Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Radikaler Schuldenschnitt: Griechenland heuert Schuldenberater an


Radikaler Schuldenschnitt?  

Griechen heuern Investmentbank für neuen Schuldenschnitt an

01.02.2015, 14:46 Uhr | AFP, dpa-AFX

Radikaler Schuldenschnitt: Griechenland heuert Schuldenberater an. Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis ist für seine radikalen Ansichten bekannt. (Quelle: dpa)

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis ist für seine radikalen Ansichten bekannt. (Quelle: dpa)

Athen hat zur Vorbereitung eines weiteren Schuldenschnitts eine Investmentbank als Berater engagiert. Dabei handelt es sich um das in Frankreich ansässige Finanzberatungsinstitut Lazard, teilte das Büro des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis mit. Es ist die gleiche Bank, die Griechenland beim ersten Schuldenschnitt für private Gläubiger 2012 beraten hatte, hieß es aus Kreisen des Ministeriums. Damals wurden Griechenlands Schulden um mehr als 100 Milliarden Euro reduziert.

Der Vize-Präsident von Lazard, Matthieu Pigasse, hatte sich zuvor für den Erlass von rund 100 der 320 Milliarden Euro Schulden ausgesprochen, um die griechische Schuldenlast in Höhe von 177 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu reduzieren. Die Restrukturierung sei "nicht nur notwendig, sondern auch möglich", sagte Pigasse dem französischen Radiosender BFM Business.

Demnach sind etwa 75 Prozent der griechischen Schulden in staatlicher Hand - also rund 200 Milliarden Euro. Die Forderung nach einem Erlass eines Teils der Staatsschulden ist eine der Hauptforderungen der neuen griechischen Regierung. Bei den europäischen Partnern stößt dies aber vielfach auf Ablehnung.

Pigasse erinnerte daran, dass bei dem Schuldenerlass 2012 nur die privaten Gläubiger betroffen waren. Lazard organisierte damals im Auftrag der griechischen Regierung diese Umschuldung. Laut Pigasse verdiente die Bank dabei rund 20 Millionen Euro.

Berlin lehnt Schuldenerlass ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) hatten indes erneut betont, ein zweiter Schuldenerlass für Athen stehe nicht an. "Es gab schon einen freiwilligen Verzicht der privaten Gläubiger, Griechenland wurden von den Banken bereits Milliarden erlassen. Einen weiteren Schuldenschnitt sehe ich nicht", bekräftigte Merkel die Haltung der Bundesregierung.

Ähnlich äußerte sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Wenn ich ein verantwortlicher griechischer Politiker wäre, würde ich keine Debatten über einen Schuldenschnitt führen", sagte er der "Welt".

"Wer die Finanzierung der griechischen Schulden kennt, weiß, dass es bis zum Jahr 2020 kein Problem gibt", sagte Schäuble. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwarte, dass dank der guten Entwicklung in Griechenland die Schuldenquote bis 2020 auf 112 Prozent sinken werde. "Das wäre deutlich unter dem heutigen Niveau Italiens. Ich sehe da keinen Anlass, über einen Schuldenschnitt zu spekulieren", sagte Schäuble.

Regierung dementiert Spiegel-Bericht

Das Bundesfinanzministerium wies derweil einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zurück, wonach die Regierung zu einem weiteren Hilfsprogramm für Griechenland bereit sei. "Das trifft nicht zu", sagte ein Ministeriumssprecher. Die Frage nach einem weiteren Unterstützungspaket "stellt sich derzeit gar nicht". Zunächst müsse das laufende zweite Hilfsprogramm für das Land abgeschlossen werden.

Am vergangenen Freitag war es in Athen zu einem Eklat zwischen Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und dem griechischen Finanzminister gekommen. Athen werde nicht mehr mit der "Troika" der Spar-Kontrolleure zusammenarbeiten, erklärte Gianis Varoufakis. Berichten zufolge bereitet Athen nun ein eigenes Spar- und Reformprogramm vor. Dies werde alle Seiten zufriedenstellen, hieß es aus Regierungskreisen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal