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US-Vergleich kostet Commerzbank eine Milliarde Dollar


Geldwäsche-Vorwürfe  

US-Vergleich kostet Commerzbank eine Milliarde Dollar

12.12.2014, 15:18 Uhr | rtr

Der Streit mit den US-Aufsichtsbehörden um Sanktions-Verstöße und Geldwäsche-Vorwürfe kommt die Commerzbank nach Aussage eines Insiders immer teurer zu stehen.

Der Vergleich, über den die zweitgrößte deutsche Bank mit Regulierern und Strafverfolgungsbehörden verhandelt, dürfte sie mehr als eine Milliarde Dollar (gut 800 Millionen Euro) kosten, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person. Nach Schätzungen von Analysten kommt damit auf die Commerzbank eine Sonderbelastung von mehr als 400 Millionen Euro zu, bisher habe sie rund 400 Millionen Euro für die Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt. Die Commerzbank-Aktie war mit einem Minus von 1,9 Prozent am Freitag einer der größten Kursverlierer im Leitindex DAX.

"Das sind keine guten Nachrichten", sagte Equinet-Analyst Philipp Häßler. Weitere 400 Millionen Euro wären für die Commerzbank aber verkraftbar. Ob die Bank die Belastung noch in diesem Jahr verbucht, ist fraglich. Dass die Verhandlungen mit den Behörden vor dem Jahreswechsel abgeschlossen sein könnten, wie die "Financial Times" berichtet hatte, halten Insider für wenig wahrscheinlich.

"Nicht unerheblicher Geldbetrag"

Doch auch eine Einigung Anfang 2015 könnte noch in die Zahlen für das laufende Jahr einfließen. In den ersten neun Monaten hat die Commerzbank netto 525 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Sie macht ein Geheimnis daraus, wie viel sie für den Rechtsstreit zurückgelegt hat. Im jüngsten Quartalsbericht war von einem "nicht unerheblichen Geldbetrag" die Rede, den ein Vergleich kosten könnte.

Zuletzt war schon die Rede davon gewesen, dass die Einigung kostspieliger würde als die 650 Millionen Dollar, die allein wegen der angeblichen Umgehung von US-Sanktionen gegen den Iran fällig geworden wären. Laut Finanzkreisen hatte die Bank im September kurz vor einer Einigung gestanden, für eine deutlich geringere Summe.

Untersuchungen laufen seit 2010

Die USA verdächtigen die Commerzbank - neben vielen anderen Instituten -, gegen WirtschaftsSanktionen verstoßen zu haben, die sie gegen den Iran verhängt haben. Dann drängte der Staatsanwalt im New Yorker Stadtteil Manhattan darauf, auch den Vorwurf eines zu laxen Umgangs der Bank mit Geldwäsche-Regeln im Zuge des Betrugsskandals um den japanischen Olympus-Konzern mitzuverhandeln.

In den möglichen Vergleich sind vier Regulierungs- und Justizbehörden eingebunden - vom Justizministerium bis zur New Yorker Finanzaufsicht als zuständigem Regulierer des Instituts. Die Untersuchungen laufen schon seit 2010. Die Behörden wollten sich am Donnerstag nicht dazu äußern. Mit der Einigung könnte die Commerzbank ein Gerichtsverfahren umgehen.

Einer der größten Bilanzskandale

Olympus ist einer der größten Bilanzskandale der Geschichte. 2011 hatte der japanische Kamera- und Medizintechnik-Konzern eingeräumt, mehr als zehn Jahre lang die Bücher frisiert zu haben, um massive Verluste mit Finanzanlagen zu verbergen.

Die Commerzbank soll dabei Transaktionen im Wert von einigen hundert Millionen Dollar abgewickelt haben, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Die Commerzbank hatte schon 2012 eine Rüge von der New Yorker Notenbank erhalten, dass sie nicht genug gegen Geldwäsche unternommen habe.

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