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Eine Million Autos mehr: Volkswagen baut Kapazitäten in China massiv aus


Eine Million Autos mehr  

Volkswagen baut Kapazitäten in China massiv aus

14.02.2015, 15:33 Uhr | dpa

Eine Million Autos mehr: Volkswagen baut Kapazitäten in China massiv aus. VW will künftig in China schneller wachsen als der Markt. Dafür reichen die derzeitigen Kapazitäten bei Weitem nicht. (Quelle: dpa)

VW will künftig in China schneller wachsen als der Markt. Dafür reichen die derzeitigen Kapazitäten bei Weitem nicht. (Quelle: dpa)

Der Volkswagen-Konzern gibt in China Vollgas und erweitert seine Kapazitäten massiv. Damit will das Unternehmen dem rasanten Wachstum auf dem größten Automarkt der Welt begegnen. Fünf Millionen Autos jährlich sollen bis zum Jahr 2019 im Reich der Mitte vom Band rollen.

Zunächst waren nur vier Millionen bis 2018 angepeilt worden. "Wir arbeiten mit Volldampf", verkündete China-Vorstand Jochem Heizmann in Peking.

Trotz einer erwarteten leichten Verlangsamung auf seinem wichtigsten Markt rechnet VW in den nächsten fünf Jahren weiter mit einem kräftigen Zuwachs in China um durchschnittlich fünf bis acht Prozent. "Wobei ich eher den oberen Wert annehmen würde als den unteren", so Heizmann. "Wir wollen immer ein bisschen besser sein als der Markt, das ist klar."

Der jüngste Dämpfer durch den überraschenden Absatzrückgang für die Kernmarke Volkswagen in China um 0,7 Prozent im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat sei durch die Produktionsengpässe zu erklären. "Wir könnten mehr verkaufen, wenn wir mehr Kapazitäten hätten", erklärt der erste China-Vorstand in der Geschichte der Wolfsburger die Misere. "Der Januar war untypisch, weil wir Anläufe mit neuen Modellen hatten." Die Kapazitätserweiterungen seien erst im Anlauf. "Das hat etwas gebremst", so das Vorstandsmitglied.

Zwei Werke nehmen 2015 Betrieb auf

"Wenn man wie jetzt über 300 Arbeitstage im Jahr arbeitet, dann hat man nicht genügend Tage frei für die Einführung neuer Modelle in der Fabrik und für die nötige technische Umstellung." Weitere Werke nähmen aber schon dieses Jahr den Betrieb auf - etwa die Autofabrik in Changsha in Zentralchina und ein Motorenwerk in Changchun.

Der gesamte Absatz der VW-Gruppe in China stieg im vergangenen Jahr um 12,4 Prozent auf 3,67 Millionen Autos. Während Audi um 17,7 Prozent zulegte, wuchs die Kernmarke Volkswagen, die besonders mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen hat, um zehn Prozent. Zwar startete der Gesamtmarkt im Januar wieder kräftig mit einem Plus von ebenfalls zehn Prozent, doch rechnet der chinesische Branchenverband der Automobilindustrie, CAAM, für das ganze Jahr mit einer Steigerung um nur acht Prozent - nach 9,9 Prozent im Vorjahr.

Die "neue Normalität", mit der die chinesische Regierung das zunehmend langsamere Wirtschaftswachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt von zuletzt 7,4 Prozent im Vorjahr beschreibt, sieht Heizmann auch auf dem Automarkt. Das Wachstum in China sei aber weiter deutlich schneller als in anderen Automobilmärkten der Welt.

Plug-In-Hybride sind die Zukunft

Bei der Elektromobilität, die China forciert, wartet Heizmann auf Durchbrüche in der Batterie-Technologie und setzt vorerst auf Plug-In-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Benzin fahren. "Bei den reinen Elektroautos sind Reichweite und Kosten noch die größten Baustellen", sagte er.

Der in Speyer geborene studierte Wirtschaftsingenieur rechnet aber damit, dass die chinesische Vorgabe für den Flottenverbrauch von fünf Litern bis 2020, die zunehmenden Beschränkungen für Benziner in Städten und die finanzielle Förderung von Elektroautos die E-Mobilität in China "in den nächsten fünf Jahren" schnell vorantreiben werden. Er erwartet, dass der VW-Konzern im Jahr 2020 in China mehrheitlich Plug-In-Hybride, aber auch Vollbatterie-Autos in einem "sechsstelligen Volumen" verkaufen wird.

Mit den noch begrenzten Stückzahlen in China seien die Ausgangspreise zwar heute "grob gerechnet etwa doppelt so hoch" wie bei Benzinautos. Doch finanzielle Unterstützung und Anreize wie vereinfachte Zulassungen machten Vollbatterie-Fahrzeuge interessant. Auch würden höhere Volumina die Kosten drücken, erklärte Heizmann: "Jetzt kann man fragen, was ist Henne oder Ei? Wir brauchen Volumen für niedrigere Kosten - und wir brauchen niedrigere Kosten für Volumen."

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