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Nur 2,5 Flugstunden in neun Jahren: Seeaufklärer häufiger zur Inspektion als in der Luft

Nur 2,5 Flugstunden in neun Jahren  

Seeaufklärer häufiger zur Inspektion als in der Luft

14.02.2015, 16:47 Uhr | von David Böcking, Spiegel Online

Nur 2,5 Flugstunden in neun Jahren: Seeaufklärer häufiger zur Inspektion als in der Luft. Nicht nur kaputte Helikopter machen der Marine zu schaffen, auch die Luftaufklärer, wie hier vom Typ "P-3C Orion" belasten das Budget. (Quelle: dpa)

Nicht nur kaputte Helikopter machen der Marine zu schaffen, auch die Luftaufklärer, wie hier vom Typ "P-3C Orion" belasten das Budget. (Quelle: dpa)

Nicht nur ihre Helikopter machen der Marine zu schaffen. Nach Informationen von "Spiegel Online" kosteten Umrüstung und Wartung gebrauchter Seeaufklärer bereits mehr als der Kauf. Dabei hat eine der Maschinen erst zweieinhalb Flugstunden absolviert.

Mit ihrem Fluggerät hat die deutsche Marine derzeit reichlich Probleme. Im Herbst vergangenen Jahres wurde bekannt, dass zeitweise nur drei von 43 Marine-Helikoptern einsatzbereit waren, was auch die Anti-Piraterie-Mission "Atalanta" beeinträchtigt. Als behelfsmäßigen Ersatz nannte das Verteidigungsministerium damals acht Seeaufklärer-Flugzeuge vom Typ "P-3C Orion", welche die Bundeswehr 2006 gebraucht von den Niederlanden erworben hatte.

Doch auch die "Orion"-Maschinen waren seit ihrer Anschaffung nur bedingt einsatzbereit. Das geht aus einem Bericht des Verteidigungsministeriums an den Haushaltsausschuss hervor, der "Spiegel Online" vorliegt. Demnach haben die Maschinen allein bis 2014 gut eine Milliarde Euro gekostet. Den größeren Teil machten dabei mit insgesamt 573,3 Millionen Euro Investitions- und Änderungsmaßnahmen sowie die Materialerhaltung aus. Die Beschaffungskosten selbst lagen bei 441,52 Millionen Euro.

2,5 Flugstunden in neun Jahren

Trotz der hohen Wartungskosten waren Ende Januar lediglich drei der acht "Orions" einsatzbereit, die übrigen befanden sich in verschiedenen Stadien der Inspektion. Eines der Flugzeuge hat seit 2006 sogar nur zweieinhalb Flugstunden absolviert - seine Instandsetzung wurde laut Bericht aufgrund von "fehlenden Kapazitäten bei der systembetreuenden Industrie" verschoben, bis alle anderen Maschinen bearbeitet wurden. Die Maschine soll nun im März 2016 fertig sein - also zehn Jahre nach dem Kauf.

Offenbar entsprach das Geschäft mit den Niederländern in vieler Hinsicht nicht den Erwartungen der Bundeswehr. Allein die Grundbeschaffungskosten für die "Orions" lagen dem Bericht zufolge um 99,5 Millionen Euro über der eigentlichen Planung. Zum Teil scheint es sich bei dem Material um regelrechten Ramsch gehandelt zu haben. So war im Paket auch ein Teststand für Triebwerke enthalten, der aber sei "aufgrund seines Zustands in Deutschland nicht in die Nutzung zu bringen" gewesen.

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