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Kommentar zur Griechenland-Wahl: Keine Panik wegen der Griechen!


Kommentar zur Griechen-Wahl  

Keine Panik wegen Griechenland!

26.01.2015, 12:29 Uhr | t-online.de

Kommentar zur Griechenland-Wahl: Keine Panik wegen der Griechen!. Griechen-Wirtschaft bleibt auch nach der Wahl in schwieriger Lage (Quelle: Reuters)

Griechen-Wirtschaft bleibt auch nach der Wahl in schwieriger Lage (Quelle: Reuters)

Ein Kommentar von Martin Mrowka

Der König ist tot – es lebe der König! Der wortgewandte Alexis Tsipras löst mit seinem Links-Bündnis Syriza den ungeliebten Antonis Samaras an der Spitze der griechischen Regierung ab. Die Hoffnung der Wähler: Endlich werde Schluss sein mit dem Spar-Diktat der EU, die so viele Griechen in die Armut stürzte. Endlich können die Finanz-Fesseln der Geldgeber gesprengt werden. Endlich geht es wieder aufwärts.

Wirklich? Nein, auch die Griechen machen sich keine Illusionen, dass die Wende zum Besseren nicht von heute auf morgen kommt. Weder die hohe Arbeitslosigkeit noch die strengen Sparzwänge des armen Landes werden "über Nacht" abgestellt. Aber schon die Aussicht auf eine teilweise Lockerung der subjektiv verspürten Drangsalierung lässt viele Bürger aufatmen.

Auch die Finanzmärkte bleiben nach der Wahl besonnen. Weder der Euro-Kurs noch die Aktien fallen. Warum auch? Dass Griechenland aus dem Euro austritt, ist aufgrund der Folgerisiken sehr unwahrscheinlich. Ein Austritt wäre deutlich teurer für die Europäer als das Festhalten. Selbst ein Erpressungsversuch mit dieser Aussicht würde bei den Geldgebern kaum fruchten. Das Land wird weiter sparen (müssen), da es die Milliarden-Hilfen der Troika auch weiterhin benötigt.

Griechenland muss endlich – wie gefordert – seinen öffentlichen Sektor schrumpfen, und auch sein Steuersystem endlich so aufstellen, dass es die riesige Steuerhinterziehung im Land eindämmt. Dann wird es vielleicht auch zu einem teilweisen Schuldenerlass der Geldgeber kommen.

Politiker und Wirtschaftsbosse werden sich wohl auf einen Kompromiss einigen. Die Europäische Zentralbank preschte schon mit einer Andeutung vor: Ein Schuldenerlass – Höhe offen – für das hochverschuldete Griechenland werde "nicht ausgeschlossen", man lehne allerdings eine eigene Teilnahme ab. Griechen-Anleihen werden also nicht gekauft, andere Euro-Länder können hingegen mit Unterstützung aus dem am Donnerstag verkündeten Billionen-Kaufprogramm der EZB rechnen.

Die anstehende Geldflut lässt auch die übrigen Probleme der Eurozone verschwimmen. Freudetrunken werden die Börsen weiter neue Rekorde verzeichnen, sie profitieren von der Flucht in Sachwerte. Griechenland bleibt auch dabei außen vor: Hellas-Aktien sind nach wie vor keinen Kauf wert. Das Land wird die nach einem Schuldenschnitt verbleibenden Schulden niemals komplett zurückzahlen können – weder mit Alexis Tsipras und Euro noch ohne!

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