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Russischer Erdöl-Durst: Rosneft will 500 Milliarden Dollar in der Arktis investieren


Russische Erdöl-Pläne  

Rosneft will 500 Milliarden Dollar in der Arktis investieren

16.02.2015, 13:34 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Russischer Erdöl-Durst: Rosneft will 500 Milliarden Dollar in der Arktis investieren. Russlands Mega-Konzern Rosneft plant riesige Investitionen im Nordpolarmeer. (Quelle: imago/ bluescreen pictures)

Russlands Mega-Konzern Rosneft plant riesige Investitionen im Nordpolarmeer. (Quelle: imago/ bluescreen pictures)

Russlands Präsident Wladimir Putin hat im vergangenen Sommer bereits grünes Licht gegeben, nun wurden weitere Polarmeer-Pläne bekannt: Der Öl-Gigant Rosneft will in den nächsten 20 bis 25 Jahren insgesamt 500 Milliarden US-Dollar (438 Milliarden Euro) in seine Projekte in der Arktis investieren. Das kündigte Energieminister Alexander Nowak der Agentur Tass zufolge an. Und das, obwohl sich Bohrungen in der Arktis angesichts der niedrigen Ölpreise nicht mehr rentieren.

Die riesigen Ausgaben seien bereits im Regierungsprogramm zur Erschließung der rohstoffreichen Region eingeplant. Durch die Investitionen könnten Nowak zufolge 300.000 Arbeitsplätze entstehen. Der Minister räumte aber ein, dass die Wirtschaftskrise auch Russlands Ölbranche derzeit schwer treffe. Sollte das Land in eine Rezension abrutschen, könnten bis zu 15 Prozent der vorgesehenen Projekte gefährdet sein.

Große Mengen Öl und Gas im Nordpolar-Meer vermutet

Putin startete im August inmitten Russlands nördlichster Bohrung "Universitetskaja-1" eine Ölplattform. Es ist das erste von rund 40 Offshore-Bohrlöchern, die Rosneft mit Partnern bis 2018 in der Arktis geplant hat. Arbeiten dort sind in der eisfreien Zeit von August bis Ende Oktober vorgesehen. Rosneft vermutet in diesem Teil des Nordpolar-Meers Rohstoff-Reserven von mindestens 3,5 Milliarden Tonnen Erdöl und elf Billionen Kubikmeter Gas.

Laut US-Gutachten "Circum-Arctic Ressource Appraisal" befinden sich etwa 13 Prozent der noch nicht entdeckten Ölvorräte der Welt in der Arktis. Besonders große Gasvorkommen werden im flachen Schelfmeer vor der sibirischen Küste vermutet. Doch das Gutachten sagt rein gar nichts über die möglichen Förderkosten aus. Die komplette Infrastruktur muss aus dem Boden gestampft werden: Pipelines, Flugplätze, Unterkünfte.

Umweltschützer warnen seit Jahren mit Nachdruck vor einer wirtschaftlichen Ausbeutung der Region. Sie fürchten, dass die Anrainerländer das Gebiet in ein "riesiges Bergwerk" verwandeln könnten - mit womöglich verheerenden Folgen für die Natur.

US-Partner aus Arktis-Kooperation ausgestiegen

Rosneft und ExxonMobil sollten das Projekt eigentlich gemeinsam vorantreiben. Doch wegen der Sanktionen der USA gegen Russland musste die Partnerschaft mit dem russischen Ölförderer schon wenige Wochen später auf Eis gelegt werden, Exxon stieg aus. Rosneft und ExxonMobil kooperierten auch auf Ölfeldern in Sibirien und vor der ostrussischen Insel Sachalin.

Rosneft geht es angesichts der westlichen Sanktionen, sowie des Absturzes von Rubel und Ölpreis schlecht. Fast 20 Milliarden Dollar Schulden muss der Konzern im laufenden Jahr bei verschiedenen Banken tilgen. Aber westliche Banken kommen zur längerfristigen Refinanzierung von Krediten nicht mehr infrage.

Der russische Staat hilft aus. Mitte Dezember konnte Rosneft bereits Rubel-Bonds im Wert von 625 Milliarden Rubel (etwa zehn Milliarden Dollar) platzieren. Gerüchteweise soll Rosneft die frischen Gelder sofort in Dollar getauscht haben, um die Schulden zu bedienen. Künftig solle auch China angepumpt werden. Aber woher der riesige Kapitalbedarf für die Arktis-Investitionen kommen soll, ist derzeit nicht bekannt.

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