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Ölpreis setzt Talfahrt fort: Opec hat US-Fracking-Industrie im Visier


Keine Förderkürzung  

Ölpreise setzen ihre Talfahrt ungebremst fort

13.01.2015, 16:58 Uhr | dpa-AFX, rtr

Ölpreis setzt Talfahrt fort: Opec hat US-Fracking-Industrie im Visier. Opec-Länder schränken Förderung nicht ein - Ölpreise fallen weiter (Quelle: Reuters)

Opec-Länder schränken Förderung nicht ein - Ölpreise fallen weiter (Quelle: Reuters)

Der Verfall der Ölpreise an den Terminmärkten nimmt immer dramatischere Züge an: Nach den neuen Verlusten am Montag rutschten die Notierungen auch am Dienstag weiter - und es könnte noch weiter abwärts gehen. Die Organisation der erdölexportierender Länder (Opec) Produzenten gab jetzt bekannt, dass der Sinkflug Teil eines Pokers am Ölmarkt sei. Vielleicht könnte das Barrel Öl bald für nur noch 20 Dollar zu haben sein.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Dienstag zeitweise nur noch 45,20 US-Dollar. Das waren zwei Dollar oder über vier Prozent weniger als am Montag. Ein Fass der richtungweisenden US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um gut drei Prozent auf 44,22 Dollar. Zuletzt gab es derart niedrige Notierungen vor knapp sechs Jahren.

Bereits am Montag waren die Ölpreise um mehr als zwei Dollar gefallen. Seit dem vergangenen Sommer, als das Fass Öl am Terminmarkt noch über 100 Dollar kostete, sind die Preise damit um fast 60 Prozent eingebrochen.

Fallen Ölpreise weitere 50 Prozent?

Äußerungen aus den Reihen der wichtigen Opec-Produzenten Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, dass die Ölpreise auch auf 40, 30 oder gar 20 Dollar fallen könnten, seien Teil des Pokers am Ölmarkt. Das wirtschaftlich schwer angeschlagene Opec-Mitglied Venezuela ist noch offener mit seinen Bekenntnissen. Die Vereinigten Staaten wollten die Opec "in die Knie zwingen", kritisierte Staatschef Nicolas Maduro. Die USA sind wegen der Gewinnung von Öl aus lange unerreichbaren Erdschichten mittels Fracking zum größten Produzenten der Welt aufgestiegen.

Opec hat US-Fracking-Industrie im Visier

Der Erdölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Masrui, sagte in Abu Dhabi, die Opec könne den Ölpreis nicht mehr "schützen". Die Überproduktion sei vor allem auf die Fracking-Industrie zurückzuführen, "und das muss korrigiert werden", forderte er vor Vertretern der Ölindustrie.

Das Ölkartell Opec hat bisher nicht mit einer Produktionskürzung auf den Preissturz reagiert. Vor allem die wichtigen Ölproduzenten vom arabischen Golf wollen der stark wachsenden Schieferöl-Industrie in den USA mit niedrigeren Preisen einen Schuss vor den Bug setzen. Ein Regierungsvertreter aus Abu Dhabi bekräftigte, dass das Emirat trotz der Preisentwicklung an seinen Plänen zum Ausbau der eigenen Ölproduktion festhalten wolle.

Innerhalb des Kartells hat sich vor allem Saudi-Arabien gegen eine geringere Förderung ausgesprochen und gewährt stattdessen seinen Abnehmern satte Rabatte. Das Kalkül: Die Förderung soll für Konkurrenten wie die Fracking-Firmen in den USA unrentabel werden. Wenn diese dann aufgeben, verringert sich das Angebot und sorgt damit langfristig wieder für steigende Preise.

Studie: Ölpreise müssten noch weiter fallen

In einer neuen Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs heißt es, dass die Ölpreise nachhaltig unter die Grenze von 40 Dollar sinken müssten, bis die Schieferöl-Industrie Probleme bekomme. Wie auch die französische Großbank Société Générale senkten die Fachleute von Goldman Sachs ihre Preisprognosen für den Ölmarkt deutlich.

Weitere Preisrückgänge sind nicht unwahrscheinlich. Laut Experten der DZ Bank konzentrieren sich die Märkte auf der Suche nach einem Haltepunkt für den Absturz bereits auf die Spanne zwischen 35 und 45 Dollar je Barrel.

Nach Einschätzung der NordLB dürfte Brent in den kommenden Wochen unter die Marke von 40 Dollar je Fass rutschen. Auch der Experte von der Saxo-Bank sieht einen weiteren Preisverfall. Bislang gebe es nichts, was dieses aggressiven Ausverkauf stoppen könnte", sagt Saxo-Rohstoff-Stratege Ole Hansen.

Verbraucher können sich freuen

Derweil machen sich die gesunkenen Rohölpreise auch an den Tankstellen bemerkbar. Autofahrer können sich über das günstigste Benzin seit 2010 freuen, Hausbesitzer über fallende Heizölpreise. Da sich allerdings auch der Euro-Kurs zum US-Dollar verbilligte, halten sich die Preisrückgänge in Relation zu den Rohölpreisen in Grenzen.

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