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Flutung von Kohleschächten: Gift aus Bergwerken bedroht Ruhr und Saar

Flutung von Kohleschächten  

Gift aus Bergwerken bedroht Ruhr und Saar

11.01.2015, 10:15 Uhr | t-online.de

Flutung von Kohleschächten: Gift aus Bergwerken bedroht Ruhr und Saar. Die Saarschleife bei Mettlach: Gefahr durch giftiges Gruben-Abwasser (Quelle: imago/Westend61)

Die Saarschleife bei Mettlach: Gefahr durch giftiges Gruben-Abwasser (Quelle: imago/Westend61)

Die geplante Flutung ehemaliger Kohlebergwerke an Ruhr und Saar führt nach Einschätzung von Umweltschützern zu einer ökologischen Katastrophe. Grund ist das in den Stollen verbliebene PCB-haltige und damit hochgiftige Hydrauliköl, das mit dem Ansteigen des Grubenwassers in die Flüsse gespült werden könnte. Der "Spiegel" berichtet, dass nicht einmal zehn Prozent des über die Jahre verwendeten Hydrauliköls ordnungsgemäß entsorgt worden sei.

Bundestagsprotokolle und Untersuchungsberichte des saarländischen Landtags aus den 80er Jahren zeigten, dass zwischen 1979 und 1984 rund 12.500 Tonnen der giftigen Schmieröle unter Tage gebracht worden seien. 90 Prozent davon befinde sich demzufolge immer noch dort - in Behältern, zurückgelassenen Maschinen oder verschüttet auf dem Boden.

Der Kohlekonzern RAG habe inzwischen viele Zechen aufgegeben. Außerdem wird 2018 der Steinkohleabbau in Deutschland endgültig beendet. Deshalb wolle die RAG das Grubenwasser ansteigen lassen, schreibt der "Spiegel". In vielen Regionen sei bereits damit begonnen worden.

"Ökologische Zeitbombe"

Umweltschützer und Wissenschaftler befürchten, dass dadurch das Gift ausgespült und in die großen Flüsse gelangen könne. "Da tickt eine ökologische Zeitbombe", zitierte das Magazin die Umweltorganisation BUND im Saarland.

In den Abwässern von Bergwerken an Saar und Ruhr sei bereits in der Vergangenheit PCB gemessen worden, jedoch meist in geringen Konzentrationen. Laut RAG geht von dem geplanten Wasseranstieg keine Gefahr aus, da mehrere Sicherheitsbarrieren in das Konzept eingebaut worden seien. Die Saar-Grünen fürchten dennoch um die Sicherheit des Trinkwassers in dem Bundesland.

Das Problem mit dem PCB

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind chemisch sehr stabil, schwerentflammbar und stoßen Wasser ab. Das machte sie als Hydraulikflüssigkeit so interessant. Allerdings werden sie - obwohl theoretisch möglich - biologisch kaum abgebaut. Beim Menschen führen sie unter anderem zu Haarausfall und schwächen das Immunsystem. Deshalb ist die Herstellung und Anwendung seit 1989 komplett verboten. Aufgrund des jahrzehntelangen Einsatzes seit den 30er Jahren gibt es weltweit aber noch viele Altlasten.

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