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Deutsche Bahn will Fernbus-Verbindungen vervierfachen


Wachsende Konkurrenz  

Deutsche Bahn will ihr Fernbus-Angebot vervierfachen

23.02.2015, 17:51 Uhr | AFP, dpa

Deutsche Bahn will Fernbus-Verbindungen vervierfachen. Die Deutsche Bahn plant eine neue Strategie bei Fernbussen. (Quelle: Deutsche Bahn AG; Ralf Barum)

Die Deutsche Bahn plant eine neue Strategie bei Fernbussen. (Quelle: Deutsche Bahn AG; Ralf Barum)

Die Deutsche Bahn will künftig deutlich mehr Busse auf die Straße bringen. Die Zahl der Fernbus-Verbindungen solle bis Ende 2016 vervierfacht werden, kündigte der Konzern an. Damit will die Bahn auch dem Marktführer MeinFernbus Flixbus Paroli bieten. Doch auch der baut sein Geschäft kräftig aus.

Ab dem Sommer will die Bahn ihr Fernbusgeschäft "deutlich" ausbauen. Vor allem auf Strecken mit hoher Nachfrage würden neue Verbindungen hinzukommen, so beispielsweise zwischen Berlin und Bremen sowie zwischen Thüringen und Bayern. Zudem kündigte die Bahn an, ihre beiden Fernbusanbieter IC Bus und BerlinLinienBus zu einer Marke zu verschmelzen.

Fernbus-Zuspruch unterschätzt

Die Deutsche Bahn hat die Billigkonkurrenz der Fernbusse seit der Marktöffnung vor gut zwei Jahren lange unterschätzt und durch den Preiskampf im vergangenen Jahr 120 Millionen Euro an Umsatz verloren. Im Jahr 2014 hat sich die Passagierzahl auf gut 16 Millionen wohl verdoppelt. Davon fuhr ein großer Teil zuvor Bahn.

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"Schneller als von uns erwartet hat sich der Fernbus als ein integraler Bestandteil der Mobilität in Deutschland etabliert", erklärte Bahn-Vorstand Ulrich Homburg. Für besonders preissensible und junge Reisende sei der Fernbus inzwischen "das Verkehrsmittel der Wahl". Diesen wolle die Deutsche Bahn "ein attraktives Angebot" machen.

Bahn-Busse werden als "BerlinLinienBus" fahren

Der Fernbusmarkt befindet sich derzeit im Wandel: Die beiden stärksten Anbieter MeinFernbus und Flixbus haben sich im Januar zum neuen Branchenriesen MeinFernbus Flixbus zusammengeschlossen. Der Fernbus-Pionier DeinBus musste zwischenzeitlich aus der Insolvenz gerettet werden. Der Anbieter city2city und der Automobilclub ADAC zogen sich dagegen ganz aus dem Fernbusgeschäft zurück.

Die Bahn-Marken IC Bus und BerlinLinienBus kommen laut der Marktforschungsfirma Iges bisher auf einen Marktanteil von neun Prozent und liegen damit weit abgeschlagen hinter Mein Fernbus Flixbus mit 74 Prozent zurück.

Die Deutsche Bahn wolle das Feld nicht einem marktbeherrschenden Anbieter überlassen, "sondern mit einem deutlich ausgebauten Streckennetz die Marktbedingungen als zweiter starker Anbieter mitbestimmen", erklärte Homburg. Ein Teil der Bahn-Busse fährt bisher unter der Marke IC Bus. Künftig sollen alle Fahrzeuge als BerlinLinienBus unterwegs sein.

Details zu neuen Strecken und Taktfrequenzen gab Homburg zunächst nicht bekannt. "Unsere Wettbewerber interessiert nichts mehr als das", erklärte er. Schienenverbindungen würden wegen des Fernbus-Ausbaus nicht eingestellt. Einen aggressiven Preiskampf will die Bahn mit den Fernbussen nicht führen. "Diese Zeiten sind nach unserer Auffassung vorbei", sagte Homburg.

Kritik vom Branchenriesen

Auch MeinFernbus Flixbus kündigte seinerseits ebenfalls mehr Linien und Verbindungen an: Bis zum Jahresende sollen mehr als 50 neue Linien und mehr als 500 neue Direktverbindungen an den Start gebracht werden, wie das Unternehmen mitteilte. Die neuen Linien sollen demnach unter anderem nach Brüssel und Paris führen. Ziel sei ein "Europa-Netz". Darüber hinaus solle das Angebot an Nacht- und Express-Linien erweitert werden.

Diese Anbieter tummeln sich auf dem deutschen Fernbus-Markt. (Quelle: dpa)Diese Anbieter tummeln sich auf dem deutschen Fernbus-Markt. (Quelle: dpa)

MeinFernbus Flixbus kritisierte den Ausbau des Bahn-Fernbusnetzes: Dieser komme zu spät und biete keinen Zusatznutzen, erklärte Geschäftsführer André Schwämmlein. Die Bahn tue besser daran, die jährlich 16 Milliarden Euro an Subventionen zu verwenden, um ihr Kerngeschäft in Ordnung zu bringen. Stattdessen betrachte sie die mittelständisch geprägte Buskonkurrenz "als Sündenbock für ihre Misswirtschaft".

Als nächsten Schritt will die Bahn ein neues Konzept für den Fernverkehr auf der Schiene vorstellen. Homburg will diese Pläne für den ICE- und IC-Verkehr zunächst dem Aufsichtsrat am 18. März vorstellen und dann der Öffentlichkeit.

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