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HSBC-Tochter im Visier: Bank machte Geschäfte mit Kriminellen


HSBC-Tochter im Visier  

Geschäfte mit Kriminellen

09.02.2015, 10:49 Uhr | AFP , t-online.de

HSBC-Tochter im Visier: Bank machte Geschäfte mit Kriminellen. "Swissleaks" beschäftigt Ermittler rund um den Globus und auch die internationale Großbank HSBC. (Quelle: Reuters)

"Swissleaks" beschäftigt Ermittler rund um den Globus und auch die internationale Großbank HSBC. (Quelle: Reuters)

Eine Schweizer Tochter der zweitgrößten Bank der Welt, HSBC, hat offenbar Geschäfte mit Waffenhändlern, Schmugglern und Unterstützern von Terroristen gemacht. Das geht aus Informationen des internationalen Rechercheverbandes ICIJ hervor, der Daten zur Steuerhinterziehung veröffentlicht hat.

Über "Swissleaks" berichten unter anderem die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Demnach half der Schweizer HSBC-Ableger zahlreichen internationalen Persönlichkeiten und Politikern dabei, mehrere Millionen Euro vor dem Fiskus zu verstecken. Eine Milliarde an Steuernachzahlungen und Strafgeldern haben die Ermittlungen, die nach Auswertung vertraulicher Dokumente der HSBC, in der ganzen Welt in Gang kamen bereits eingebracht.

Wie das Recherchenetzwerk mitteilte, legten internationale Kunden bei der HSBC Private Bank Milliardenbeträge an, davon offenbar viel als Schwarzgeld. Den ausgewerteten Kontendaten zufolge lagerten 2007 dort mehr als 75 Milliarden Euro. In den Daten sind dem ICIJ zufolge mehr als 100.000 Kunden aus über 200 Ländern gelistet.

HSBC habe unter anderem von "Geschäften mit Waffenhändlern profitiert", die Mörserbomben an Kindersoldaten in Afrika geschickt hätten, erklärte das Netzwerk. Andere kriminelle Partner seien "Schmuggler von Blutdiamanten" und Terrorismus-Finanzierer gewesen.

Die Dokumente stammen von dem früheren HSBC-Mitarbeiter Hervé Falciani. Er hatte sie gestohlen und 2009 den französischen Steuerbehörden übergeben. Andere Länder, darunter auch Deutschland, bekamen Unterlagen, um ebenfalls zu ermitteln. Zugriff auf die Daten hatte auch die französische Zeitung "Le Monde", die sie wiederum dem Recherchenetzwerk zur Verfügung stellte. Über 140 Journalisten werteten die Unterlagen in monatelanger Arbeit aus.

Verwandte von Politikern im Visier

Eine ganze Reihe von amtierenden und früheren Politikern aus Großbritannien, Russland, Indien und aus afrikanischen Ländern sowie von Königshäusern arabischer Staaten ist demzufolge in die dubiosen Geschäfte verwickelt. Zu den betroffenen Persönlichkeiten gehören den Angaben zufolge unter anderem ein Cousin des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sowie Verwandte des früheren ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak und des ehemaligen chinesischen Ministerpräsidenten Li Peng.

Die HSBC räumte dem ICIJ zufolge ein, dass sie "verantwortlich" sei für das "Kontrollversagen in der Vergangenheit". Die Schweizer HSBC habe "zu viele Hochrisiko-Konten" geführt. Die Bank verweist demnach zudem darauf, dass sie sich mittlerweile von allen steuerlich problematischen Kunden getrennt habe.

Der internationale Rechercheverband hatte Ende vergangenen Jahres bereits mit der "Luxleaks"-Affäre für Aufsehen gesorgt. Das Netzwerk berichtete dabei detailliert über hunderte Fälle, in denen multinationale Konzerne in Luxemburg Steuerzahlungen vermeiden und auf Kosten anderer EU-Länder teils Milliarden sparen.

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