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Mindestlohn fördert Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung


Studie  

Mindestlohn treibt Schattenwirtschaft in die Höhe

03.02.2015, 10:03 Uhr | dpa , AFP

Mindestlohn fördert Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Auch in der Baubranche ist die Schwarzarbeit verbreitet (Quelle: dpa)

Auch in der Baubranche ist die Schwarzarbeit verbreitet (Quelle: dpa)

Der seit Januar geltende Mindestlohn erhöht die Schattenwirtschaft in Deutschland in diesem Jahr um 1,5 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität Linz hervor. So verhindert er erstmals seit Jahren einen weiteren Rückgang von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung.

Der Anteil der Schattenwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bleibt unverändert bei 12,2 Prozent, heißt es in der Studie. Demnach war der Wert hierzulande mit Ausnahme des Krisenjahrs 2009 bisher seit Jahren rückläufig. Der Begriff umfasst Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung sowie kriminelle Aktivitäten wie Hehlerei und Betrug.

Nur kleiner Teil betroffen

"Die aktuelle Entwicklung ist auch durch den Mindestlohn bedingt", erklärte IAW-Direktor Bernhard Boockmann. Für sich genommen hätten die robuste Konjunktur und Lage auf dem Arbeitsmarkt laut der Prognose für einen Rückgang der Schattenwirtschaft gesorgt. Denn eine geringere Arbeitslosigkeit führt in der Regel dazu, dass weniger schwarz gearbeitet wird, weil die Menschen dann leichter eine besser bezahlte reguläre Arbeitsstelle finden.

Nach Schätzung der Experten dürfte tatsächlich aber nur ein vergleichsweise kleiner Teil des Minimallohns durch Schwarzarbeit umgangen werden. Denn die notwendigen Lohnsteigerungen auf 8,50 Euro pro Stunde in den dafür typischen Branchen liegen den Fachleuten zufolge insgesamt bei etwa sieben Milliarden Euro. Der erwartete Anstieg der Schattenwirtschaft von 1,5 Milliarden Euro durch den Mindestlohn ist wesentlich geringer.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Schattenwirtschaft: Deutschland im Mittelfeld

Schwarz gearbeitet wird demnach besonders häufig in Gaststätten, Hotels sowie Teilen der Bauwirtschaft. Auch bei persönlichen Dienstleistungen und in der Landwirtschaft werde in Deutschland vergleichsweise häufig am Fiskus vorbei verdient, hieß es.

Mit Blick auf andere Länder steht die Bundesrepublik aber nicht schlecht da: Im Vergleich zu anderen OECD-Staaten, die sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen, liegt Deutschland mit seiner Schattenwirtschaft im Mittelfeld - ähnlich wie Frankreich und skandinavische Länder. Düsterer sieht es in den Krisenländern Griechenland, Italien, Portugal und Spanien aus. Hier liegt der Anteil der Schattenwirtschaft am BIP zwischen 18 und 22 Prozent.

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