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Peter Bofinger warnt vor Euro-Austritt von Griechenland


Griechenland und die Euro-Zone  

Bofinger: Da wird ein "Geist aus der Flasche gelassen"

04.01.2015, 07:55 Uhr | rtr

Peter Bofinger warnt vor Euro-Austritt von Griechenland. Wirtschaftsweise Peter Bofinger warnt vor Griechen-Austritt aus der Euro-Zone  (Quelle: imago/Jens Jeske)

Wirtschaftsweise Peter Bofinger warnt vor Griechen-Austritt aus der Euro-Zone (Quelle: Jens Jeske/imago)

Der Ökonom und Wirtschaftsweise Peter Bofinger warnte in der "Welt am Sonntag" vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone: Dies sei mit sehr hohen Risiken für die Stabilität des Euro-Raums verbunden. Auch wenn die Situation Griechenlands nicht mit der anderer Mitgliedsstaaten vergleichbar sei, "würde damit ein Geist aus der Flasche gelassen, der nur schwer beherrschbar wäre", sagte der Wirtschaftsweise.

Die Bundesregierung ist laut "Spiegel" bereit, Griechenland entgegen der bisherigen Linie notfalls auch aus der Euro-Zone ausscheiden zu lassen. Ein Austritt des schuldengeplagten Staates sei aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble mittlerweile verkraftbar, hieß es in einer Vorabmeldung des Magazins unter Berufung auf Regierungskreise.

Sollte die reformkritische Syriza-Partei nach den Parlamentswahlen am 25. Januar die Regierung übernehmen, den Sparkurs aufgeben und die Schulden des Landes nicht mehr bedienen, wäre ein solcher Schritt nach Auffassung der Bundesregierung sogar nahezu unausweichlich, hieß es weiter.

Griechen-Linke in Umfragen stark

Die linke Syriza dürfte Umfragen zufolge als stärkste Kraft aus der Abstimmung hervorgehen. Sie liegt demnach rund drei Prozentpunkte vor den regierenden Konservativen von Ministerpräsident Antonis Samaras bei insgesamt 30,4 Prozent.

Grund für den Kursschwenk der Bundesregierung seien die Fortschritte in der Euro-Zone seit dem Höhepunkt der Schuldenkrise 2012, berichtete der "Spiegel" weiter. Die Ansteckungsgefahr für andere Länder sei mittlerweile begrenzt, Portugal und Irland seien saniert. Zudem stehe ein schlagkräftiger Rettungsmechanismus zur Verfügung. Eine offizielle Reaktion auf den Bericht war zunächst nicht zu erhalten.

Syriza will Sparkurs lockern

Syriza hat bereits angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Vereinbarungen mit den internationalen Geldgebern ändern und den Sparkurs des Euro-Krisenlandes lockern zu wollen.

Zudem hat die Partei einen weiteren Schuldenschnitt ins Gespräch gebracht. Parteichef Alexis Tsipras schlägt nach einer harte Linie in den vergangenen Monaten aber inzwischen einen gemäßigteren Ton an und hat unter anderem erklärt, Griechenland werde die Euro-Zone nicht verlassen.

Oppermann warnt Griechenland

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann warnte dagegen Griechenland in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" vor einer Abkehr vom Konsolidierungskurs. "Es gibt keine Leistung ohne Gegenleistung", sagte er. Jede Regierung in Athen müsse Sicherheit für Investoren gewähren und Korruption und Vetternwirtschaft bekämpfen.

Griechenland wird seit 2010 mit zwei Rettungsprogrammen in Höhe von 240 Milliarden Euro von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten.

Tsipras sagte am Samstag, er hoffe, dass EZB-Chef Mario Draghi mit geplanten Wertpapierkäufen Milliarden in Umlauf bringe, um die lahmende Wirtschaft in der Euro-Zone anzuschieben. Dabei könne Griechenland nicht ausgeschlossen werden. Die EZB müsse auch Staatsanleihen seines Landes kaufen, fügte er hinzu.

Die EZB bereitet seit längerem weitere unkonventionelle Maßnahmen vor, um gegen die Wirtschaftsflaute und die aus Sicht der Notenbank viel zu niedrige Inflation anzukämpfen. Dazu könnten auch Staatsanleihenkäufe gehören, wogegen es jedoch in Deutschland Widerstand gibt.

Wenige Tage vor den Wahlen in Griechenland entscheidet die EZB das nächste Mal über ihren geldpolitischen Kurs.

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