Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Rekorde an der Börse - aber keiner macht mit


Anleger sind risikoscheu  

Rekorde an der Börse - aber keiner macht mit

13.02.2015, 14:12 Uhr | Von Martin Mrowka, t-online.de

Rekorde an der Börse - aber keiner macht mit. Die Aktienkurse klettern immer höher, doch Deutschlands Anleger meiden die Börsen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Aktienkurse klettern immer höher, doch Deutschlands Anleger meiden die Börsen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Während die niedrigen Zinsen den Sparbuch-Sparern hierzulande die Tränen in die Augen treiben, boomen die Aktien-Kurse: In den vergangenen Wochen gab es einen regelrechten Run auf Sachwerte an den deutschen Börsen. Doch aktuelle Untersuchungen zum Anlageverhalten der Deutschen belegen: Die chancenreichen Investments in Aktien oder Aktienfonds spielen hierzulande kaum eine Rolle. Die Sicherheit ist den meisten wichtiger als die Rendite.

Am Freitag erreichte der Deutsche Aktienindex (DAX) - der Maßstab für die 30 größten börsennotierten Unternehmen - eine weitere Rekordmarke. Angetrieben von Entspannungssignalen aus Griechenland und der Ukraine zog der DAX auf 11.000 Punkte an. Der Leitindex notierte damit so hoch wie noch nie in seiner bald 27-jährigen Geschichte. Allein seit Jahresbeginn kann der Index bereits ein Plus von gut zwölf Prozent verbuchen.

Lieber Nullzinsen als Verlustrisiken

Zwölf Prozent in sechs Wochen - das geht in diesem Tempo natürlich nicht weiter. Eine "Korrektur", wie Börsianer es bezeichnen, dürfte schon bald den Index wieder drücken. Üblicherweise folgen auf stärkere Anstiege auch stärkere Abschwünge. Dabei können in wenigen Wochen auch mal Verluste von fünf bis zehn Prozent auftreten. Und eben diese zwischenzeitlichen Verlustrisiken halten Deutschlands Anleger vom Investment ab.

Trotz des boomenden Aktienmarkts und der faktischen Nullzinsen für Sparprodukte ist die Zahl der Aktionäre zuletzt gesunken. Im vergangenen Jahr trennte sich rund eine halbe Million Menschen von ihren Aktien oder Anteilen an Aktienfonds, fand das Deutsche Aktieninstitut heraus. Die Zahl der Aktienanleger sank damit das zweite Jahr in Folge. Lediglich 8,4 Millionen Deutsche - rund 13 Prozent der Bevölkerung - seien noch in diesen Papieren engagiert.

Kein Risiko, wenn es ums Geld geht

Lediglich etwa sieben Prozent der Ersparnisse in Deutschland steckten demnach in Aktien. Auf Spareinlagen auf Giro-, Tagesgeld-Konten und anderen Einlageformen der Kreditinstitute entfielen dagegen rund 39 Prozent.

Wenn die privaten Sparer Geld anlegen, steht Sicherheit ganz hoch im Kurs. Die Deutschen werten vor allem Eigenheim, die betriebliche Altersvorsorge und den Bausparvertrag als attraktivste Investitionsformen. Aktien werden zwar positiver gesehen als in den Jahren zuvor, sind in den Augen der Sparer aber dennoch kaum attraktiver, als Geld zu Hause oder im Schließfach aufzubewahren. Dies geht aus dem Investmentbarometer 2015 des GfK-Vereins hervor.

Gold als attraktive Anlageform?

Die deutschen Sparer sind sich offenbar einig: Am ansprechendsten erscheint es, Geld in die eigenen vier Wände zu investieren. Drei von vier Befragten bewerten Investitionen in Privateigentum als attraktive oder sehr attraktive Anlageform.

AnzeigeTagesgeldvergleich
Konditionen vergleichen

Vergleichen Sie hier verschiedene Anbieter und finden so das beste Tagesgeld-Angebot für sich

Auch auf den folgenden Rängen zeigt sich das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen in Finanzangelegenheiten: 41 Prozent der Befragten bewerten die betriebliche Altersvorsorge, 36 Prozent den Bausparvertrag und sogar 32 Prozent Gold als attraktive Anlageform. Allerdings haben lediglich sechs Prozent bereits Gold gekauft. Das Edelmetall wirft keinerlei Zinsen ab und unterliegt enormen Preisschwankungen. Letztere sind zum Beispiel abhängig vom Kaufverhalten von Chinesen und Indern, für die Gold als Geschenk eine hohe Bedeutung hat.

Sparbuch verliert an Beliebtheit

Am stärksten verloren haben in der Gunst der Privatanleger das Tagesgeldkonto und das Sparbuch. Beide haben seit 2011 rund 14 Prozentpunkte an Beliebtheit eingebüßt. Während damals noch jeder Dritte Tagesgeld als attraktive Anlageform nannte, sagte dies in der aktuellen Umfrage nur noch knapp jeder Fünfte (19 Prozent).

