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NRW-Sparkassenchefs kassieren teils mehr als die Kanzlerin

Üppige Gehaltssprünge  

NRW-Sparkassenchefs kassieren bis zu 800.000 Euro

10.12.2014, 20:14 Uhr | Spiegel Online

NRW-Sparkassenchefs kassieren teils mehr als die Kanzlerin. Der Chef der Kreissparkasse Köln, Alexander Wüerst, ist der Spitzenverdiener bei den kommunalen Finanzinstituten in NRW (Quelle: imago/Galuschka)

Der Chef der Kreissparkasse Köln, Alexander Wüerst, ist der Spitzenverdiener bei den kommunalen Finanzinstituten in NRW (Quelle: imago/Galuschka)

Spitzenkräfte bei Sparkassen werden laut "Handelsblatt" teils fürstlich entlohnt. Ein Vorstandschef bekam 2013 eine 20-prozentige Gehaltserhöhung. Der Chef einer Kreissparkasse verdient gar dreimal so viel wie die Kanzlerin.

Die Chefs deutscher Sparkassen kassieren im Vergleich zu anderen Jobs im öffentlichen Sektor üppige Gehälter. Das ergibt eine Auswertung des "Handelsblatts". In Nordrhein-Westfalen kassierten die Vorstandschefs der 105 öffentlich-rechtlichen Banken demnach im Schnitt 342.000 Euro. Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verdient im Jahr rund 270.000 Euro.

Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, in dem Sparkassen dazu angehalten sind, Vorstandsgehälter zu veröffentlichen. Entsprechend beschränkt sich die "Handelsblatt"-Auswertung von Daten aus dem Bundesanzeiger auf dieses Land. Experten schätzen aber, dass Analysen in anderen deutschen Bundesländern zu ähnlichen Ergebnissen kommen würden.

Chef-Gehälter legen schneller zu

Die Gehälter der NRW-Sparkassenchefs wachsen laut "Handelsblatt" deutlich schneller als die einfacher Angestellter. Während die Tarifgehälter der Angestellten im Jahr 2013 in zwei Schritten um 2,8 Prozent stiegen, wuchs die Vergütung der Vorstandschefs durchschnittlich um 3,44 Prozent.

Es gab aber auch deutliche Ausreißer nach oben. Wilfried Groos etwa, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Siegen, steigerte seine Bezüge 2013 von 388.000 auf 467.000 Euro - ein Plus von gut 20 Prozent.

Kölner Sparkassen-Chef verdient am meisten

Spitzenverdiener unter den nordrhein-westfälischen Sparkassen-Chefs blieb auch 2013 Alexander Wüerst, der Vorsitzende der Kreissparkasse Köln. Einschließlich Boni und Sonderzahlungen beliefen sich seine Jahresbezüge auf insgesamt 804.500 Euro - ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit verdient Wüerst mehr als fünfmal so viel wie der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Köln, Jürgen Roters (SPD).

Im Vergleich zu anderen Top-Managern der Finanzbranche ist Wüersts Salär indes vergleichsweise bescheiden. Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen etwa verdiente im vergangenen Jahr gut acht Millionen Euro - zehnmal so viel wie der Sparkassenchef.

Fitschen verantwortet allerdings auch eine Bilanzsumme von mehr als 1,6 Billionen Euro. Die Bilanzsumme der Kreissparkasse Köln liegt bei knapp 24 Milliarden Euro. Würde man Wüerst allein daran messen, dürfte sein Jahresgehalt nur 120.000 Euro betragen.

Verwaltungsrat für Vergütung verantwortlich

Tatsächlich fließen bei der Bestimmung des Gehalts noch viele weitere Kriterien ein. Verantwortlich für die Bezahlung des Vorstandes ist stets der Verwaltungsrat. Bei der Sparkasse Siegen sitzt diesem der Bürgermeister vor.

Dass Sparkassenchef Wilfried Groos ungefähr dreimal so viel verdient wie er, scheint Steffen Mues (CDU) nicht zu stören. Den 20-prozentigen Gehaltssprung seines Top-Bankers jedenfalls rechtfertigte der Siegener Bürgermeister gegenüber dem "Handelsblatt" mit dem "Einsatz des einzelnen Vorstandsmitglieds am Markt".

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