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Nach Aufwertung des Schweizer Franken: Die Folgen für Verbraucher

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Verbraucher weinen und lachen  

Die Folgen der Aufwertung des Schweizer Franken

16.01.2015, 17:15 Uhr | t-online.de, rtr, AFP, dpa

Nach Aufwertung des Schweizer Franken: Die Folgen für Verbraucher. Franken gewinnt an Wert - Skifahren wird in der Schweiz teurer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Franken gewinnt an Wert - Skifahren wird in der Schweiz teurer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jahrelang hat die Schweizer Nationalbank (SNB) den Franken mit Euro-Käufen künstlich niedrig gehalten. Jetzt gibt sie das feste Kursziel Knall auf Fall auf - und schockiert die Finanzmärkte. Die Schweizer Wirtschaft verliert ihren Schutzschirm, der Euro gerät unter Druck, der Schweizer Franken wertet im Gegenzug massiv auf. Die unmittelbaren Folgen für Verbraucher sind ebenfalls gravierend.

Die aktuelle Aufwertung des Schweizer Franken um etwa 14 Prozent macht alle Waren und Dienstleistungen für Nicht-Schweizer entsprechend teurer. So werden Produkte aus der Schweiz und der Urlaub dort teurer. Touristen bekommen nun für einen Euro weniger Schweizer Franken als zuvor. Sie können sich für das gleiche Reisebudget also weniger leisten.

Ski-Urlaub bei den Eidgenossen noch teurer

Wer etwa zum Ski-Fahren in die Schweiz fährt, musste zwar schon immer etwas mehr als anderswo für Hotel, Piste und Raclette bezahlen. Doch nun kostet es noch mehr. Die Umrechnung wird dabei etwas leichter: Ein Euro entspricht derzeit übern Daumen gerechnet einem Schweizer Franken.

Europas Anleger, die ihr Geld in Schweizer Franken angelegt haben (etwa in Währungskonten), können sich freuen. Ihre Ersparnisse wachsen nun kräftig. Der Schweizer Franken gilt weiterhin als Hort der Stabilität und lockte entsprechend Auslandsgeld an.

Probleme für Österreichs Banken

Anders sieht es für Kreditnehmer aus, die sich im "stabilen" Franken verschuldet haben. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) warnte bereits vor den Auswirkungen auf Kredite, die von Landsleuten in Franken aufgenommen worden waren. Deren Volumen habe bei Unternehmen und privaten Haushalten Ende November bei 29,5 Milliarden Euro gelegen, teilte die Notenbank mit.

Ein fortgesetzter Höhenflug des Schweizer Franken könnte österreichischen Banken in Zukunft Probleme bringen. Er erschwert für die Kunden der Geldhäuser die Rückzahlung von Franken-Darlehen. Den Instituten drohen daher mittelfristig Kreditausfälle. Besonders betroffen sind auch Banken in in Teilen Osteuropas.

Polen leiden wegen ihrer Immobilien-Kredite

Das Ende des Franken-Mindestwechsel-Kurses löste in Polen eine Panik aus. Der Höhenflug des Franken kommt rund 700.000 Haushalte dort teuer zu stehen, die Immobilienkredite abbezahlen müssen, die in Schweizer Franken abgeschlossen wurden. Die polnische Landeswährung Zloty verlor im Vergleich zum stark angestiegenen Franken fast 20 Prozent an Wert. Der Leitindex an der Börse in Warschau gab am Mittag rund zwei Prozent nach.

Insgesamt wurden rund 40 Prozent der Immobilienkredite in Polen in Schweizer Franken abgeschlossen. Nach Angaben der polnischen Finanzaufsicht belaufen sie sich auf rund 31 Milliarden Euro.

Der Trend war Anfang des Jahrtausends in Polen, Kroatien und Ungarn aufgekommen. In Kroatien sind rund 60.000 Kreditnehmer betroffen, die in Schweizer Franken aufgenommene Darlehen abbezahlen müssen, wie deren Interessenvertretung Franak mitteilte.

Schweizer lachen und weinen

Importierte Waren werden für Schweizer hingegen billiger. Entsprechend einfacher dürfte es Unternehmen aus Deutschland und der Eurozone fallen, in die Schweiz zu exportieren. Und die Schweizer Konsumenten dürften mit ihrem starken Franken noch mehr Waren im Ausland kaufen. So freuen sich insbesondere deutsche Einzelhändler in Baden-Württemberg in der Nähe der Grenze. Sie rechnen mit wachsendem Shoppingtourismus. Auch ihren Urlaub dürften Eidgenossen nun vermehrt außerhalb der Schweiz verbringen.

Für viele Schweizer Unternehmen ist die SNB-Entscheidung aber nicht vorteilhaft. Die Ausfuhren der Schweiz dürften unter der Entscheidung stark leiden. Mehr als 50 Prozent davon gehen in die Länder der Euro-Zone. Dabei handelt es sich nicht nur um Uhren und Schokolade, sondern auch um Maschinen und Pharmazeutika. Nach Einschätzung der Großbank UBS könnten die negativen Folgen für die Exportwirtschaft rund fünf Milliarden Franken oder 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts betragen.

Vielen Schweizer Firmen droht die ausländische Kundschaft abzuspringen. Das "Handelsblatt" zitiert am Freitag den Unternehmer Andy Keel: "Wird wohl das Ende für meine Produktion in der Schweiz bedeuten". Keel denkt darüber nach, mit seiner Design-Firma ins Ausland zu ziehen.

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