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Star-Ökonom Paul Krugman sieht schwarz für den Euro

Düstere Aussichten  

Star-Ökonom Paul Krugman sieht schwarz für den Euro

06.02.2015, 16:36 Uhr | t-online.de

Star-Ökonom Paul Krugman sieht schwarz für den Euro. Nobelpreisträger Paul Krugman ist pessimistisch für den Erhalt der Gemeinschaftswährung. (Quelle: dpa)

Nobelpreisträger Paul Krugman ist pessimistisch für den Erhalt der Gemeinschaftswährung. (Quelle: dpa)

Der aktuelle Kursverfall des Euro ist gut für die schwächelnde Euroland-Konjunktur. Allerdings ist er auch Ausdruck der Probleme innerhalb des Euroraums, die Griechenland-Querelen könnten der Beginn weiterer Schwierigkeiten sein. Manch einer prophezeit der Gemeinschaftswährung in einigen Jahren sogar das Aus. Nun hat diese Gemeinde noch einen weiteren Skeptiker gewonnen: Paul Krugman, Wirtschafts-Nobelpreisträger von 2008 und einer der einflussreichsten Ökonomen der Welt.

Krugman beantwortete am Rande des Asian Financial Forums in Hongkong Fragen von Journalisten - auch zu europäischen Themen. Der Professor, der unter anderem an den Elite-Universitäten Yale, Stanford und am MIT lehrte, prophezeite indirekt den Untergang des Euro.

"Euro wahrscheinlich nicht zu retten"

Es sei zwar ein Fehler gewesen, den Euro einzuführen. "Aber jetzt den Euro auflösen? Das ist nicht so einfach. Es gäbe nicht nur ein Finanz-Chaos. Sondern vor allem einen hohen politischen Preis", zitierte ihn das Magazin "Focus Money". Das gesamte Projekt Europa, "der breitere Prozess - Wohlstand durch Frieden und Demokratie - wären gefährdet".

Wir müssen den Euro retten, forderte Krugman. Doch letzten Endes wird der "Euro aber wahrscheinlich nicht zu retten sein", so sein Urteil.

Vorwürfe an Deutschland

In einem Beitrag für die "New York Times" wiederholte er seine Befürchtung: "Das ganze europäische Projekt könnte kollabieren." Er warnt die Politiker des Euroraums vor einem bevorstehenden "Moment der Wahrheit".

Vor allem Deutschland machte er schwere Vorwürfe. Die führende Wirtschaftsmacht Europas habe in den 90er-Jahren selber eine Krise durchgemacht. Dank eines Booms und hoher Inflationsraten in Südeuropa hätten die Deutschen ihre Krise überwinden können. Nun haben sich die Rollen umgekehrt, Südeuropa leidet unter einer Rezession. Doch die Deutschen sagen laut Krugman nun: "Wir können keine Inflation akzeptieren, die Südeuropäer müssen sich mit ihrer Deflation abfinden." Das sei keine faire Lastenteilung, so "Focus Money".

Schwache Konjunktur für die nächsten fünf Jahre

Auch zum Thema Negativzinsen äußerte sich der Nobelpreisträger: "Ich wundere mich schon über die Schweizerische Nationalbank mit ihren minus 0,75 Prozent." Bei so tiefen Zinsen sei es ja fast günstiger, Bargeld ins Schließfach zu stecken. Als Grund für das international niedrige Zinsumfeld sieht er aber nicht die Politik der Zentralbanken.

Der EZB bleibe kaum etwas anderes übrig, als bei den Symptomen, die die Wirtschaft aktuell zeigt, die Zinsen weiter zu senken. Denn: Hätten wir bei den gleichen Symptomen Leitzinsen von vier Prozent, dann "würden wir doch sofort Leitzinssenkungen fordern".

Der tieferliegende Grund für die tiefen oder gar negativen Zinsen liege an fehlenden Investment-Chancen. "Die internationalen Investoren sehen so wenige gute Chancen bei riskanten Anlagen, dass sie diese nur kaufen, wenn es für sichere keine Verzinsung mehr gibt."

Wenn in Deutschland die Rendite für fünfjährige Staatsanleihen bei minus 0,05 Prozent liegt, heiße das nichts anderes, als dass die Stimmung so schlecht ist, dass Anleger bereit sind, den deutschen Staat dafür zu bezahlen, dass er ihr Geld schützt. Auch in den nächsten Jahren werde sich das laut Krugman nicht groß ändern: "Die Erwartungen für die Konjunktur in den nächsten fünf Jahren sind extrem schwach."

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