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Euro stürzt auf tiefsten Stand seit 2010


Gemeinschaftswährung taumelt  

Euro stürzt auf tiefsten Stand seit über vier Jahren

02.01.2015, 14:08 Uhr | AFP, t-online.de, dpa-AFX

Euro stürzt auf tiefsten Stand seit 2010. Abwärtstrend des Euro verschärft sich (Quelle: dpa)

Abwärtstrend des Euro verschärft sich (Quelle: dpa)

Zum Start ins neue Jahr notiert der Euro so tief wie seit 2010 nicht mehr. Die Gemeinschaftswährung fiel am Freitag im frühen Handel in der Spitze um 0,6 Prozent auf 1,203 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren. Zwar hat sich die Gemeinschaftswährung bis zum Mittag wieder leicht auf 1,205 Dollar erholt. Ein Ende der Talfahrt ist aber dennoch nicht in Sicht.

Grund für die schon seit Monaten anhaltende und sich nun noch zugespitzte Schwäche des Euro sind Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in der Euro-Zone.

Umstrittener Kauf von Staatsanleihen

So schüren Äußerungen des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB) Spekulationen, dass die Währungshüter schon Anfang des neuen Jahres zusätzliche Konjunkturhilfen beschließen könnten. Im Interview mit dem "Handelsblatt" sagte EZB-Chef Mario Draghi: "Die Zinsen sind seit langem sehr, sehr niedrig - und das wird wahrscheinlich noch eine Zeit so bleiben." Die Zentralbank halte die Zinsen niedrig, um die Wirtschaft zu stimulieren und Preisstabilität zu erreichen. Dieses sehen die Währungshüter bei einer Inflation von zwei Prozent gegeben. Allerdings lag die Teuerungsrate im Euroraum im November nur bei 0,3 Prozent.

Auf die Frage, ob er eine Deflation im Euroraum fürchte, sagte Draghi: "Das Risiko ist nicht ganz ausgeschlossen, aber es ist begrenzt." Bei einer Deflation droht eine Spirale aus sinkenden Preisen, sinkenden Gehältern, geschmälertem Wachstum und steigender Arbeitslosigkeit.

Zur Abwehr eines für die Wirtschaft gefährlichen Preisverfalls auf breiter Front hatte Draghi schon im vergangenen Jahr den umstrittenen Kauf von Staatsanleihen in Aussicht gestellt. Diese Pläne bestätigte er gegenüber dem "Handelsblatt" nun noch einmal: "Das Risiko, dass wir unser Mandat der Preisstabilität nicht erfüllen, ist höher als vor sechs Monaten", sagte er. Die EZB sei deshalb in technischen Vorbereitungen, "um den Umfang, Tempo und die Zusammensetzung unserer Maßnahmen Anfang 2015 zu verändern, sollte dies notwendig werden, um auf eine lange Periode zu niedriger Inflation zu reagieren".

Der Kauf von Staatsanleihen sei "eins der Werkzeuge", die von der EZB genutzt werden könnten, um ihr Mandat zu erfüllen, so Draghi weiter. Gleichzeitig verwies aber auf den schmalen Grat zwischen zulässiger Geldpolitik und verbotener Staatsfinanzierung.

Wie dramatisch die Schwäche des Euro ist, zeigt dessen Entwicklung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. So hatte die Währung noch im Mai 2014 an der Marke von 1,40 Dollar gekratzt. Anschließend ging es fast nur noch bergab. Experten zufolge könnte die Talfahrt des Euro aber noch weitergehen.

Dollar-Index klettert auf Neun-Jahres-Hoch

Händlern zufolge stellen sich Investoren derzeit auf die zunehmend unterschiedlichen Vorgehensweisen der EZB und der US-Notenbank (Fed) ein. Während die EZB die Zinsen in der Eurozone noch lange Zeit niedrig halten will, strebt die Fed angesichts der anziehenden US-Konjunktur bereits die Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik an.

Die Erholung der Wirtschaft in den USA sei zwar nicht herausragend, aber sie sei sicherlich stärker als in vielen anderen Industriestaaten, sagte Callum Henderson von der Standard Chartered Bank in Singapur. Angesichts dieser Entwicklung kletterte der Dollar-Index, der die Entwicklung des Dollar zu anderen wichtigen Währungen abbildet, zuletzt mit 90,72 Punkten auf den höchsten Stand seit knapp neun Jahren.

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