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Zinserhöhung der Zentralbank verpufft - Druck für Russischen Rubel


Rubel-Gewinn schmilzt dahin  

Drastische Zinserhöhung verpufft wieder

16.12.2014, 15:02 Uhr | AFP , dpa-AFX , rtr , AP

Zinserhöhung der Zentralbank verpufft - Druck für Russischen Rubel. Der Rubel fällt auf eine historisches Tief (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Rubel fällt auf eine historisches Tief (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die vom Westen gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen wirken offenbar - und setzen gemeinsam mit dem Ölpreis den Rubel unter Druck. Die Zentralbank hob daher ihren Leitzins um 6,5 Prozentpunkte auf 17 Prozent an. Doch der riesige Zinsschritt ist bereits nach wenigen Stunden verpufft.

Zwar sprang der Rubel zum amerikanischen Dollar am Dienstagmorgen zunächst um neun Prozent nach oben. Die Gewinne schmolzen aber schnell dahin. Ein Dollar kostete zuletzt über 64 Rubel, nachdem er am Montag mit 65,57 Rubel ein neues Rekordhoch erreicht hatte. Auch zum Euro konnte der Rubel erst stark zulegen. Die Versorgung der Banken mit Dollar-Liquidität durch entsprechende Geschäfte werde daher ausgeweitet, hieß es.

Der russische Rubel büßte seit Januar fast 50 Prozent seines Wertes ein. Als Gründe dafür werden die Sanktionen mehrerer westlicher Länder gesehen, die Russland im Zuge der Ukraine-Krise auferlegt wurden, aber auch ein starker Fall der weltweiten Ölpreise. Diese sanken zuletzt auf nur noch etwa 55 Dollar - wobei Öl eine Säule der russischen Wirtschaft ist.

An Wechselstuben kam es Medien zufolge teilweise zu Panikkäufen von Westgeld, weil viele Bürger einen totalen Wertverfall wie in den 1990ern Jahren befürchteten.

Experten: Maßnahmen unzureichend

Finanzexperten lobten den Zinsschritt als zwar "zwingend nötig", nannten ihn aber "überfällig" und unzureichend. Unternehmer kritisierten, die Regierung rette das Finanzsystem auf Kosten der Wirtschaftsentwicklung.

Zentralbank-Chefin Elvira Nabiullina sagte, dass der Zinsschritt vor allem gegen Währungsspekulanten gerichtet sei. Sie meinte, dass sich der unlängst dem freien Markt übergebene Rubel bald stabilisieren werde. Der Leitzins sei auch angehoben worden, um die Inflation zu zügeln.

Inflation steigt

Sollten die Ölpreise weiter niedrig bleiben, werde die russische Wirtschaft im nächsten Jahr um knapp fünf Prozent schrumpfen, schrieb die Zentralbank in ihrem am Montag veröffentlichten Quartalsbericht zur Währungspolitik. Zu Jahresbeginn 2015 sei dann gar eine Inflationsrate von 11,5 Prozent möglich.

Unternehmer kritisierten, dass der hohe Leitzins die Konkurrenzfähigkeit der russischen Wirtschaft gefährde. Für die ohnehin angeschlagene Konjunktur Russlands ist der Zinssprung ein Schlag, weil höhere Zinsen den privaten Verbrauch und die Investitionen der Konzerne zusätzlich belasten dürften.

Medwedew fordert Geduld

Regierungschef Dmitri Medwedew rief die Bevölkerung vergangene Woche zur Geduld auf. Der Kurs des Rubel werde auch wieder steigen - wie in den Krisen der Vergangenheit. Die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" dagegen schrieb gestern, vor dem Hintergrund der westlichen Sanktionen gegen Russland sei es "schwer, Geduld zu üben" und darauf zu hoffen, dass sich der Aufschwung wie nach der Finanzkrise 2008 wiederholen werde. Die Lage habe sich "radikal geändert".

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