise überkorrigiert haben und dass der Tiefpunkt nun bald erreicht werden wird", sagte er in einem Interview mit dem Deutschen Anleger-Fernsehen DAF.

Die Preise würden sich mittelfristig wieder nach oben bewegen. Bis zum Ende des Jahres erwartet er 70 Dollar pro Barrel der Nordsee-Sorte Brent. Eine steigende Nachfrage sollte den Ölpreis schon im ersten Quartal von 2015 wieder auf 75 Dollar katapultieren, so seine Einschätzung. Im weiteren Jahresverlauf sollte es weiter aufwärts gehen, so dass es zu einem Jahresdurchschnitt von 80 bis 85 Dollar kommen würde.

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