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Der King lebt: Elvis-Anleihe soll Graceland aufpolieren


Der King lebt  

Elvis-Anleihe soll Graceland aufpolieren

10.01.2015, 15:19 Uhr | dpa

Der King lebt: Elvis-Anleihe soll Graceland aufpolieren. Die Villa Graceland zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher an. Doch langsam ist auch sie in die Jahre gekommen. (Quelle: dpa)

Die Villa Graceland zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher an. Doch langsam ist auch sie in die Jahre gekommen. (Quelle: dpa)

Elvis lebt - zumindest bald am Anleihemarkt. Der King of Rock'n Roll, der am 8. Januar 80 Jahre alt geworden wäre, soll mit einem "Elvis-Bond" seinem früheren Zuhause Graceland zu einer Verjüngungskur verhelfen. Mit Unterstützung der Behörden wollen die privaten Betreiber den Kapitalmarkt anzapfen, um Presley's Erbe ordentlich aufzupolieren und kräftig auszubauen.

Elvis Presley ist zwar 1977 gestorben, doch jedes Jahr pilgern Hunderttausende Fans ins Graceland-Museum nach Memphis im US-Staat Tennessee, wo der King seinerzeit wohnte. Das Anwesen ist zwar eine große Touristenattraktion, könnte langsam aber mal renoviert werden.

Vergangene Woche herrschte in Graceland noch größerer Andrang als sonst - am Donnerstag wäre Elvis 80 geworden. Die Presley-Familie beging den Ehrentag mit Hunderten von Fans. Die Stadt Memphis und die Verwalter des Anwesens, auf dem diverse Elvis-Andenken von Gitarren über Kostüme bis zu seinen Autos ausgestellt sind, hoffen darauf, dass der Rummel um die Musik-Ikone noch lange anhält. Sie haben eine Art Geburtstagsanleihe am Start, die auf die Popularität der Marke Elvis setzt. Die Wertpapiere sollen über 30 Jahre laufen und 125 Millionen Dollar einbringen.

Mit dem eingesammelten Geld wollen die öffentlich-privaten Partner Graceland auf Vordermann bringen und so den Wirtschaftsstandort Memphis stärken: Ein Hotel mit 450 Zimmern und Konferenzräumen und Konzertsaal soll entstehen, zudem sind zwei Restaurants, ein Theater, Ausstellungs- und Ladenflächen geplant. "Wir wollen der Marke "Elvis" zu neuem Glanz verhelfen" so Reid Dulberger von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Memphis, die sich um die Ausgabe der Anleihen kümmert.

Tochter Lisa Marie hält nur einen Bruchteil der Markenrechte

Der King kaufte das Anwesen 1954. Bis zu seinem Tod am 16. August 1977 war es seine Heimat und gehört heute seiner Tochter Lisa Maria. Sie hält allerdings nur 15 Prozent an der Gesellschaft Elvis Presley Enterprises, die die Markenrechte besitzt. Den Rest hat die New Yorker Marketingfirma Authentic Brands Group ABG gekauft, die auch die Lizenzen für die Namen der verstorbenen Superstars Mohammed Ali und Marilyn Monroe hält. Das Unternehmen machte letztes Jahr einen Deal mit der Stadtverwaltung von Memphis, der Steuervergünstigungen für das Projekt einräumt und die Anleihefinanzierung ermöglichte.

Die Kämmerer der Südstaatenmetropole haben die Finanzberatung Younger & Associates aus Tennessee das Vorhaben durchkalkulieren lassen und versprechen sich einen großen wirtschaftlichen Erfolg. "Die Stadt und der Landkreis werden stark profitieren, weil das Projekt hilft, einen der Haupttreiber der Tourismus-Industrie zu verstärken", heißt es in den Planungsunterlagen. Die Stadt rechnet mit 500 neuen Jobs und 50 Millionen Dollar zusätzlichen Steuereinnahmen, die durch den Ausbau entstehen.

Memphis legt die Anleihen zwar über die Entwicklungsbehörde auf und tritt Steuergelder zur Bedienung der Zinsen ab. Stadtrat Jim Strickland machte aber bereits deutlich, dass die öffentliche Hand nicht bürgt, wenn "Elvis Presley Enterprises" scheitern sollte. Für Investoren sind die Papiere deshalb eher riskant, private Kleinanleger dürfen an der Auktion ohnehin nicht teilnehmen.

Zur konkreten Verzinsung macht die Wirtschaftsfördergesellschaft bislang noch keine genauen Angaben. Sie hängt davon ab, dass die Einnahmen aus dem Tourismus weiter sprudeln. Noch strömen jedes Jahr etwa 600.000 Fans nach Graceland - doch den jüngeren Generationen wird der King immer unbekannter. Mit Investitionen gegen das schwindende Interesse anzusteuern, könnte eine gewagte Wette sein.

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