Das Sparbuch hielten 2011 noch fast ein Viertel der deutschen Privatanleger für attraktiv, heute liegt dieser Wert bei nur noch zehn Prozent. Etwa 70 Prozent aller Deutschen hält das Sparbuch sogar für unattraktiv, davon urteilen 50 Prozent mit "völlig unattraktiv". Aber: 43 Prozent der Bürger haben aktuell Geld auf dem Sparbuch.

Die Top 5 der tatsächlich genutzten Anlageformen im Überblick

Frage: Wenn Sie an Ihre derzeitigen Geldanlagen denken, sagen Sie bitte, in welche der folgenden Anlage- bzw. Vermögensformen Sie investiert haben (Mehrfachnennungen möglich).

1. Eigentumswohnung/eigenes Haus (45 Prozent)
2. Sparbuch (43 Prozent)
3. Bausparvertrag (31 Prozent)
4. Private Kapitallebensversicherung (24 Prozent)
5. Zu Hause sparen, Geld weglegen/ in einem Bankschließfach (21 Prozent)

Aktien und Fonds gewinnen etwas an Attraktivität

Die Deutschen zeigen sich weiterhin risikoscheu. Aber immerhin können Aktien und Investmentfonds im Vergleich zum Jahr 2011 doch ein Attraktivitätsplus verbuchen: Während damals gerade einmal acht Prozent eine Investition in Aktien als attraktiv empfanden, sind dieser Ansicht heute immerhin 17 Prozent. Auch die Fonds können mit ebenfalls 17 Prozent ein kleines Plus von drei Prozentpunkten gegenüber 2011 verzeichnen.

Ähnlich vorsichtig in Börsendingen sind laut GfK-Verein übrigens auch Franzosen, Spanier und Briten. Anders ist es in den USA: Fast jeder Dritte (31 Prozent) bewertet Aktien als attraktiv, jeder Vierte dort sieht Investmentfonds positiv.

Ein Umdenken beginnt offenbar auch hierzulande. "Durch die Politik der Europäischen Zentralbank gibt es praktisch keine risikolosen Erträge mehr. Risikolose Anlagen verlieren deshalb an Attraktivität, während durch ihre Erträge Aktien und Fonds attraktiver werden", erklärt Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK-Vereins.

Zinsfalle könnte zuschnappen

Auch Fondsmanager Eckhard Sauren warnt, dass bislang vermeintlich sichere Geldanlagen durch den Trend Richtung negativer Anlagezinsen zu einem Risiko werden. "Die meisten Anleger sind über verschiedene Produkte bereits jetzt betroffen", so Sauren, der zum Thema kürzlich das Buch "Die Zinsfalle" auf den Markt brachte.

"Unsere Analysen von verschiedenen Anlageformen in Deutschland erbrachten teilweise erschreckende Erkenntnisse - eine Bedrohung für konservative Anleger", sagt Sauren. Gut möglich, dass weitere Probleme folgen, die heute noch für viele Marktteilnehmer unvorstellbar sind.

Sollte man also kurz vor dem Zuschnappen der Zinsfalle noch auf den Dividenden-Zug an den Aktienbörsen aufspringen? Wenn die Zinsen in Zukunft auf breiter Front unter die Inflationsrate fallen sollten, droht das Geld in "sicheren" Produkten nämlich Jahr für Jahr weniger zu werden. Dabei sind die Risiken einer Pleite von Banken oder Lebensversicherungsgesellschaften noch gar nicht berücksichtigt.

Langfristig gute Chancen mit Aktien und Fonds

Auf lange Sicht haben Anleger am Aktienmarkt bislang nicht viel falsch machen können. Im Rückblick waren selbst heftige Einbrüche wie zu Zeiten der New-Economy-Blase um das Jahr 2000 oder in der Finanzkrise vor sieben Jahren nur kurzfristige Eskapaden. Der Leitindex Dax erholte sich von diesen in wenigen Jahren. Wer also auf damaligen Rekordständen in deutsche Aktien investierte, hatte seinen Einsatz später wieder heraus.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa) Das dürfte auch für die Käufer gelten, die bei DAX 11.000 erstmals in den chancenreichen Aktienmarkt einsteigen. Besser ist es allerdings, nach oder in einem Abschwung zu kaufen. Entsprechend sollten Aufträge auf einem Niveau ein paar Prozent unterhalb des heutigen platziert werden.

Am besten eignen sich für Nachzügler oder ungeübte Börsianer Aktienfonds-Sparpläne. Auch jetzt kann man starten. Monatlich oder vierteljährlich einen Betrag X über einen Discount-Broker an die Börse geschaufelt, bringt langfristig deutlich bessere Renditen als eine Lebensversicherung oder Festgeld. Denn irgendwann in absehbarer Zukunft werden auch nach einem Abschwung wieder neue Börsen-Höhen erreicht. Mit Sicherheit.

Aktuelle Marktberichte von t-online.de finden Sie hier.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die neuen Teufel Sound-Superhelden zu Top-Preisen
Heimkino, Portable, Kopfhörer und mehr
Anzeige
Luftiges für den Sommer: Kurzarmhemden mit Mustern
jetzt entdecken bei Walbusch
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe