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Finanzmärkte nehmen Griechenland-Wahl gelassen


Euro zeitweise belastet  

Finanzmärkte nehmen Griechenland-Wahl gelassen

26.01.2015, 10:32 Uhr | t-online.de, dpa-AFX, AP

Finanzmärkte nehmen Griechenland-Wahl gelassen. Euro nach der Griechenland-Wahl nur kurzfristig abgeschwächt (Quelle: dpa)

Ein einfacher Antrag um mehr Geld wird nicht reichen. (Quelle: dpa)

Gezeitenwechsel in Griechenland: Bei der Parlamentswahl hat das linke Oppositionsbündnis Syriza einen historischen Sieg eingefahren. Die politische Wende in Athen macht sich an den Finanzmärkten bemerkbar: Ohnehin schon angeschlagen, fiel der Euro zeitweise auf 1,11 Dollar. Das war der tiefste Stand seit knapp zwölf Jahren. Später erholte sich der Euro wieder über die 1,12er-Marke. An den Aktienbörsen rutschten die Kurse ebenfalls - allerdings nur vorübergehend.

Die Finanzmärkte bleiben vergleichsweise gelassen. In Tokio schloss der Leitindex Nikkei 225 0,3 Prozent unter Freitag. Mehr Einfluss als die Griechen-Wahl hatte dort das höchste Handelsbilanzdefizit in der Geschichte des Landes. Es stieg im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf knapp 12,8 Billionen Yen (97,3 Milliarden Euro).

Auch der Deutsche Aktienindex DAX schnauft nach seinem Höhenflug in der vergangenen Woche anfangs durch. Das Barometer rutschte leicht ins Minus, erholte sich dann aber und notierte erreichte sogar einen neuen Rekord. Für Entspannung dürfte die Nachricht am frühen Morgen gesorgt haben, dass Syriza mit ihrem Parteichef Alexis Tsipras die absolute Mehrheit mit 149 von 300 Sitzen im Parlament knapp verfehlt hat. Zudem signalisierte Tsipras den EU-Partnern noch in der Wahlnacht Gesprächsbereitschaft für eine "gerechte und praktikable Lösung" bei Umgang mit den Schulden und dem Sparkurs.

Griechenland-Austritt würde Euro massiv belasten

Experten wie JPMorgan-Analyst David Mackie gehen davon aus, dass der Sieg Tsipras den Euro weiter belasten werden. Es sei jedoch nicht davon auszugehen, dass Griechenland die Währungsunion verlässt. Dies würde den Euro seiner Einschätzung nach um rund zehn Cent nach unten drücken. Davon sei jedoch derzeit nicht auszugehen. Er bleibt beim Blick auf den Euro aber weiter sehr skeptisch. Das liege aber vor allem an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Diese hatte am Donnerstag die Geldschleusen mit der Ankündigung eines breit angelegten Staatsanleihen-Kaufprogramms (QE) noch weiter geöffnet und den Euro damit auf Talfahrt geschickt. Der Euro-Kurs gab seitdem um gut fünf Cent nach. Die europäische Währung steht seit Monaten unter Druck und büßte seit Mai 2014 im Vergleich zum Dollar rund 28 Cent oder ein Fünftel ihres Wertes ein.

EZB: Keine eigene Beteiligung an möglichen Schuldenerlass

Die EZB schließt derweil nach dem Wahlsieg des Linksbündnisses Syriza einen Schuldenerlass für das hochverschuldete Griechenland nicht aus. Sie lehnt allerdings eine eigene Teilnahme ab. "Es ist nicht an der EZB zu entscheiden, ob Griechenland Schuldenerleichterungen braucht", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré dem "Handelsblatt". Das sei eine politische Entscheidung. "Aber es ist absolut klar, dass wir keiner Schuldenerleichterung zustimmen können, bei dem die griechischen Anleihen einbezogen würden, die bei der EZB liegen. Das ist aus rechtlichen Gründen unmöglich", sagte der EZB-Direktor.

Tsipras drängt nun auf eine rasche Regierungsbildung. Noch am Montag wolle er mit den rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen eine mögliche Zusammenarbeit ausloten, sagte ein Vertreter der Linkspartei.

Aus Brüssel und Deutschland kamen warnende Stimmen, die Griechenland zur Wahrung seiner im Gegenzug für Finanzhilfen vereinbarten Verpflichtungen mahnten.

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