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Gefühlte Inflation in Deutschland niedriger als offizielle Rate


Billigere Kraftstoffe  

Gefühlte Inflation niedriger als offizielle Rate

19.01.2015, 16:06 Uhr | rtr

Gefühlte Inflation in Deutschland niedriger als offizielle Rate. Vor allem Kraftstoffe und Lebensmittel tragen zu einem gefühlt niedrigeren Preisniveau bei (Quelle: dpa)

Vor allem Kraftstoffe und Lebensmittel tragen zu einem gefühlt niedrigeren Preisniveau bei (Quelle: dpa)

Die Preise in Deutschland fallen in der Wahrnehmung der Bürger kräftig - obwohl sie laut der offiziellen Inflationsrate leicht steigen. Die von der Großbank UniCredit ermittelte gefühlte Inflation rutschte im Dezember auf minus 1,2 Prozent (November: 0,0 Prozent), während die offiziellen Daten des Statistischen Bundesamtes noch ein Plus von 0,2 Prozent ausweisen.

"Hinter dem stärksten Rückgang seit Oktober 2009 stecken die deutlich billiger gewordenen Kraftstoffe", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt der UniCredit, Andreas Rees. "Aber auch Lebensmittel sind günstiger geworden."

Sowohl Benzin und Diesel als auch Nahrungsmittel werden von den Verbrauchern regelmäßig gekauft. Deshalb fallen ihnen Preisveränderungen bei dieses Produkten viel stärker auf als bei selten gekauften Waren wie Möbel und Computer. UniCredit gibt ihnen daher ein stärkeres Gewicht, als es den tatsächlichen Gesamtausgaben entspricht: In die Berechnung für die gefühlte Inflation fließen die Kraftstoffpreise mit zehn Prozent und Nahrungsmittel mit 27 Prozent ein - im amtlichen Warenkorb hingegen nur mit rund vier beziehungsweise gut zehn Prozent.

Konsum als Wachstumsstütze

"Für die Konjunktur sind das gute Nachrichten", sagte Rees zum Preisrutsch. "Ein Teil des gesparten Geldes wird zwar sicherlich im Sparstrumpf verschwinden, aber es wird auch mehr ausgegeben. Zusammen mit der Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen sind das sehr gute Voraussetzungen dafür, dass der Konsum auch in diesem Jahr die Wachstumsstütze Nummer eins bleibt."

Schon 2014 hatten die kauffreudigen Verbraucher die deutsche Wirtschaft gegen internationale Krisen wie den Konflikt mit Russland abgeschirmt. Dadurch wuchs Europas größte Volkswirtschaft um 1,5 Prozent und damit etwa doppelt so stark wie die Euro-Zone insgesamt.

Kraftstoffe wie Benzin und Diesel kosteten im Dezember durchschnittlich 12,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Grund dafür ist der Preisrutsch an den internationalen Ölmärkten. Ein Barrel ist derzeit nur noch knapp halb so teuer wie im vergangenen Sommer.

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